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epa07091108 Pastor Andrew Brunson (L) prays for US President Donald J. Trump (R) during their meeting in the Oval Office of the White House in Washington, DC., USA, 13 October 2018. Pastor Andrew Brunson arrived back in the USA on 13 October after being released from prison in Turkey on 12 October in which he was held for two years on terrorism charges.  EPA/OLIVIER DOULIERY / POOL

Pastor Brunson sprach ein Gebet für Donald Trump.  Bild: EPA/ABACA PRESS POOL

Pastor bittet Gott um «übernatürliche Weisheit» für Trump – 5 Punkte zur Brunson-Affäre 

14.10.18, 04:01 14.10.18, 08:22


Ausreisesperre und Hausarrest aufgehoben

Nach monatelangem diplomatischen Tauziehen war US-Pastors Andrew Brunson am Freitag freigelassen worden. Er reiste gleichentags aus der Türkei aus. Zwischengelandet war er auf der US-Luftwaffenbasis Ramstein in Rheinland-Pfalz, wo er vom US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, empfangen worden war.

United States ambassador in Germany Richard Grenell talks with the Associated Press during an interview in Berlin, Germany, Tuesday, Aug. 21, 2018 on the deportation of former Nazi concentration camp guard Jakiw Palij to Germany. (AP Photo/Markus Schreiber)

Richard Grenell. Bild: AP/AP

Brunson war im Oktober 2016 wegen Terrorvorwürfen in der Türkei festgenommen und später in Untersuchungshaft genommen worden. Ende Juli hatte ein Gericht die Haft in Hausarrest umgewandelt. Auch zwischen Deutschland und der Türkei hat die Inhaftierung von Bundesbürgern immer wieder zu schwerem Streit geführt.

Brunson beschreibt seine Gefühle, als er in Deutschland ankam.

Trump: «Kein Deal»

Die USA haben nach den Worten von Präsident Donald Trump keine Gegenleistung für die Freilassung von Brunson in der Türkei erbracht. «Ich mache keine Deals für Geiseln», schrieb Trump auf Twitter.

«Es wurde kein Deal mit der Türkei für die Freilassung und Rückkehr von Pastor Andrew Brunson gemacht.» Bei einem Empfang Brunsons im Weissen Haus am Samstag bedankte sich Trump mehrfach beim türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. «Ich möchte Präsident Erdogan dafür danken, das ermöglicht zu haben», sagte er. «Es war nicht leicht, und es war für ihn nicht leicht.» Trump fügte hinzu: «Wir haben lange und hart verhandelt.»

Und was sagte Erdogan?

Erdogan versuchte mit einem Tweet an Trump dem Eindruck entgegenzutreten, dass er auf den Gerichtsbeschluss zu Brunson Einfluss genommen haben könnte. Die türkische Justiz habe ihre Entscheidung auf unabhängige Weise getroffen, betonte Erdogan.

«Herr Präsident, wie ich immer betont habe, hat die türkische Justiz ihre Entscheidung unabhängig getroffen. Ich hoffe, dass die Vereinigten Staaten und die Türkei weiterhin in einer Weise zusammenarbeiten werden, die zwei Verbündeten würdig ist.»

Experten haben Zweifel an der Unabhängigkeit der türkischen Justiz. Ein Gericht in der westtürkischen Küstenmetropole Izmir hatte den Hausarrest und die Ausreisesperre Brunsons am Freitag aufgehoben.

User zerstören iPhone-Geräte für Erdogan:

Video: watson

Wie geht's weiter?

Der Fall Brunson stand im Zentrum einer schweren Krise zwischen Washington und Ankara. Trump hatte im Zuge der Krise Sanktionen gegen zwei türkische Minister verhängt und Strafzölle gegen die Türkei erhöht. Der US-Präsident hatte damit die Talfahrt der Landeswährung Lira noch einmal beschleunigt.

epa06943382 (FILE) - US President Donald J. Trump (L) looks at Turkey's President Recep Tayyip Erdogan (R) at NATO headquarters in Brussels, Belgium, 11 July 2018 (reissued 11 August 2018). Turkish President Erdogan condemned US President Trump's doubling of tariffs on Turkish steel and aluminium imports up to 50 percent. The Turkish lira plunged over 20 percent against the US dollar after Trump's announcement on 10 August 2018, which has been exacerbated over the disputed imprisonment of US pastor Andrew Brunson in Turkey.  EPA/TATYANA ZENKOVICH

