International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Ich habe Angst, dass ich heute Abend sterbe» – Siebenjährige twittert aus Aleppo

04.10.16, 16:48 05.10.16, 07:32
Lena Rhyner
Lena Rhyner



Das Mädchen steht im Nachthemd vor dem Fenster und hält sich die Ohren zu. Bomben explodieren lautstark in der Dunkelheit, in der Ferne schreien Menschen. «Ich will das nicht mehr hören!», ruft die Kleine. Panische Angst ist ihr ins Gesicht geschrieben.

Das Mädchen heisst Bana Al-Abed. Sie ist sieben Jahre alt und lebt mir ihrer Mutter und ihren Brüdern in Aleppo. Seit September berichtet sie mit Hilfe ihrer Mutter auf Twitter täglich, was in der heftig umkämpften Stadt passiert. Die Tweets erschüttern.

Ihre Tweets sind auf Englisch, da ihre Mutter Lehrerin ist. Fatemah Al-Abed brachte ihrer Tochter schon sehr früh Englisch bei. Auch Bana möchte einmal Lehrerin werden.

Mit ihren Tweets hat Bana in nur fünf Wochen 27'000 Follower gewonnen. Unter dem Hashtag #SaveAleppo loben viele das Engagement des kleinen Mädchens.

«Wir können kein normales Leben führen», sagte ihre Mutter dem «Guardian» bei einem Skype-Gespräch. «Ständig hört man die Bomben, nicht einmal in der Nacht hören sie auf. Wenn man vier Stunden Schlaf kriegt, ist das ein Wunder.»

«Wir haben viele Träume für uns selber und unsere Kinder», sagt Fatemah. «Wir wollen sie schützen. Wir konnten unser Leben bereits leben, unsere Kinder nicht.»

Das Haus zu verlassen ist für die Kinder keine Option. Bana vertreibt sich die Zeit, indem sie Bücher liest oder mit ihren Brüdern spielt. Der Spielplatz vor ihrem Haus wurde gerade durch Bomben zerstört.

Eines der grössten Probleme der Menschen in Aleppo sei jedoch die Wasser- und Lebensmittelknappheit, ergänzt Bana bei Mashable. Frisches Gemüse oder Früchte gibt es schon lange nicht mehr, die Pasta- und Reisvorräte sind auch bald aufgebraucht. Das Wasser, wenn überhaupt welches vorhanden ist, sei schmutzig.

Doch warum ist die Familie nicht geflüchtet? «Du kannst deine Heimat nicht einfach so verlassen. Aleppo ist da, wo meine Eltern lebten, es ist unser Land, unser Zuhause, unser Atem», so Mutter Fatemah.

Bomben-Regen über Aleppo

Sie sind alle kleine Abads: Die Kinder in Kriegsregionen

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

Abonniere unseren Daily Newsletter

7
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • opwulf 05.10.2016 13:48
    Highlight Das erste Opfer eines Krieges, ist immer die Wahrheit...
    Ich weiss nicht mehr was ich glauben soll, da es der Wahrheit entspricht, oder ob es ein Fake ist, der uns emotional auf die eine oder andere Seite ziehen möchte?
    Ein Bsp.? Hier:



    und hier:



    und hier noch einen Zeitungsartikel über die Macht der Bilder:

    http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/diverses/Krieg-der-Bilder--und-der-Blick-dahinter/story/24923539
    3 0 Melden
  • Der Beukelark 05.10.2016 07:07
    Highlight Und ihr als kritische Journalisten glaubt also, dass die Kleine diese Tweets selber verfasst? Mit sieben Jahren in perfektem Englisch. Ehm?
    13 13 Melden
    • Laurent 05.10.2016 08:20
      Highlight @Der Beukelark: Nein, darum steht da: «Seit September berichtet sie mit Hilfe ihrer Mutter auf Twitter täglich, was in der heftig umkämpften Stadt passiert.»
      13 4 Melden
    • Fumo 05.10.2016 08:43
      Highlight Und was wenn hier eine Mutter ihr Kind instrumentalisiert? Auch daran gedacht?
      Warum sind die Kritiken in den Tweets an Putin gerichtet? Bomben da nicht auch die USA mit den Türken?
      Könnte es nicht sein dass es eine Desinformations- und Hetzkampagne ist?
      10 10 Melden
    • auslandbasler 05.10.2016 10:26
      Highlight Instrumentalisiert? Dort leben Kinder und sie haben Angst. Hunger. Träume. Und diese werden zerstört. Ob diese Tweets nun echt sind oder nicht, es ist eine Schande, dass dieser Krieg so viel Leid verursacht und wir dabei zusehen und es nur um allfällige Schuldzuweisungen an die falschen geht.
      Die Kinder sind unschuldig, sie müssen um jeden Preis geschützt werden.
      4 4 Melden
    • ElendesPack 05.10.2016 10:37
      Highlight Da steht doch, dass es ein siebenjähriges Kind ist und die allgemeine Kiddie-Trigger-Regel besagt, dass dann alles Weitere unbedingt wahr und unwidersprechbar ist.

      DENKT DENN NIEMAND AN DIE KINDER??????
      9 2 Melden

Warum Teenies ausserhalb der Schweiz gerade eine Existenzkrise haben

In einem deutschen Kinderzimmer spielte sich vor wenigen Tagen Dramatisches ab: Ein schluchzender Teenie liegt zusammengerollt auf dem Bett, die Mama steht ratlos daneben. Die Mutter heisst in diesem Fall Nele Heine und beschreibt auf ihrem Blog eine Situation, die sich aktuell in vielen Haushalten der EU abspielen dürfte. Denn etwas Furchtbares ist geschehen: Der unter 16-jährigen Instagram-Generation wurde ihre namensgebende Plattform weggenommen.

Der Bösewicht? Die neue …

Artikel lesen