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Chapeco – der Traum einer ganzen brasilianischen Kleinstadt ist zerschellt



Flugzeug mit brasilianischem Erstliga-Team abgestürzt

Die meisten Opfer des Flugzeugabsturzes in Kolumbien waren Mitglieder des brasilianischen Fussball-Klubs Chapecoense. Die Mannschaft war auf dem Flug zum Hinspiel der Copa Sudamericana gegen Atletico Nacional Medellín.

Der Traum einer ganzen brasilianischen Kleinstadt zerschellte am späten Montagabend in den Hügeln des Hinterlandes von Kolumbiens Metropole Medellin. Beim Absturz von Flug 2933 der bolivianischen Gesellschaft LaMia Airlines sassen 48 Mitglieder der Associação Chapecoense de Futebol im Flieger. Die Mannschaft war auf dem Weg zum Hinspiel der Copa Sudamericana, dem lateinamerikanischen Pendant zur Europa League.

Chapeco, Zentrum

Das Zentrum von Chapeco. Bild: Wikimedia

Klarer Aussenseiter

Gegen den prominenten Grossklub Atletico Nacional Medellín war Chapecoense zwar klarer Aussenseiter. Doch der mit Abstand grösste Triumph des erst 43 Jahre alten Vereins lag trotzdem zum Greifen nahe. Und vor allem: Die Teilnahme am Final eines bedeutenden internationalen Wettbewerbs war in Chapeco seit der Qualifikation von letzter Woche das grosse Thema. Nun findet das Spiel nicht statt – und der Klub wird aufgrund tragischer Umstände und nicht wegen sportlicher Erfolge weltberühmt. Nur drei Spieler überlebten den Absturz.

Bislang war Chapecoense kaum über die brasilianischen Grenzen hinaus bekannt. Im Süden des Landes beheimatet, stand er hier unten im Grenzgebiet zu Uruguay und Argentinien im Schatten der beiden Grossklubs aus Porto Alegre, Grêmio und Internacional. Und auch die Vereine Santos, Palmeiras und FC São Paulo aus dem Grossraum der grössten südamerikanischen Stadt sind nicht weit.

Kathedrale von Chapeco

Kathedrale Santa Catarina von Chapeco. Bild: Wikimedia

Fusion von Lokalvereinen

Chapeco hat bloss 200'000 Einwohner, hundert Mal weniger als São Paulo. Auf die überregionale Fussball-Landkarte schaffte es der ACF erst vor drei Jahren, als er erstmals in die Serie A Brasiliens aufstieg. Dort etablierte er sich als Mittelfeldklub, ehe in diesem Jahr die Qualifikation für die Copa Sudamericana folgte und mit Siegen gegen Cuiaba (BRA), Independiente Buenos Aires (ARG), Atletico Barranquilla (COL) und San Lorenzo (ARG) der Final erreicht wurde.

Google Maps

Gegründet wurde Chapecoense 1973 durch eine Fusion der Lokalvereine Atletico und Independente. Bekannte Spieler oder Trainer konnte sich der Klub nie leisten. Wenn, dann wurden Spieler berühmt, als sie längst nicht mehr für Chapecoense im Einsatz standen. So wie der frühere deutsche Internationale Paulo Rink, der lange Zeit vor seinem Engagement bei Bayer Leverkusen in Chapeco spielte. Oder Romulo, der es über Hellas Verona vor zwei Jahren zu einem Vertrag bei Juventus Turin schaffte. Auch in seiner Karriere war Chapecoense eine Station.

epa05651621 A picture dated 23 November 2016 and made available on 29 November 2016 shows players of the Brazilian Chapecoense soccer team before their semifinal match of the South American Cup, at the Conda Arena of Chapeco, Brazil. A plane reportedly carrying 81 people, including the players of the Brazilian soccer club Chapecoense, has crashed on 29 November 2016. The plane was said to have crashed in a mountainous area outside Medellin as it was approaching the Jose Maria Cordoba airport, media said. The cause of the incident is yet uknown. The Chapecoense were scheduled to play in the Copa Sudamericana final against the Medellin's Atletico Nacional on 30 November.  EPA/MARCIO CUNHA

Das Chapecoense-Team am 23. November 2016. Bild: EPA/EFE

Diese Auflistung wird nun leider um drei Namen verlängert. Keeper Danilo (31), Ersatztorhüter Jackson Follmann (24) und Verteidiger Alan Ruschel (27) heissen die drei Spieler, welche den Absturz von Flug 2933 bei Medellin überlebt haben. (dhr/aeg/sda)

Sportteams, die mit dem Flugzeug abstürzten

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • nick11 29.11.2016 13:11
    Highlight Highlight Geht es nur mir so oder liest sich dies als ob es schlimmer wäre, dass sie das Spiel nicht spielen konnten als das die vielen Menschen gestorben sind?
    • Datsyuk * 29.11.2016 13:40
      Highlight Highlight Geht wohl nur dir so.
    • Stinkstiefel 29.11.2016 13:42
      Highlight Highlight Es liest sich tatsächlich so...
      Wahrscheinlich auch der Grund weshalb aus einem regionalen Zentrum mit 200-tausend Einwohnern eine Kleinstadt wird

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