Vera Çelik zu Kopftuchverbot an Schulen: «Ich trage ein Kopftuch und bin Feministin»
Der antimuslimische Rassismus hat laut Zahlen des Bundes deutlich zugenommen. Im Jahr 2025 wurden 209 Fälle mehr gemeldet als im Vorjahr. Die Dunkelziffer dürfte um einiges höher sein.
Betroffen davon ist auch die 20-jährige Vera Çelik. Sie ist bald die erste kopftuchtragende Person im Zürcher Gemeinderat. Bei den letzten Stadtratswahlen am 8. März konnte die SP-Politikerin einen Sitz festmachen.
Çeliks Wahl machte nicht nur in der Schweiz Schlagzeilen, sondern fand auch in türkischen Medien grosse Beachtung, die Erdogan-nahen Medien feierten den Erfolg der jungen Politikerin. Dies wurde teils kritisch kommentiert. Çelik hat sich daraufhin von der türkischen Berichterstattung distanziert.
Schon 2025 rückte sie schlagartig in die Öffentlichkeit, nachdem Stefan Büsser in seiner Sendung «Late Night Switzerland» umstrittene Witze über Musliminnen gemacht und Çelik mit Bombenbauern verglichen hat. In der Folge sah sich Çelik mit einer Welle von Hass konfrontiert.
Kopftuchverbot an Schulen
In mehreren Kantonen werden Forderungen nach einem Kopftuchverbot an Schulen immer lauter. Ein solches existiert bisher nicht. Der Bundesrat lehnt ein nationales Verbot ab. Für die Schweizer Regierung ist der Zugang zum Unterricht für die Förderung der Chancengleichheit und Integration zentral.
Die Zürcher SVP hingegen möchte ein solches Verbot auf kantonaler Ebene umsetzen und das Tragen eines Kopftuchs für Lehrerinnen und Schülerinnen untersagen. Das Kopftuch symbolisiere Zwang und Diskriminierung und widerspreche der Verfassung.
Diesen Vorstoss prüft nun der Regierungsrat. Der Aargauer Regierungsrat hatte einen solchen bereits als verfassungswidrig abgelehnt.
Das sagt Vera Çelik dazu
Çelik spricht sich gegen ein Verbot aus. Die Schule sei oft der einzige Ort, an dem betroffene Mädchen Kontakt zu unterstützenden Fachpersonen hätten.
Doch wie lässt sich das mit religiöser Neutralität vereinbaren? Vera Çelik steht im Video dazu Rede und Antwort:
