International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Osama bin Ladens Mutter

bild: screenshot guadian / bearbeitung: watson 

Das sagt Osama Bin Ladens Mutter über ihren Sohn, den Terrorfürsten

Sie zog den Weltterroristen Nummer eins gross: Alia Ghanem ist Osama Bin Ladens Mutter. 17 Jahre nach 9/11 gab sie dem britischen «Guardian» in Dschidda ihr erstes Interview. Zu Wort kommen auch Bin Ladens Halbbrüder. 

03.08.18, 12:16 04.08.18, 07:56


Alia Ghanem hat erstmals seit Jahren einen Journalisten empfangen, um zu erklären, was ihren Sohn zum Weltterroristen Nummer eins gemacht hat. Ghanem ist 1934 nahe der syrischen Stadt Latakia geboren. Mit 14 Jahren wurde sie mit einem saudischen Baulöwen verheiratet, der bereits zehn Mal verheiratet und 28 Jahre älter war als sie. 1956 zogen die Eheleute nach Riad, wo ein Jahr später Osama zur Welt kam. Der spätere Chef des Terrornetzwerks al-Qaida war im Mai 2011 von einem US-Kommando in seinem Versteck in Pakistan getötet worden. Zuletzt habe sie Osama Bin Laden 1999 in Afghanistan gesehen, erzählt Ghanem.

Die Familie Bin Laden gehört in Saudi-Arabien immer noch zu den reichsten des Landes und ist dort wichtiger Teil der höheren Gesellschaft. Ein Mitarbeiter der Regierung ist bei dem Interview, das die Reporter im Juni in Dschidda führten, anwesend, greift aber laut «Guardian» nicht ein. Offenbar hoffe die saudische Regierung, dass aus den Gesprächen hervorgehe, dass ein Aussenstehender und kein Agent für die 9/11-Anschläge verantwortlich ist, schreibt die Zeitung.

Zu Wort kommen im «Guardian»-Interview auch zwei Halbbrüder Bin Ladens Ahmad und Hassan und sein Schwiegervater Mohammed al-Attas. Hier die spannendsten Aussagen des Gesprächs. 

«Er hätte nie zugegeben, was er treibt, weil er mich so sehr liebte.»

Bin Ladens Mutter Alia Ghanem über ihren Sohn

Osama habe sich während seinem Studium in Dschidda radikalisiert, als er Mitglieder der Muslimbrüder kennenlernte, sagt seine Mutter Alia Ghanem. Insbesondere Abdallah Yusuf Azzam, der als Vordenker des modernen islamistischen Terrors gilt, habe ihn beeinflusst. Er habe eine Gehirnwäsche verpasst bekommen:

«Er ist ein anderer Mensch geworden. Ich hätte ihm gesagt, sich von solchen Leuten fernzuhalten. Aber er hätte nie zugegeben, was er treibt, weil er mich so sehr liebte.»

«Ich spreche in den meisten Wochen mit seinem Harem.»

Bin Ladens Mutter Alia Ghanem über ihre Schwiegertöchter

Nach Bin Ladens Tod erlaubte der damalige Kronprinz Mohammed ibn Naif Bin Ladens Frauen und Kindern, nach Saudi-Arabien zurückzukehren. Mindestens zwei seiner Frauen leben heute in Dschidda. Bis heute dürfen sie das Königreich jedoch nicht verlassen. Alia Ghanem pflegt regen Kontakt zu ihren Schwiegertöchtern. «Sie wohnen in der Nähe.»

«Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass eine Mutter selten eine objektive Zeugin ist.»

Osama Bin Ladens Halbbruder Ahmad über seine Mutter 

Laut seinen Halbbrüdern Ahmad und Hassan verschliesst Alia Ghanem die radikale Seite Bin Ladens. Sie schiebe die Schuld seinem Umfeld zu – anders als der Rest der Familie. 

«Es ist jetzt 17 Jahre her [seit 9/11] und sie verleugnet weiterhin Osama. Sie hat ihn so sehr geliebt und weigert sich, ihm etwas vorzuwerfen. Sie kennt nur die Seite des guten Jungen, die Seite, die wir alle sahen. Sie hat die dschihadistische Seite nie kennengelernt.»

«Wir wussten es von Anfang an [dass es Osama war], innerhalb der ersten 48 Stunden.»

Osama Bin Ladens Halbbruder Ahmad

Die Familie hätte innerhalb der ersten zwei Tage erfahren, dass ihr Bruder hinter den Anschlägen steckt, sagen die Brüder. 

