DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Flüchtlinge bei ihrer Ankunft auf der griechischen Insel Lesbos.
Flüchtlinge bei ihrer Ankunft auf der griechischen Insel Lesbos.Bild: EPA/ANA-MPA

Griechische Polizei setzt Tränengas gegen Flüchtlingskinder ein

05.09.2019, 04:5005.09.2019, 04:55

Die griechische Polizei hat bei Protesten in einem überfüllten Flüchtlingslager auf der Insel Lesbos Tränengas gegen Flüchtlingskinder eingesetzt.

Wie die griechische Nachrichtenagentur Ana berichtete, beteiligten sich am Mittwoch rund 300 unbegleitete Minderjährige an Protesten im berüchtigten Lager Moria und verlangten ihre Verlegung aufs Festland. Als die Flüchtlinge Mülleimer in Brand setzten, setzte die Polizei demnach Tränengas ein.

Das Lager von Moria steht seit Jahren in der Kritik, da es chronisch überfüllt ist. Nach der Ankunft von 3000 neuen Flüchtlingen im August hatte sich die ohnehin schwierige hygienische Situation in dem inmitten von Olivenhainen gelegenen Zeltlager weiter verschlechtert.

«Wir haben Moria in der Hoffnung auf etwas Besseres verlassen»

Ende August lebten nach Uno-Angaben fast 11'000 Menschen in dem Lager, das eigentlich nur für ein Viertel davon ausgelegt ist. Viele Flüchtlinge leben schon seit Monaten in Moria, da sich ihre Asylverfahren in die Länge ziehen. Die neue konservative Regierung in Athen entschied nun aber, die Berufungsmöglichkeit abzuschaffen, um die Verfahren zu beschleunigen.

EU-Hilfe für Flüchtlinge auf Lesbos

Die EU-Kommission hat Griechenland inzwischen Hilfe bei der Verlegung der Flüchtlinge von Lesbos angeboten. Am Dienstag verlegten die griechischen Behörden die ersten tausend Flüchtlinge aus Moria aufs Festland.

Sie wurden mit Fähren zunächst in die Hafenstadt Thessaloniki und dann ins Lager Nea Kavala bei Kilkis in Nordgriechenland gebracht. Doch auch dort sind die Bedingungen alles andere als optimal. Neuankömmlinge klagten am Mittwoch unter anderem über Engpässe bei Wasser, Strom und Zelten.

«Wir haben Moria in der Hoffnung auf etwas Besseres verlassen», sagte der 20-jährige Sasan aus Afghanistan. «Letztendlich ist es sogar schlimmer.»

Wie aus dem griechischen Ministerium für Bürgerschutz verlautete, gibt es in Nea Kavala derzeit nur 200 Zelte für tausend Bewohner. Die nächsten Flüchtlinge aus Moria sollen demnach in andere Lager gebracht werden.

EU-Flüchtlingsdeal mit der Türkei

Die Türkei hatte der EU im Flüchtlingsdeal von März 2016 im Gegenzug für finanzielle Hilfe bei der Versorgung der Syrer im Land zugesagt, alle abgelehnten syrischen Flüchtlinge aus Griechenland zurückzunehmen.

In der Folge sank die Zahl der Überfahrten drastisch. Allerdings wurden bis heute nur wenige Flüchtlinge von den griechischen Inseln in die Türkei zurückgebracht. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Flüchtlinge in Griechenland: Kinder leiden am meisten

1 / 24
Flüchtlinge in Griechenland: Kinder leiden am meisten
quelle: ap/ap / giannis papanikos
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Die griechische Regierung verlegt 1500 Flüchtlinge

Video: srf

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
Kita-Bluttat in Thailand – nur ein einziges Kind soll unverletzt geblieben sein

Der blutige Angriff auf eine Kindertagesstätte im Nordosten von Thailand mit 37 Todesopfern hat das Land in tiefe Trauer gestürzt und Diskussionen über die geltenden Waffengesetze ausgelöst.

Zur Story