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Was macht eigentlich George W. Bush? Velofahren und Schoggikuchen zum 70. Geburtstag

04.07.2016, 08:2804.07.2016, 08:37

George W. Bush wird nicht gerne alt. Das sagte er, noch im Amt, schon mit 60. Zehn Jahre später versucht der Ex-Präsident mit dem schwierigen Vermächtnis, seiner Partei gegen Trump beizustehen.

Wenn George W. Bush an diesem Mittwoch 70 wird, schaut er auf kein gutes Jahr zurück. Öffentlich beschimpft und verachtet von Donald Trump, Bruder Jeb schmählich aus dem Wahlkampf geschieden: Die Dinge liefen 2016 so wenig im Sinne des früheren US-Präsidenten, dass er sich entschied, das beträchtliche Gewicht seines Namens noch einmal in die Waagschale seiner Partei zu werfen. Um die Republikaner hat er, von Trump beschwert, grösste Sorgen.

In den vergangenen acht Jahren hat sich Bush weitestgehend aus der Politik herausgehalten, hielt es so wie die meisten Ex-Präsidenten. Nun unterstützt er die Senatsrennen nahestehender Republikaner. Unbedingt will er die Kammer für die Partei halten, als Teil der «checks and balances», wie er sagte, «gegen das Weisse Haus». Er sagte nicht: gegen Hillary Clinton.

Von Trump beschimpft

Bush mag Trump nicht, den voraussichtlichen Kandidaten, und der gab ihm dazu reichlich Anlass. Trump machte ihn persönlich für die Anschläge des 11. September 2001 verantwortlich, nannte die Invasion des Irak 2003 desaströs, die ganze Bush-Präsidentschaft einen einzigen Fehlschlag.

Bush liess bald erklären, er werde Trump nicht unterstützen. Zuletzt reihte er sich ein in die beträchtliche Schar der Prominenten, die einer Trump-Krönung bei der Convention in Cleveland nicht beiwohnen wollen.

In der Partei ist Bush nach wie vor beliebt, vor allem bei denen, die sich sehnen nach republikanischer Orthodoxie. 47 Prozent sagten im Februar in einer US-weiten Umfrage (Quinnipiac): Wir mögen George W. Bush. Trump kam auf 31.

Zweifelhaftes Vermächtnis

Das Vermächtnis des 43. US-Präsidenten ist kein gutes. Historiker haften ihm das Label «schlechtester US-Präsident» an, werfen ihm die Angriffskriege im Irak und in Afghanistan vor, tumbes Auftreten und tiefe Ahnungslosigkeit. In vielen Ländern der Welt wurde Bush abgelehnt, oft gehasst, auch im eigenen Land.

Die Architekten des Irakkrieg-Debakels: Vize-Präsident Dick Cheney, Präsident George W. Bush und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld.<br data-editable="remove">
Die Architekten des Irakkrieg-Debakels: Vize-Präsident Dick Cheney, Präsident George W. Bush und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld.
Bild: ALEX WONG / POOL/EPA/KEYSTONE

Bush sah sich als Kriegsherren, mit seiner neokonservativen Garde historisch herausgefordert von Islamismus und Feinden der Freiheit. Stichwörter: Krieg gegen den Terror, das Gefangenenlager Guantanamo Bay, das Interventionsrecht der «Bush-Doktrin», «Schurkenstaaten», die «Achse des Bösen». Hängen blieben auch sein spätes Reagieren auf Hurrikan Katrina und die Hilflosigkeit in der Finanzkrise ab 2007.

Sein Land hinterliess der Mann mit der berüchtigten Rhetorik gespalten, mit serbelnder Wirtschaft und einer wegen der Kriegskosten horrenden Verschuldung.

George W. Bush war ein Grund, warum sein Nachfolger mit all den letztlich zu schweren Girlanden hochschiessender Erwartungen behängt wurde: Barack Obama ist in beinahe allem Bushs Gegenentwurf.

Mitglied von schwerreichem Clan

1946 wird Bush in New Haven als Sohn von George Herbert Walker Bush geboren, der unter Ronald Reagan Vizepräsident und dann selbst Präsident war. Er wächst in Texas auf, Mitglied eines schwerreichen Clans.

Nach dem Studium an der Elite-Universität Yale geht er 1968 zur Nationalgarde. Später besucht er die Harvard Business School, versucht sich im Ölgeschäft. 1977 heiratet er Laura Welch, 1981 werden die Zwillinge Barbara und Jenna geboren.

Bush lebt unstet. Mitte der 80er Jahre bricht er damit, hört auf zu trinken und konvertiert zum methodistischen Glauben seiner Frau. Er erwirbt das Baseballteam «Texas Rangers», das er 1988 mit enormem Gewinn verkauft. 1994 wird Bush zum Gouverneur von Texas gewählt, 2000 gewinnt er eine umstrittene Wahl gegen Al Gore, wird Präsident.

bild: paul morse/the bush center

Seinen 70. an diesem Mittwoch wird Bush, sichtbar gealtert, aber nach wie vor sehr sportlich, teils im Sattel seines Mountainbikes in Texas verbringen.

«Er hat sich sehnlich gewünscht, gemeinsam mit versehrten Soldaten radzufahren», sagte Bushs Sprecher der Nachrichtenagentur DPA. «Also hat er dafür einige Veteranen auf seine Ranch nach Crawford eingeladen.» Schokoladenkuchen für alle, den gebe es dort auch. (sda/dpa)

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