International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa05576805 Yemenis inspect the site of Saudi-led airstrikes that hit a funeral ceremony in Sana’a, Yemen, 08 October 2016. According to reports, at least 82 Yemenis were killed and more than 534 injured when Saudi-led airstrikes hit a funeral hall filled with mourners in the Yemeni capital Sana’a.  EPA/YAHYA ARHAB

In diesem Gebäude in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa war gerade eine Beerdigungsfeier im Gange, als die Bomben vom Himmel fielen. Bild: YAHYA ARHAB/EPA/KEYSTONE

US-Rüge für die Saudis: Doch die wollen nichts mit dem Luftangriff im Jemen zu tun haben

09.10.16, 02:27 09.10.16, 06:55


Beim verheerenden Luftangriff auf eine Trauerfeier im Jemen sind nach Angaben der UNO mehr als 140 Menschen getötet worden. Über 525 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der UNO-Koordinator für humanitäre Hilfe im Jemen, Jamie McGoldrick, am Samstag mit.

Helfer im Jemen seien «entsetzt und schockiert» über die Luftangriffe auf einen öffentlichen Saal in der Hauptstadt Sanaa, wo tausende Menschen an einer Trauerfeier teilgenommen hatten.

Ungewöhnliche Kritik der USA

Zuvor hatten die Huthi-Rebellen im Jemen der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition vorgeworfen, durch die Luftangriffe mehr als hundert Menschen bei der Trauerfeier getötet zu haben. Saudi-Arabien wies jede Verantwortung zurück.

Die US-Regierung ging derweil ungewöhnlich deutlich auf Distanz zu Saudi-Arabien. Eine Stellungnahme des Nationalen Sicherheitsrats (NSC) vom Samstagabend legt nahe, dass Washington die Schuld für die Tragödie bei der saudi-arabisch geführten Militärallianz sieht. Die US-Sicherheitszusammenarbeit mit dem sunnitischen Königreich sei «kein Blanko-Scheck» und die Berichterstattung über den Vorfall «zutiefst verstörend», hiess es darin.

Auch wenn die US-Regierung Saudi-Arabien bei der Verteidigung des eigenen Staatsgebiets unterstütze, «müssen und werden wir weiterhin unsere ernsten Bedenken zum Ausdruck bringen über den Konflikt im Jemen und darüber, mit welchen Mitteln er geführt wird», erklärte NSC-Sprecher Ned Price. «Wir haben eine sofortige Überprüfung unserer bereits deutlich reduzierten Hilfe für das saudi-arabisch geführte Bündnis eingeleitet - und wir sind bereit, unsere Unterstützung anzupassen, um den Prinzipien, Werten und Interessen der USA besser gerecht zu werden», heisst es weiter.

Bürgermeister unter den Toten

Dem Sender Almasirah zufolge war auch der Bürgermeister von Sanaa, Abdel Kader Hilal, unter den Todesopfern. McGoldrick forderte nun eine sofortige Untersuchung des Vorfalls: «Die Gewalt gegen Zivilisten im Jemen muss sofort beendet werden», forderte er.

Im Jemen kämpfen seit September 2014 Truppen des sunnitischen Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi gegen vom Iran unterstützte schiitische Huthi-Rebellen und andere Gruppen, die dem ehemaligen Präsidenten Ali Abdallah Saleh die Treue halten.

Die Huthis hatten Anfang 2015 die im Norden gelegene Hauptstadt Sanaa und andere Städte erobert. Seit März 2015 fliegt ein von Riad angeführtes arabisches Militärbündnis Luftangriffe auf die Rebellen. (kad/sda/afp)

Machtkampf im Jemen

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

Abonniere unseren Daily Newsletter

1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Der Fall Khashoggi – wie es nach dem Mord am saudischen Journalisten jetzt weitergeht

Im Fall des verschwundenen Journalisten Khashoggi erhöht sich der Druck auf Saudi-Arabien. Mehrere Länder – darunter die USA – fordern Erklärungen von dem Königreich.

Jüngste Berichte deuten daraufhin, dass Saudi-Arabien den unerwünschten Kritiker Jamal Khashoggi töten liess. Er betrat am zweiten Oktober das saudische Konsulat in Istanbul und ist seither spurlos verschwunden.

In der Nacht war ein höchst brisanter Bericht der «Washington Post» erschienen, der den Verdacht gegen die saudische Staatsführung zu erhärten schien. Demnach sollen türkische Behörden Ton- und Videoaufnahmen haben, die belegen, dass Khashoggi erst verhört, dann gefoltert und …

Artikel lesen