«Ich war schockiert, betäubt. Von den Jüngsten bis zu den Ältesten schämten wir uns alle für ihn. Wir wussten, dass wir nun alle mit schrecklichen Konsequenzen rechnen müssten.»

Ahmad über die frühen Berichte aus New York

Nach den Anschlägen mit fast 3000 Toten seien alle Familienmitglieder Bin Ladens innerhalb weniger Tage vom Ausland zurück nach Saudi-Arabien gekommen. Sie hätten in Syrien, Libanon, Ägypten und Europa verstreut gelebt. Die Familie sagt, dass sie alle von den Behörden befragt und für eine gewisse Zeit unter Hausarrest gestanden hätten. Fast zwei Jahrzehnte später können sich die Bin Ladens innerhalb und ausserhalb des Königreichs relativ frei bewegen. 

«Hamza [Bin Ladens Sohn] sagte: ‹Ich werde meinen Vater rächen.›»

Osama Bin Ladens Halbbruder Hassan über seinen Neffen

Abschliessen kann der Clan mit dem Thema Radikalismus immer noch nicht. Bin Ladens jüngster Sohn, der 29-jährige Hamza, wurde letztes Jahr von den USA offiziell zum «globalen Terroristen» erklärt. Er scheint unter der Schirmherrschaft des neuen Anführers von Al-Qaida, Ayman al-Zawahiri, die Rolle seines Vaters übernommen zu haben. Es wird vermutet, dass er sich in Afghanistan aufhält.

Die Familie steht seither unter strenger Beobachtung der saudischen Regierung. Bin Ladens Brüder zeigen sich bestürzt über den Weg Hamzas, schütteln laut dem «Guardian»-Journalisten die Köpfe. 

«Wir dachten, dass alle darüber hinweg sind. Dann sagte Hamza: ‹Ich werde meinen Vater rächen.› Ich möchte das nicht noch einmal durchmachen. Wenn Hamza jetzt vor mir wäre, würde ich ihm sagen: ‹Gott führe dich. Denke zweimal darüber nach, was du tust. Gehe nicht den selben Weg wie dein Vater. »

Osama Bin Ladens Halbbruder Hassan klagt über seinen Neffen

Osama Bin Laden in den Ferien in Schweden 1971 (zweiter von rechts).

Diese viralen Videos waren auf Osama Bin Ladens Computer:

Video: watson

Die Tricks der Terroristen

Das könnte dich auch interessieren:

«Jetzt gegensteuern, sonst werden die Folgen fatal sein»: 11-Jährige erleiden Burn-out

Wie du dir als Gymi-Schüler die Lehre vorstellst – und umgekehrt

«Aus Gewissensgründen» – Diese Apothekerin verbannt Homöopathie aus Regalen

Der Kampf um die Seele der Amerikaner hat begonnen

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

Abonniere unseren Daily Newsletter

27
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • TanookiStormtrooper 04.08.2018 19:03
    Highlight Interessant ist doch das Bild aus den 70ern. Was ist denn mit der "Tradition" der Vollverschleierung passiert? Die sehen ja alle ganz normal und angepasst aus (also für 70er Verhältnisse...).
    17 1 Melden
  • Billy the Kid 04.08.2018 08:33
    Highlight Man konnte jahrelang auf der Website der CIA / des FBI sich den Steckbrief von Osama anschauen.
    Alles mögliche war da gelistet - ausser die Drahtzieherschaft von 911. Könnte es sein, dass die Herrschaften in den Geheimdiensten selber sich nicht so ganz sicher waren ob die offizielle Version der Wahrheit entspricht?
    10 18 Melden
    • Sebastian Wendelspiess 04.08.2018 12:21
      Highlight Also offiziell gibts keine Beweise für die Täterschaft von OBL. da nützt auch alles blitzen nichts 😂
      10 8 Melden
  • rudolf_k 03.08.2018 17:14
    Highlight Jabba the Hut, bist du es??
    26 10 Melden
  • axantas 03.08.2018 15:12
    Highlight Er ist weg. Mehr interessiert nicht.
    Schon gar keine Rechtfertigung oder Verteidigung.
    36 77 Melden
  • SchweizAbschaffen 03.08.2018 14:03
    Highlight Man hätte Bin Laden auch festnehmen und in den USA vor ein Gericht stellen können.

    Mit dem Entscheid ihn vor Ort zu ermorden, hat man auch ganz bewusst auf ein Gerichtsverfahren verzichtet.

