UN-Resolution über Sklaverei: 3 Länder stimmen dagegen, Schweiz enthält sich
123 Staaten stimmten in der UN-Generalversammlung für eine von Ghana eingebrachte Resolution. Israel, die USA und Argentinien stimmten gegen den Text. Die Schweiz und 51 weitere Länder enthielten sich, wie aus dem von der Uno veröffentlichten Abstimmungsresultat hervorging. Die Resolution ist rechtlich nicht bindend. Sie fordert unter anderem auch die unentgeltliche «unverzügliche und ungehinderte Rückgabe» von Kulturgütern und Kunstobjekten an Herkunftsländer.
Der Handel mit versklavten Menschen aus Afrika und deren rassistisch begründete Versklavung sei «aufgrund des tiefgreifenden Bruchs in der Weltgeschichte, ihres Ausmasses, ihrer Dauer, ihres systemischen Charakters, ihrer Brutalität und ihrer bis heute fortwirkenden Folgen» als das «schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu bewerten», hiess es im Resolutionstext.
Resolution trifft auf US-Widerstand
US-Vertreter Dan Negrea nannte die Resolution höchst problematisch und sagte, der Staatenbund sei nicht gegründet worden, um spezifische Interessen und Agenden voranzutreiben und «internationale Nischentage zu etablieren», wie es auf der UN-Website hiess. Die Abstimmung fällt auf den Gedenktag für die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels.
Vor allem zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert wurden mehrere Millionen Menschen in Afrika versklavt und nach Nord- und Südamerika und in die Karibik gebracht. Etliche überlebten die Überfahrt nicht. Der Sklavenhandel wurde in Grossbritannien am 25. März 1807 verboten. In den USA wurde die Sklaverei 1865 in allen Bundesstaaten offiziell untersagt. Mit der Menschenrechtskonvention der UNO wurde die Sklaverei 1948 weltweit verboten. (sda/dpa)