Normalisiert sich nach der Freilassung des US-Pastors Brunson die Beziehung zwischen den USA und der Türkei? Bild: EPA/EPA POOL

Trump sagte am Samstagabend (Ortszeit) bei einer Wahlkampfrede in Richmond im Bundesstaat Kentucky: «Wir werden jetzt wahrscheinlich eine fantastische Beziehung zur Türkei aufbauen.» Auch nach der Rückkehr Brunsons gibt es allerdings Streitpunkte zwischen Washington und Ankara: Der Nasa-Wissenschaftler Serkan Gölge – ein US-Staatsbürger – sowie einheimische Mitarbeiter von diplomatischen Vertretungen der USA sind weiterhin in der Türkei inhaftiert. Auf scharfe Kritik stösst ausserdem, dass das Nato-Mitglied Türkei mit Russland den Kauf von S-400-Flugabwehrraketen vereinbart hat.

Der US-Sender NBC hatte am Donnerstag von einer «geheimen Vereinbarung» berichtet, die den Weg für Brunsons Rückkehr in die USA ebne. Die USA hätten im Gegenzug zugesagt, wirtschaftlichen Druck von der Türkei zu nehmen. Das Aussenministerium in Washington hatte eine solche Vereinbarung nicht bestätigt.

Besuch im Weissen Haus

Pastor Andrew Brunson hat bei seinem Empfang im Weissen Haus für US-Präsident Donald Trump gebetet. «Wir würden gerne für Sie beten», sagte Brunson am Samstag im Oval Office, wo Trump ihn nach seiner Rückkehr aus der Türkei empfing.

«Wir beten als Familie oft für Sie.» Trump entgegnete unter Gelächter der Anwesenden: «Ich brauche es wahrscheinlich mehr als jeder andere in diesem Raum.» Der Präsident fügte dann ernst hinzu: «Das wäre sehr schön, danke.»

Brunson kniete vor Trump zum Gebet nieder und legte dem Präsidenten die linke Hand auf die Schulter. Dann betete er: «Oh Gott, ich bitte Dich, dass Du Deinen Heiligen Geist über Präsident Trump ergiesst. Dass Du ihm übernatürliche Weisheit gibst, um alle Pläne, die Du für dieses Land und für ihn hast zu erfüllen.»

Weiter betete der Pastor: «Ich bitte darum, dass Du ihm Weisheit gibst, wie er dieses Land zur Rechtschaffenheit führt. Ich bitte darum, dass Du ihm Beharrlichkeit, Ausdauer und Mut gibst, für die Wahrheit zu stehen. Ich bitte darum, dass Du ihn vor Verleumdung durch Feinde schützt, vor jenen, die unterhöhlen. Ich bitte darum, dass Du ihn zu einem grossen Segen für dieses Land machst.» (sda/dpa/vom)

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Brikne, 20.7.2017
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33
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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Therealmonti 15.10.2018 04:30
    Highlight Trump sieht sich doch selber Gott-gleich. Aber er wird dem Pastor dankbar sein für dessen Wahlhilfe bei den Mid-Terms.
    1 0 Melden
  • Ueli der Knecht 14.10.2018 14:54
    Highlight Der Pfarrer hat den Dreh drauf, wie man Trump direkt ins Gesicht kritisiert, ohne dass der das beleidigt und aggressiv zurückweist.

    Man kann Gott für etwas danken, was bereits vorhanden ist. Oder man Gott für etwas bitten, was einem fehlt, und das man dringendst herbeisehnt. Wenn man praktisch nicht daran glaubt, betet man für ein Wunder.

    Insofern kritisierte Brunson Trump vor allen Kameras, öffentlich und durch die Blume:
    • Trump fehlt die Weisheit, um zu regieren;
    • Trump fehlt Mut und Beharrlichkeit;
    • Trump könne daher nicht zur Wahrheit stehen;
    • Trump ist kein Segen für das Land.
    21 6 Melden
    • swisskiss 14.10.2018 16:20
      Highlight Ueli der Knecht: Selbst wenn Deine, gelinde gesagt, freie Interpretation der Aussage des guten Pfarres.

