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US-Wintersturm: Mehr als 1 Mio. Menschen ohne Strom – mehrere Todesopfer

Architect of the Capitol workers clear snow outside the U.S. Capitol, Sunday, Jan. 25, 2026, in Washington. (AP Photo/Julia Demaree Nikhinson)
Ein Arbeiter versucht dem Schnee vor dem Capitol in Washington Herr zu werden.Bild: AP

US-Wintersturm: Mehr als 1 Million Menschen ohne Strom – mehrere Todesopfer

Die Folgen des Wintersturms in den USA werden immer heftiger. Mehr als eine Million Stromkunden waren am Sonntagnachmittag (Ortszeit US-Ostküste) von Ausfällen betroffen, wie die Übersichtsseite poweroutage.us, die Daten von Energieversorgern zusammenträgt, auflistete. Zu Ausfällen kam es in Haushalten in südlichen Bundesstaaten wie Tennessee, Texas und Louisiana, aber auch an der Ostküste waren Regionen betroffen.
25.01.2026, 21:2126.01.2026, 08:58

Ein Problem für die Energieversorgung ist die Last des Schnees und Eises auf den oberirdischen Leitungen. Auch umknickende Bäume können die Versorgung unterbrechen.

Tote in Louisiana und New York City gemeldet

Inzwischen gibt es auch Tote wegen des Wintersturms. Zwei Männer starben an Unterkühlung in der Region Caddo Parish im Bundesstaat Louisiana, wie die zuständige Gesundheitsbehörde mitteilte. Das Alter der Männer sei unbekannt.

Auch an der Ostküste fordert der Sturm Todesopfer. In New York bestätigte Bürgermeister Zohran Mamdani fünf Todesfälle im Zusammenhang mit dem Unwetter.

Der Wintersturm erfasste den Süden, Mittleren Westen und auch die Ostküste der Vereinigten Staaten. 190 Millionen Bewohner der USA sind nach Behördenangaben betroffen. Die Bundesstaaten und auch die US-Regierung bat die Einwohner der Vereinigten Staaten, am besten zu Hause zu bleiben.

Seit Tagen warnen US-Meteorologen vor einem der wohl grössten Winterstürme der vergangenen Jahre. Zahlreiche Staaten haben den Notstand ausgerufen, um im Ernstfall schneller Hilfsgelder und Personal mobilisieren zu können.

Weisse Schneedecke bedeckt New York und Washington

In der US-Hauptstadt Washington war auf dem sonst befahrenen Highway nichts los. Auch die Strassen in der Stadt waren leer. Der Flughafen Ronald Reagan, den die Amerikaner für Inlandsflüge nutzen, hatte so gut wie alle Flüge gestrichen.

Die Einwohner der Hauptstadt wurden aufgerufen, Taschenlampen bereitzulegen und ihre Handys vorsorglich aufzuladen. Die Büros der Bundesbehörden sollen am Montag geschlossen bleiben. Trotz der angespannten Lage prägten auch fröhliche Winterszenen das Stadtbild: Mitten in Washington sah man Leute Skifahren und Kinder fuhren an den verschneiten Hängen des Kapitols, in dem das US-Parlament sitzt, Schlitten hinunter.

In den frühen Morgenstunden wurden in Washington minus neun Grad gemessen, in New York minus zwölf Grad. Nach und nach legte sich eine weisse Schneedecke über die Millionenmetropolen, auch über den Central Park im Herzen New Yorks. Nach Angaben von NBC News sollten in allen fünf Stadtbezirken Zentren geöffnet werden, in denen sich New Yorker aufwärmen können. Die Strassen blieben am Morgen weitgehend leer, Räumfahrzeuge waren im Dauereinsatz.

Schnee, Eis und ungewöhnlich Kälte

Aus dem Ort Crested Butte in Colorado - früher eine Bergbausiedlung und heute ein beliebtes Wintersportziel - meldete CNN 58 Zentimeter Schnee. In Teilen Oklahomas fielen demnach bis zu 20 Zentimeter. Einige nutzten das winterliche Wetter für Freizeitaktivitäten: Der Sender zeigte Bilder von Menschen in Oklahoma, die sich bei Schlittenfahrten vergnügten.

Besonders gefährlich sei der gefrierende Regen, der in Teilen von Louisiana eine etwa zwei Zentimeter dicke Eisschicht verursacht habe, hiess es bei CNN. Auch in Mississippi wurde vor Eisablagerungen gewarnt.

Grosse Herausforderungen für Reisende – Tausende Flüge gestrichen

Die Witterung führte nach Angaben der Behörden zu erheblichen Verkehrsbehinderungen und Strassensperrungen, von denen einige mehrere Tage andauern könnten. Menschen wurden aufgerufen, ihre Wohnungen möglichst nicht zu verlassen und das Auto stehenzulassen.

Für Montag haben Schulen in vielen Grossstädten der USA den Unterricht abgesagt oder auf Fernunterricht umgestellt, etwa in New York City, Philadelphia, Boston und Houston, wie der Sender CNN berichtete.

Übers Wochenende seien auch mehr als 15.000 Flüge gestrichen worden, berichtete CNN. Auf Fotos aus der US-Hauptstadt Washington waren menschenleere Terminals zu sehen. (mke/sda/dpa)

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Wintersturm in den USA
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Wintersturm in den USA

Ein Wintersturm mit starkem Schneefall und Eisregen hat den Nordosten der Vereinigten Staaten heimgesucht.

quelle: keystone / olga fedorova
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Hauswurz
25.01.2026 22:06registriert Februar 2017
Die Regierung dürfte Biden die Schuld geben.
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Mg.
25.01.2026 23:29registriert März 2019
Derweil haben in der Ukraine 1.2 Mio Haushalte keinen Strom. Also grob geschätzt annähernd 3 Mio Menschen. Und die werden dem Strom demnächst auch nicht wieder bekommen.
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Gscheitele
25.01.2026 22:17registriert April 2021
Ob daran auch Buden Schuld ist?
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Alex Pretti soll vor tödlichen Schüssen entwaffnet worden sein
Sie hätten aus Selbstschutz gehandelt, heisst es von Seiten der Behörden. Pretti hätte sich den Bundesbeamten heftig zur Wehr gesetzt und sei bewaffnet gewesen. Doch Videoaufnahmen lassen vermuten, dass das nicht stimmt.
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