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Chaos am Flughafen München.
Chaos am Flughafen München.

Wie ein verschwundenes Plastiksäckli den Münchner Flughafen lahmlegte

Über 200 Flüge wurden gestrichen, Dutzende hatten Verspätung: Am Münchner Airport war das Terminal zwei heute fünf Stunden lang gesperrt – ausgerechnet zu Ferienbeginn. Die Verursacherin hat davon vermutlich gar nichts mitbekommen.
28.07.2018, 18:0629.07.2018, 08:39

Tausende Reisende sind am Samstag in München gestrandet. Wegen der Räumung von zwei Abflughallen am Flughafen München sind mindestens 200 Flüge ausgefallen – stundenlang suchte die Bundespolizei mit einem Foto nach der unbekannten Verursacherin des Chaos. Das Bild stamme aus einer Überwachungskamera, sagte eine Sprecherin. Es sei allen diensthabenden Beamten am Flughafen vorgelegt worden.

Eine durch sie ausgehende «extreme Gefährdung» schliesst die Polizei aber mittlerweile aus. Deshalb hat sie das Bild auch nicht veröffentlicht. Erst am Abend meldeten deutsche Medien, dass die etwa 40 Jahre alte Frau, die den Polizei-Grosseinsatz ausgelöst hat, mittlerweile identifiziert werden konnte.

So kam es zur Sicherheits-Panne

Die Reisende war früh am Samstagmorgen unkontrolliert in den Sicherheitsbereich von Terminal zwei gelangt. Nach Angaben der Regierung von Oberbayern, die für die Personenkontrollen am Flughafen verantwortlich ist, war die Frau zunächst ordnungsgemäss an einem Bodyscanner kontrolliert worden.

Jedoch beanstandeten Sicherheitsleute ihr Handgepäckstück und die Frau ging weg. Später sei die Reisende ohne das Gepäckstück zurückgekommen und dann ohne Kontrolle in den gesicherten Bereich gelangt, wie eine Sprecherin sagte.

Wahrscheinlich sei die Frau schon längst abgeflogen und habe von dem ganzen Wirbel gar nichts mitbekommen, heisst es vom Bayerischen Rundfunk (BR), der das Geschehen wie folgt rekonstruiert:

«Die Frau ist zunächst vom Sicherheitspersonal aufgehalten worden, weil sie Flüssigkeiten in ihrem Handgepäck nicht ordnungsgemäss in 100-Milliliter-Fläschchen in einem Plastikbeutel verpackt hatte. Man habe sie zurückgeschickt, um sich einen solchen Beutel für die Flüssigkeiten zu besorgen. Aufnahmen der Überwachungskamera zeigten dann, wie die Frau kurz darauf ohne ihr Handgepäck wiederkam – und durch eine noch nicht einsatzbereite Kontrollstelle lief. Wahrscheinlich hatte sie das Gepäckstück mit den Flüssigkeiten aufgegeben.»

Entgegen einer klaren Anweisung habe das Sicherheitspersonal aber keinen Alarm ausgelöst, sagte die Sprecherin weiter. Erst nachdem die Aufsichtsbehörde, das Luftamt Südbayern, von dem Vorfall Kenntnis hatte, wurde die Bundespolizei informiert. Diese wiederum ordnete die Räumung von Terminal zwei und dem dazugehörigen Satelliten-Terminal an.

In Lautsprecherdurchsagen war zunächst nur von einem Polizeieinsatz die Rede, daher machte sich bei den Reisenden Unsicherheit breit. Die Polizei informierte auch per Twitter, aber das Internet am Flughafen brach zusammen, so dass die Passagiere keine Informationen abrufen konnten. Erst gegen Mittag gab es konkretere Durchsagen.

Wegen der Räumung der beiden Abflughallen waren in rund sieben Stunden mindestens 200 Flüge ausgefallen. Bei rund 60 Flügen sei es zu Verspätungen von mehr als einer halben Stunde gekommen, teilte der Flughafenbetreiber mit. Erst am Nachmittag hoben wieder Flugzeuge von den betroffenen Terminals ab.

(oli/sda/dpa)

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