      Was interessiert das die evangelikale Stammwählerschaft des guten Donald, der durch Exponenten wie Robert Jeffress, Tony Perkins oder Mike Huckabee (Vater von Sarah Sanders) zum von Gott gesandten Racheengel hochstilisiert wird, der gegen Homosexualität, Abtreibung und Gottosigkeit kämpft.

      Beste PR im bible belt für die midterms. DAS gibt Punkte für Trump, egal was der gute Pastor Brunson eigentlich "meint."
      12 0 Melden
    • Ueli der Knecht 14.10.2018 17:44
      Highlight Natürlich werden es die Fanatiker anders verstehen. Ich meine auch, dass die Freilassung von Brunson beste Wahlwerbung ist für Trumps Anhänger.

      Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und behaupte, dass die faschistoiden Brandstifter weltweit miteinander Hand in Hand arbeiten, und es daher kein Wunder ist, dass Erdogan mit dieser Freilassung Trump unter die Arme greift.

      Dennoch zeigt Brunson auch, wie man auf die nette Tour harte Kritik an Trump anbringen kann. Insofern empfehle ich den Trump-Gegnern, mehr zu beten, und Herrn Trump eine gute Besserung und baldige Genesung zu wünschen.
      4 1 Melden
  • Göschene-Eirolo 14.10.2018 13:38
    Highlight Das Cabaret im Weissen Haus nimmt immer krassere Züge an. Jetzt lobt Donald den Erdogan gar wieder über allen Klee. Positive wie negative Ereignisse nimmt dieser Trump persönlich. Als hätte ER, Gott gleich, Amerika erschaffen.
    28 3 Melden
  • Kii 14.10.2018 12:11
    Highlight Off-Topic und doch irgendwie nicht:

    42 2 Melden
  • DomKi 14.10.2018 12:09
    Highlight ...und wenn ich Ihnen jetzt noch sagen würde, dass alle Autorität von Gott gesetzt wird (jaja, auch Trump) dann werden Sie wohl verrückt werden, oder? Aber die Bibel sagt ALLE Autorität ist von Gott. Ach, beten hilft, auch ich habe für Brunson gebetet und ihm einen Brief zur Unterstützung geschrieben.
    6 20 Melden
  • Aufeinwort 14.10.2018 11:17
    Highlight Es gibt Leute, die beten für Trump. Und es gibt solche, die beten dagegen. Was soll der sogenannte Gott nun tun?
    18 0 Melden
    • Evan 14.10.2018 15:24
      Highlight Das ist natürlich der Grund, warum wir die Taten Gott nie sehen, nicht weil es ihn nicht gibt, sondern weil sich die Gebete gegenseitig aufheben.
      6 0 Melden
    • Stratosurfer 14.10.2018 23:49
      Highlight Na das was Gott immer tut...
      1 0 Melden
  • Gummibär 14.10.2018 11:04
    Highlight "Ich bitte darum, dass Du ihm Beharrlichkeit, Ausdauer und Mut gibst, für die Wahrheit zu stehen" - das war der Moment wo Zeus dem Gebet mit Blitz und Donnerschlag hätte Nachdruck geben müssen.
    So blieb es eine wirklich "cringeworthy", peinliche Vorstellung.
    36 3 Melden
  • Crissie 14.10.2018 10:59
    Highlight Welch' ein Schauspiel: ein vor ihm knieender Pastor wünscht Trump "übernatürliche Weisheit ". Es ist überaus fraglich, ob es denn nützt....
    16 3 Melden
  • TodosSomosSecondos 14.10.2018 10:36
    Highlight NO DEAL aber es wurde hart verhandelt... ja was jetzt???
    18 2 Melden
  • Saraina 14.10.2018 10:35
    Highlight Im Fall von Trump kann die Weisheit nur noch aus übernatürlicher Quelle kommen. Da sollte selbst Hugo Stamm noch ein Gebetchen einschiessen. Es wäre uns allen gedient, wenn er weise würde.
    75 6 Melden
  • TodosSomosSecondos 14.10.2018 10:34
    Highlight Gott ist vielleicht allmächtig aber da erwartet der gute Pastor, glaubs wirklich etwas zu viel.
    9 1 Melden
  • FrancoL 14.10.2018 10:20
    Highlight Wenn solche Artikel lese zweifle ich immer stärken an einem Teil der Menschheit.
    Die Geschichte mit dem Pastor ist eine riesen Verarschung für jeden vernünftig denkenden Menschen. Eine riesen schlechte Show.
    Die Aussagen DT zur Zukunft mit der Türkei eine Beleidigung für jedes gesunde Hirn.
    17 5 Melden
  • leu84 14.10.2018 10:17
    Highlight Da wird Herrgott viele Gehirne anzapfen müssen. Da Schweine intelligente Tiere sind, würde ich da anfangen.
    20 24 Melden
    • 96m_fur 14.10.2018 10:58
      Highlight Nicht die armen Schweine - die können doch nichts dafür...
      40 3 Melden
    • leu84 14.10.2018 11:45
      Highlight Hm. Auch Fliegen sind noch zu schlau🤔
      18 0 Melden
  • Chrigu BE 14.10.2018 10:06
    Highlight Wenn zu DT nun übernatürliche Weisheit dazu kommt, schafft er es ja fast auf Normalniveau!....
    94 18 Melden
  • kuwi 14.10.2018 09:46
    Highlight Danke Herr Pastor! Diese übernatürliche Weisheit sichert womöglich den Weltfrieden.
    2 6 Melden
    • 5737isch_läbe 14.10.2018 14:53
      Highlight Welcher weltfrieden?
      5 0 Melden
  • Olmabrotwurst 14.10.2018 09:17
    Highlight Beim Titel musste ich lachen, war da nicht irgendwas mit Händchen halten veim Papst? 😂
    6 0 Melden
  • wasihrnichtsagt 14.10.2018 09:06
    Highlight Unglaublich aufgeklärt die Jungs über dem Teich... und dann allen erzählen wollen wie der Karren läuft. Fundis und Heuchler gehören nicht an die Macht...
    17 1 Melden
  • N. Y. P. 14.10.2018 08:02
    Highlight «Es wurde kein Deal mit der Türkei für die Freilassung und Rückkehr von Pastor Andrew Brunson gemacht.»

