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Mutmassliche IS-Frauen aus Syrien nach Deutschland zurückgebracht

07.10.2021, 06:32

Mit einer weiteren Rückholaktion hat die deutsche Bundesregierung acht Frauen nach Deutschland fliegen lassen, die sich vor einigen Jahren der Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) angeschlossen haben sollen. Zuletzt lebten die deutschen Frauen und ihre 23 Kinder im Gefangenenlager Roj im Nordosten Syriens, das unter kurdischer Verwaltung steht.

Eine Chartermaschine mit ihnen an Bord landete am Mittwochabend kurz vor Mitternacht auf dem Frankfurter Flughafen. Ein Grossteil der Rückkehrerinnen sei nach der Landung in Haft genommen worden, teilte Aussenminister Heiko Maas (SPD) mit.

Aussenminister Heiko Maas möchte den Kindern der Frauen ein Leben in Sicherheit ermöglichen.
Aussenminister Heiko Maas möchte den Kindern der Frauen ein Leben in Sicherheit ermöglichen.Bild: keystone

In der Chartermaschine waren zudem 3 Frauen und ihre 14 Kinder, die von der dänischen Regierung zurückgeholt wurden. Die Aktion wurde nach Angaben des Auswärtigen Amtes von den USA logistisch unterstützt.

«Die Kinder trifft keine Schuld an ihrer Lage. Es ist richtig, dass wir alles dafür tun, ihnen ein Leben in Sicherheit und einem guten Umfeld zu ermöglichen», erklärte Maas. «Die Mütter werden sich vor der Strafjustiz für ihr Handeln verantworten müssen.»

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen lagen gegen sechs Frauen Haftbefehle vor, darunter drei vom Generalbundesanwalt. Das Jugendamt prüfe, wo ihre Kinder unterkommen können. Wie das Nachrichtenmagazin «Spiegel» berichtete, hatten die Frauen im Alter von 30 bis 38 Jahren mit ihren Kindern teils jahrelang in einem Gefangenenlager gesessen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Bundesregierung Frauen zurückholen liess, die einst aus Deutschland in das IS-Gebiet gereist waren. Nach Informationen der «Bild»-Zeitung ist es aber die bislang grösste. Mehrere frühere IS-Rückkehrerinen mussten sich nach Ankunft in Deutschland bereits wegen Terrorverdachts und anderer Vorwürfe vor Gericht verantworten.

Aussenminister Maas verwies auf die schwierige humanitäre Situation in Nordostsyrien, wo Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen seien. Die Corona-Pandemie und der wirtschaftliche Kollaps hätten die Lage verschärft. Die kurdische Selbstverwaltung habe die Vorbereitung der Rückholaktion unterstützt. Bei den nun Zurückgeholten handele es sich um Fälle, die als besonders schutzbedürftig eingestuft wurden. Darunter seien vor allem Kinder, die krank seien oder Sorgeberechtigte in Deutschland hätten, sowie deren Geschwister und Mütter. Maas sprach von einem «Kraftakt». (saw/sda/dpa)

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