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Was macht eigentlich George W. Bush? Velofahren und Schoggikuchen zum 70. Geburtstag



George W. Bush wird nicht gerne alt. Das sagte er, noch im Amt, schon mit 60. Zehn Jahre später versucht der Ex-Präsident mit dem schwierigen Vermächtnis, seiner Partei gegen Trump beizustehen.

Wenn George W. Bush an diesem Mittwoch 70 wird, schaut er auf kein gutes Jahr zurück. Öffentlich beschimpft und verachtet von Donald Trump, Bruder Jeb schmählich aus dem Wahlkampf geschieden: Die Dinge liefen 2016 so wenig im Sinne des früheren US-Präsidenten, dass er sich entschied, das beträchtliche Gewicht seines Namens noch einmal in die Waagschale seiner Partei zu werfen. Um die Republikaner hat er, von Trump beschwert, grösste Sorgen.

In den vergangenen acht Jahren hat sich Bush weitestgehend aus der Politik herausgehalten, hielt es so wie die meisten Ex-Präsidenten. Nun unterstützt er die Senatsrennen nahestehender Republikaner. Unbedingt will er die Kammer für die Partei halten, als Teil der «checks and balances», wie er sagte, «gegen das Weisse Haus». Er sagte nicht: gegen Hillary Clinton.

Von Trump beschimpft

Bush mag Trump nicht, den voraussichtlichen Kandidaten, und der gab ihm dazu reichlich Anlass. Trump machte ihn persönlich für die Anschläge des 11. September 2001 verantwortlich, nannte die Invasion des Irak 2003 desaströs, die ganze Bush-Präsidentschaft einen einzigen Fehlschlag.

Bush liess bald erklären, er werde Trump nicht unterstützen. Zuletzt reihte er sich ein in die beträchtliche Schar der Prominenten, die einer Trump-Krönung bei der Convention in Cleveland nicht beiwohnen wollen.

In der Partei ist Bush nach wie vor beliebt, vor allem bei denen, die sich sehnen nach republikanischer Orthodoxie. 47 Prozent sagten im Februar in einer US-weiten Umfrage (Quinnipiac): Wir mögen George W. Bush. Trump kam auf 31.

Zweifelhaftes Vermächtnis

Das Vermächtnis des 43. US-Präsidenten ist kein gutes. Historiker haften ihm das Label «schlechtester US-Präsident» an, werfen ihm die Angriffskriege im Irak und in Afghanistan vor, tumbes Auftreten und tiefe Ahnungslosigkeit. In vielen Ländern der Welt wurde Bush abgelehnt, oft gehasst, auch im eigenen Land.

epa05012621 (FILE) A file picture dated 22 September 2005 of then US President George W. Bush (C) pausing as he speaks on the war on terror as Vice President Dick Cheney (L) and Secretary of Defense Donald Rumsfeld (R) look on at the Pentagon in Arlington, Virginia, USA. Former US president George HW Bush, after years of holding his tongue, has come out in defence of his son, George W Bush, while lambasting two of his most senior cabinet members during his time in the Oval Office. In remarks to biographer Jon Meacham, published 05 November 2015 in the New York Times, the senior Bush said his son received bad counsel from former vice president Dick Cheney and former defence secretary Donald Rumsfeld.  EPA/ALEX WONG / POOL AFP OUT *** Local Caption *** George W. Bush;Dick Cheney;Donald Rumsfeld

Die Architekten des Irakkrieg-Debakels: Vize-Präsident Dick Cheney, Präsident George W. Bush und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld.
Bild: ALEX WONG / POOL/EPA/KEYSTONE

Bush sah sich als Kriegsherren, mit seiner neokonservativen Garde historisch herausgefordert von Islamismus und Feinden der Freiheit. Stichwörter: Krieg gegen den Terror, das Gefangenenlager Guantanamo Bay, das Interventionsrecht der «Bush-Doktrin», «Schurkenstaaten», die «Achse des Bösen». Hängen blieben auch sein spätes Reagieren auf Hurrikan Katrina und die Hilflosigkeit in der Finanzkrise ab 2007.

Sein Land hinterliess der Mann mit der berüchtigten Rhetorik gespalten, mit serbelnder Wirtschaft und einer wegen der Kriegskosten horrenden Verschuldung.

George W. Bush war ein Grund, warum sein Nachfolger mit all den letztlich zu schweren Girlanden hochschiessender Erwartungen behängt wurde: Barack Obama ist in beinahe allem Bushs Gegenentwurf.

Mitglied von schwerreichem Clan

1946 wird Bush in New Haven als Sohn von George Herbert Walker Bush geboren, der unter Ronald Reagan Vizepräsident und dann selbst Präsident war. Er wächst in Texas auf, Mitglied eines schwerreichen Clans.

Nach dem Studium an der Elite-Universität Yale geht er 1968 zur Nationalgarde. Später besucht er die Harvard Business School, versucht sich im Ölgeschäft. 1977 heiratet er Laura Welch, 1981 werden die Zwillinge Barbara und Jenna geboren.

Bush lebt unstet. Mitte der 80er Jahre bricht er damit, hört auf zu trinken und konvertiert zum methodistischen Glauben seiner Frau. Er erwirbt das Baseballteam «Texas Rangers», das er 1988 mit enormem Gewinn verkauft. 1994 wird Bush zum Gouverneur von Texas gewählt, 2000 gewinnt er eine umstrittene Wahl gegen Al Gore, wird Präsident.

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bild: paul morse/the bush center

Seinen 70. an diesem Mittwoch wird Bush, sichtbar gealtert, aber nach wie vor sehr sportlich, teils im Sattel seines Mountainbikes in Texas verbringen.

«Er hat sich sehnlich gewünscht, gemeinsam mit versehrten Soldaten radzufahren», sagte Bushs Sprecher der Nachrichtenagentur DPA. «Also hat er dafür einige Veteranen auf seine Ranch nach Crawford eingeladen.» Schokoladenkuchen für alle, den gebe es dort auch. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • D(r)ummer 04.07.2016 10:51
    Highlight Highlight Mit 80ig macht er Ferien in Den Haag^^
    • karl_e 04.07.2016 11:10
      Highlight Highlight Schön wär's. Aber die Amis anerkennen dieses Gericht nicht. Aus Gründen!
    • Pisti 04.07.2016 12:34
      Highlight Highlight Muss man um für ein Verbrechen verurteilt zu werden, neustens ein Gericht anerkennen?
    • karl_e 04.07.2016 15:54
      Highlight Highlight Ja, Pisti, denn die Amis liefern deshalb keinen Amerikaner an den Internat. Gerichtshof im Haag aus, also weder Bush noch Rumsfeld noch Cheney und auch keine anderen Kriegsverbrecher.
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