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UN-Resolution über Sklaverei: 3 Länder stimmen dagegen

UN-Resolution über Sklaverei: 3 Länder stimmen dagegen, Schweiz enthält sich

Die Vereinten Nationen haben den transatlantischen Sklavenhandel als «schwerstes Verbrechen gegen die Menschlichkeit» eingestuft. Während sich Europa mehrheitlich enthielt, stimmten drei Länder dagegen.
26.03.2026, 05:5426.03.2026, 05:54

123 Staaten stimmten in der UN-Generalversammlung für eine von Ghana eingebrachte Resolution. Israel, die USA und Argentinien stimmten gegen den Text. Die Schweiz und 51 weitere Länder enthielten sich, wie aus dem von der Uno veröffentlichten Abstimmungsresultat hervorging. Die Resolution ist rechtlich nicht bindend. Sie fordert unter anderem auch die unentgeltliche «unverzügliche und ungehinderte Rückgabe» von Kulturgütern und Kunstobjekten an Herkunftsländer.

The United Nations (UN) flag is seen flying at The Allee des Nations at the European headquarters of the United Nations in Geneva, Switzerland, Wednesday, March 11, 2026. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)
Der europäische UNO-Hauptsitz in Genf.Bild: keystone

Der Handel mit versklavten Menschen aus Afrika und deren rassistisch begründete Versklavung sei «aufgrund des tiefgreifenden Bruchs in der Weltgeschichte, ihres Ausmasses, ihrer Dauer, ihres systemischen Charakters, ihrer Brutalität und ihrer bis heute fortwirkenden Folgen» als das «schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu bewerten», hiess es im Resolutionstext.

Resolution trifft auf US-Widerstand

US-Vertreter Dan Negrea nannte die Resolution höchst problematisch und sagte, der Staatenbund sei nicht gegründet worden, um spezifische Interessen und Agenden voranzutreiben und «internationale Nischentage zu etablieren», wie es auf der UN-Website hiess. Die Abstimmung fällt auf den Gedenktag für die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels.

Vor allem zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert wurden mehrere Millionen Menschen in Afrika versklavt und nach Nord- und Südamerika und in die Karibik gebracht. Etliche überlebten die Überfahrt nicht. Der Sklavenhandel wurde in Grossbritannien am 25. März 1807 verboten. In den USA wurde die Sklaverei 1865 in allen Bundesstaaten offiziell untersagt. Mit der Menschenrechtskonvention der UNO wurde die Sklaverei 1948 weltweit verboten. (sda/dpa)

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57 Kommentare
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Verbesserer
26.03.2026 07:21registriert Mai 2020
"Mit der Menschenrechtskonvention der UNO wurde die Sklaverei 1948 weltweit verboten.“
In Wirklichkeit findet Versklavung heute noch statt. Was nützen Verbote wenn man sie nicht durchsetzen kann? Traurig, dass es im 21. Jahrhundert immer noch solche Verbrechen gibt. Die Haltung der Schweiz finde ich schäbig.
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winglet55
26.03.2026 07:05registriert März 2016
Die Schweiz befürchtet wohl Straf-Zahlungen, da man tief im Sklavenhandel verstrickt. Von den monetären Vorteilen gar nicht zu sprechen. Trotzdem Feigheit der Schweiz!
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Twil
26.03.2026 07:28registriert März 2022
Ich hätte noch gerne gelesen, aus was für einem Grund sich die Schweiz der Stimme enthalten hat. Pfui, Schweiz!
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