    Schade.
    76 114 Melden
    • Pisti 03.08.2018 15:13
      Highlight Na klar sonst wäre ja die Wahrheit ans Licht gekommen. Bin Laden wurde jahrelang von den USA finanziert. Zudem war die CIA ja bei Nine/Eleven mit im Boot.
      82 92 Melden
    • Luisigs Totämuggerli 03.08.2018 15:35
      Highlight ja klar, als ob jemand, der für den Tod von fast 3000 Unschuldigen noch ein Prozess verdient hätte...
      53 126 Melden
    • Jolimeme 03.08.2018 17:57
      Highlight @Lustigs Totämuggerli
      Genau das macht den Rechtsstaat aus, dass jeder, egal was er getan hat, das Recht auf ein Verfahren hat. Eine der wichtigsten Dinge, die ich mir vorstellen kann. Auch wenn er ein Verbrecher und Mörder ist, Recht ist Recht
      106 18 Melden
    • loquito 03.08.2018 18:58
      Highlight @Luis... Sag das mal allen US Präsidenten der letzten fast100Jahre... Keiner kam auch nur vor Gericht und das obwohl mehr als 3000 Tote auf dem Gewissen...
      50 12 Melden
    • reaper54 03.08.2018 20:41
      Highlight @mit so einem namen sollte man garnicht kommentieren
      na klaar man kann einfach so locker flockig jemanden Verhaften der mit einer Kalashnikow auf einen selbst ziehlt... ganz ehrlich wo leben Sie denn? Das ist nicht Hollywood das ist das reale Leben...
      @Pisti mimimi ja klar die CIA hats gesprengt, immer diese Verschwörungstheorien... schonmal einen Stahlträger aus dem WTC begutachten können? Ach, nein? Ich durfte das und eins sieht man ziemlich gut gesprengt wurde der glasklar nicht!
      22 37 Melden
    • Miikee 04.08.2018 05:53
      Highlight @reaper54
      Konntest du auch die Teile vom WTC 7 ansehen? Was war dort los, spontane Altersschwäche?
      19 17 Melden
  • salamandre 03.08.2018 13:49
    Highlight klingt wie Herzschmerz,,,was es wohl eher nicht ist.
    18 11 Melden
  • Radiochopf 03.08.2018 13:09
    Highlight Der Westen und vorallem die USA verleugnen genauso gerne wie seine Mutter, dass er von der CIA ausgebildet und finanziert wurde um die Russen in Afghanistan zu töten "Anti-Soviet warrior puts his army on the road to peace", so feirte ihn die britsche Zeitung the Independent 1993. Das er sich nach dem Afghanistan-Krieg gegen die USA gerichtet hat, zeigt nur was nach dem Syrien-Krieg passieren kann.. die Saudis+USA haben tausende von "syrischen Rebellen" finanziert und ausgebildet und die werden sich genu so rächen.. die Geschichte wird sich leider wiederholen, nichts aus den Fehlern gelernt!
    266 38 Melden
    • AdiB 03.08.2018 13:51
      Highlight weil osama sich gegen seine familie und usa sich richtete, hatte er grossen zulauf aus saudi arabien und den umligenden ländern. die familie bin laden ist wahrscheinlich wenn nicht sogar die unbelibteste familie im nahen osten. mitverantwortlich für viel leid und ausbeutung von arbeiter. soviel geld und nie haben sie was für die allgemeinheit gemacht. mit dem bau des bin laden towers in mekka, haben sie noch dazu den zorn der konservativen muslime auf sich gezogen. mit ihren einfluss und macht könnten sie viel bewirken im nahen osten. aber ohne zerstörung kein bauaufträge.
      58 10 Melden
    • Die verwirrte Dame 03.08.2018 14:31
      Highlight „Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt.“
      101 3 Melden
    • Kubod 03.08.2018 15:14
      Highlight Nein Radiochopf
      Der Westen verleugnet das nicht.
      Die kontroverse und ausführliche Diskussion darum ist vor lange Zeit von den Staaten nach Europa geschwappt. Deshalb weisst Du davon.
      Der Vorwurf des Verleugnens geht ins Leere.

      Deshalb war man in Syrien auch vorsichtiger und hat am Schluss nur noch wirklich mit den basisdemokratischen Kurden zusammengearbeitet.

      Und diese dann den Türken geopfert. Das ist für mich die eigentliche Schweinerei.

