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Hier passierte die damals 15-Jährige die Sicherheitskontrolle am Gatwick-Flughafen in London. Ziel: Syrien.
Hier passierte die damals 15-Jährige die Sicherheitskontrolle am Gatwick-Flughafen in London. Ziel: Syrien.
Bild: EPA/LONDON METROPLITAN POLICE

Sie floh als 15-Jährige zum «IS» – jetzt bittet Begum England um Verzeihung

Die britische Schülerin Shamima Begum schloss sich mit 15 dem «IS» an. Mittlerweile sitzt sie in einem Gefängnis in Syrien – und bittet Grossbritannien um Verzeihung.
15.09.2021, 18:0616.09.2021, 12:27

«Ich weiss, dass es sehr schwer für sie ist, mir zu vergeben», sagte Shamima Begum (22) am Mittwoch dem Fernsehsender ITV in einem Gespräch aus Syrien. «Aber ich sage aus tiefstem Herzen, dass es mir so leid tut, wenn ich jemals jemanden beleidigt habe, indem ich hierher gekommen bin, wenn ich jemals jemanden mit dem, was ich gesagt habe, beleidigt habe.» Britische Medien wiesen darauf hin, dass sich Begum demonstrativ mit ärmellosem Top und Basecap zeigte.

Begum hatte sich als 15-Jährige dem IS angeschlossen und einen Dschihadisten geheiratet. Die britische Regierung entzog ihr die Staatsbürgerschaft, und das Oberste Gericht untersagte ihr, die Entscheidung in Grossbritannien anzufechten.

Begum beteuerte, sie habe sich nicht an terroristischen Handlungen beteiligt. Sie sagte:

«Das einzige Verbrechen, das ich begangen habe, war, so dumm zu sein und dem ‹IS› beizutreten.»

Innenminister verteidigt Entscheidung

Der damalige Innenminister Sajid Javid verteidigte die Massnahme, der jungen Frau die Staatsbürgerschaft zu entziehen. «Es war eindeutig die richtige Entscheidung, um die Briten zu schützen», sagte der heutige Gesundheitsminister bei ITV. Der Schritt sei moralisch und juristisch korrekt gewesen. «Wenn Sie wüssten, was ich weiss (...), würden Sie dieselbe Entscheidung treffen», sagte Javid.

Der Fall wurde in Grossbritannien kontrovers diskutiert, zumal bekannt wurde, dass die junge Frau drei Kinder verloren hat. Begum selbst war in Grossbritannien geboren worden und war Britin von Geburt an. Die Regierung betonte, dass sie nicht staatenlos geworden sei, weil sie auch Anspruch auf die bangladeschische Staatsbürgerschaft hat. Begum hat aber nie in dem südasiatischen Land gelebt und behauptet, dort drohe ihr die Todesstrafe.

(jaw/sda/dpa)

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Jürgen Todenhöfer im Islamischen Staat

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