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Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin der Grünen, hat sich da für entschuldigt, dass sie das «N-Wort» in einem Interview zitierte (Archivbild).
Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin der Grünen, hat sich da für entschuldigt, dass sie das «N-Wort» in einem Interview zitierte (Archivbild).
Bild: keystone

Kanzlerkandidatin Baerbock entschuldigt sich für Verwendung von «N-Wort»

Die Kanzlerkandidatin der deutschen Grünen wollte in einem Interview auf einen rassistischen Vorgang an einer Schule hinweisen. Doch dabei benutzte sie selbst einen zutiefst rassistischen Begriff.
25.07.2021, 19:57
Ein Artikel von
t-online

Die Kanzlerkandidatin der deutschen Grünen, Annalena Baerbock, hat sich für die Verwendung des «N-Wortes» in einem Interview entschuldigt. Baerbock hatte das Wort in einem Interview mit dem Zentralrat der Juden verwendet, als sie anhand eines Beispiels auf Rassismus an Schulen hinwies und für mehr Einsatz gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus warb.

«Das war falsch und das tut mir leid. Denn ich weiss ja um den rassistischen Ursprung dieses Wortes und die Verletzungen, die Schwarze Menschen unter anderem durch ihn erfahren», teilte Baerbock in einer Nachricht auf Twitter mit.

Mit dem Begriff «N-Wort» wird heute eine früher gebräuchliche rassistische Bezeichnung für Schwarze umschrieben. 

Mehr Einsatz gegen Rassismus an Schulen gefordert

Konkret erläuterte Baerbock in dem Gespräch folgende Geschichte: Ein Sohn einer Bekannten der Politikerin habe in der Schule eine Bildergeschichte schreiben sollen. Auf dem dazugehörigen Arbeitsblatt soll das «N-Wort» abgedruckt gewesen sein. Das Kind soll sich deswegen geweigert haben, die Geschichte zu schreiben. Daraufhin sei ihm vorgeworfen worden, er störe den Unterricht. Baerbock folgerte daraus, dass die Politik klarere Leitlinien bestimmen müsse, um gegen Rassismus und Antisemitismus im Schulwesen vorzugehen.

Bei der Erläuterung spricht Baerbock das «N-Wort» dabei vollständig aus. Nach der Aufzeichnung sei sie unsicher gewesen, ob man das Gespräch in dieser Form ausstrahlen könne: Man habe «mit dem Zentralrat abgewogen, ob das eindringliche Beispiel geeignet ist, auf die Missstände auch im Bildungsbereich hinzuweisen, oder ob die Aussprache des N-Wortes genau dieses Anliegen konterkariert.» Die «Bild» berichtete, Baerbocks Partei habe versucht, die Passage aus dem Interview kürzen zu lassen.

Baerbock habe sich dann allerdings entschieden, die entsprechende Stelle des Interviews bereits vor der Ausstrahlung zu veröffentlichen. Grund sei eine Medienanfrage, die die Szene mit Aussagen von Boris Palmer vergleiche. Der Bürgermeister Tübingens hatte das Wort zuletzt im Zusammenhang mit dem ehemaligen Fussballprofi Dennis Aogo verwendet und es anschliessend als Ironie bezeichnet. Baerbock hatte daraufhin den Parteiausschluss Palmers gefordert. Später bedauerte Palmer seine Äusserungen.

«Es ist offensichtlich, dass es sich um zwei verschiedene Dinge in unterschiedlichen Kontexten handelt. Deshalb mache ich den Vorgang hier öffentlich & stelle in Absprache mit dem Zentralrat die Passage zur Verfügung», teilte Baerbock dazu auf Twitter mit. «Für Frau Baerbock ist klar: Wir müssen immer und überall gegen Rassismus vorgehen», teilte ein Sprecher der Grünen t-online mit. In der veröffentlichten Stelle wurde über das «N-Wort» ein Piepton gelegt. 

Verwendete Quellen:

(t-online/das)

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