    Mit Verlaub, das ist schwer zu glauben, zumal

    Trump : «Wir haben lange und hart verhandelt.»

    Irgend ein (kleines) Entgegenkommen wird Trump dem Sultan zugestanden haben. Da wird wohl NBC recht haben.
    16 1 Melden
  • Diagnose: Aluhut 14.10.2018 07:36
    Highlight „Übernatürliche Weisheit“ nützt bei Trump auch nichts mehr.
    11 2 Melden
  • Crissie 14.10.2018 07:13
    Highlight Ganz klar gab's da einen Deal! 45 lügt doch wieder mal. Und dieser Kniefall mit Gebet für "übernatürliche Weisheit" wirkt - zumindest auf mich - nur peinlich, wenn nicht gar lächerlich!
    14 0 Melden
  • swisskiss 14.10.2018 07:11
    Highlight "übernatürliche Weisheit" Ein frommer Wunsch....

    Aber verständlicher Wunsch, wenns mit der "natürlichen Weisheit" nicht so recht klappen will.
    12 1 Melden
  • redeye70 14.10.2018 06:56
    Highlight Wir werden schon bald sehen was der Gegendeal war. Irgendetwas sagt mir, dass die Kurden davon betroffen sein werden.
    138 17 Melden
    • swisskiss 14.10.2018 07:08
      Highlight redeye70: Kurden? Was solen die USA mit den Kurden zu tun haben?

      Für die Bekämpfung der PKK ist Erdogan nicht auf die Hilfe oder Zustimmung der USA angewiesen, sondern des Irans und Iraks, den strategischen Rückzugsgebieten der PKK Kämpfern.

      Eher ist der Deal hier zu suchen:

      https://www.cnbc.com/2018/08/20/us-reportedly-refuses-to-give-turkish-bank-relief-in-exchange-for-detained-pastors-release.html
      4 2 Melden
    • matcha 14.10.2018 07:42
      Highlight Der journalist verschwindet und der pastor wird frei gelassen. Zufällig alles in istanbul.
      9 2 Melden
    • Saraina 14.10.2018 10:35
      Highlight Der Gegendeal ist natürlich die Lockerung oder Aufhebung von Sanktionen.
      32 1 Melden
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