      Was Bin Laden angeht: Er hat sich zu den Teroranschlägen entschieden. Er. Niemand hat ihn dazu gezuwngen.
      84 12 Melden
    • durrrr 03.08.2018 15:38
      Highlight Das leugnet doch keiner mehr. So funktioniert nun mal internationale Interessenspolitik. Sogar der vietnamesische Nationalist Ho Chi Min und seine Vietminh wurden am Anfang vom amerikanischen Geheimdienst gegen die franz. Besatzung unterstützt. Immerhin waren die Amis konsequent und schickten die Geister, die sie riefen (Saddam und Osama) wieder zurück in die Wüste. Bei Ho gings dann halt nach hinten los^^

      Als verlogen würde ich viel eher die Russen bezeichnen, die tatsächlich noch behaupten, ihre Bürger würden in einem freien Land leben...
      33 29 Melden
    • leu84 03.08.2018 16:39
      Highlight Das zeigt die Geschichte oft, wenn die unterstützten Rebellen sich ausgenutzt fühlen, dann hegen sie ihren eigenen Kampf. Sei es aus Rache oder eigene Ursprungsideologie. Die Kampfzone Syrien /Irak ist noch lange nicht gegessen.
      33 2 Melden
  • AdiB 03.08.2018 12:50
    Highlight ach tun mir die bin ladens leid. 100te von milliarden schwer und mussten sowas durch machen. die mutter sitzt nur in einem vergoldeten sessel der wahrscheinlich mind. 18 karat hat. die arme musste soviel durch machen und nach dem tot ihres mannes gehörte alles ihr, war bestimmt hart mit all diesen milliarden. [ironie off]
    57 90 Melden
    • elias776 03.08.2018 13:43
      Highlight Das ist Sarkasmus, nicht Ironie.
      125 20 Melden
    • Raphael Stein 03.08.2018 13:46
      Highlight Man leidet mit Geld und man leidet ohne Geld.
      113 10 Melden
    • AdiB 03.08.2018 13:57
      Highlight da haben wohl einige nicht fertig gelesen oder empfinden wirklich mitleid mit dieser familie. den blitzern ist hoffendlich bewusst dass diese familie stark interessiert ist dass im nahen osten vieles zerstörd wird. denn dann gibts neue bauaufträge.
      30 38 Melden
    • AdiB 03.08.2018 14:05
      Highlight @elias. dan halt [sarkasmus off]. mir ist wichtig dass man weiss dass ich es nicht so meine und kein mitleid habe. bin halt ein bisschen wütent über diesen artikel. es liesst sich mir, als müsste ich mitleid haben. habe ich nicht und werde es nie. soviele menschen sind wegen dieser familie gestorben oder vertrieben und dass nicht nur wegen osama sondern auch wegen der geldgier der familie. diese frau ist eine mutter und ich kann verstehen dass sie um ihren sohn trauert. aber sie hat auch dreck am stecken.
      31 27 Melden
    • Junges Blut 03.08.2018 14:07
      Highlight Du hast es verstanden AdiB: Geld macht glücklich...
      Stell dir vor, dein Sohn ermordet nur einen einzigen Menschen, es müssen nicht gleich Tausende sein. Wie würde es dir wohl gehen?
      38 11 Melden
    • AdiB 03.08.2018 14:17
      Highlight @junges blut. ich wäre wohl traurig und wütend über mich, meinem sohn nicht wirklich beigebracht zu haben. ich würde aber, so hart es klingt, meinem sohn nicht mehr den rücken stärken. er sollte lernen dass so eine handlung nicht tolerierbar ist und konsiquenzen haben kann. solange er mir nicht beweisst das er wieder auf dem richtigen weg ist
      21 31 Melden
    • Raphael Stein 03.08.2018 15:08
      Highlight Stell dir vor, dein Sohn ermordet nur einen einzigen Menschen, es müssen nicht gleich Tausende sein. Wie würde es dir wohl gehen?

      Tausend mal besser?
      15 19 Melden

Die «Queen of Soul» lebt nicht mehr: Aretha Franklin ist gestorben

Wer Aretha Franklin live erlebte, dem konnte ihre Stimme ins Mark gehen. Ihr wuchtiger Soul liess schnell vergessen, dass sie die wenigsten ihrer Hits selbst schrieb. Zu den Jahren voller sozialer Umbrüche in den USA lieferte Franklins Gesang den Soundtrack.

Wie viele Menschen müssen in diesen Takten Kraft getankt haben: Steil ansetzende Bläser, dazu ein heiter verzerrtes Gitarrenriff und dann eine Aretha Franklin, die mit all ihrem Soul ins Mikrofon schmettert: «What you want / Baby, I got it …

Artikel lesen