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SUV rast in Weihnachtsparade – Hunderte gedenken bei Mahnwache den Opfern

Nachdem ein Autofahrer am Sonntag in eine Weihnachtsparade im US-Bundesstaat Wisconsin gerast war, wurde ein Verdächtiger festgenommen. Der tödliche Zwischenfall tötete 5 und verletzte 40 Menschen. 18 Kinder mussten ins Spital eingeliefert werden.
23.11.2021, 08:45

Die Mahnwache

Hunderte Menschen haben bei einer Mahnwache der fünf Opfer des tödlichen Zwischenfalls bei einer Weihnachtsparade gedacht. Sie versammelten sich örtlichen Medienberichten zufolge am Montagabend (Ortszeit) mit Kerzen in der Innenstadt von Waukesha, Wisconsin.

Mahnwache für die Opfer von Waukesha

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Mahnwache für die Opfer von Waukesha
quelle: keystone / scott ash
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Motiv bleibt unklar

Nach dem tödlichen Zwischenfall bei einer Weihnachtsparade im US-Bundesstaat Wisconsin ist weiter unklar, weshalb ein Autofahrer dort mit einem Geländewagen in eine Menschenmenge gerast ist. Der mutmassliche Täter Darrell B. sei zwar kurz zuvor in eine «häusliche Auseinandersetzung» verwickelt gewesen, sagte der Polizeichef des Ortes Waukesha, Dan Thompson, am Montag. Genaue Angaben zu dem Vorfall machte Thompson aber nicht. Der 39-Jährige habe bei der Parade alleine gehandelt und es gebe keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund, sagte der Polizeichef.

US-Medien zufolge war der Verdächtige erst wenige Tage vor dem Zwischenfall wegen eines tätlichen Angriffs auf seine Freundin festgenommen worden und kam kurz darauf gegen 1000 US-Dollar (890 Euro) Kaution frei. Die «New York Times» berichtete, er sei im Laufe der Jahre mehrfach angeklagt worden, mindestens zweimal in Haft und jahrelang auf Bewährung frei gewesen. Auch die örtliche Zeitung «Milwaukee Journal Sentinel» berichtete über frühere Anklagen.

Ein Polizeiauto in Waukesha.
Ein Polizeiauto in Waukesha.Bild: keystone

18 Kinder im Spital

Ein Kinderkrankenhaus in Milwaukee teilte am Montag mit, insgesamt 18 Kinder im Alter von 3 bis 16 Jahren seien dort eingeliefert worden, nachdem Auto getroffen worden waren. Die Verletzungen reichten von Abschürfungen über Knochenbrüche bis hin zu schweren Kopfverletzungen.

Sechs der jungen Patienten seien noch am Sonntagabend operiert worden. Zwei Kinder seien am Sonntagabend wieder entlassen worden, die restlichen 16 seien noch in Behandlung. US-Medien, darunter der regionale Ableger des Senders Fox News, meldeten unter Berufung auf Mediziner der Klinik, zehn Kinder seien auf der Intensivstation, sechs davon in kritischem Zustand.

Mindestens 48 Personen wurden verletzt, als der Wagen in die Menschenmenge in der US-Kleinstadt Waukesha im Bundesstaat Wisconsin steuerte, wie die Polizei am Montag mitteilte.

Tatort: Die Waukesha Christmas Parade

Für die Waukesha Christmas Parade hatten Menschen im Zentrum der Stadt am Sonntagnachmittag beide Seiten der Strasse gesäumt. Die Veranstaltung im Vorort der Grossstadt Milwaukee lockt jedes Jahr Tanzgruppen, High-School-Bands, Politiker und zahlreiche Zuschauer an. Im vergangenen Jahr war sie pandemiebedingt ausgefallen.

Auch viele Familien mit Kindern besuchten die Parade am Sonntag und bestaunten Weihnachtsfiguren, Tänzer und Musiker, als plötzlich ein roter Geländewagen Absperrungen durchbrach und in hohem Tempo über die Hauptstrasse mit der Parade jagte.

«Überall waren Pompons und Schuhe und verschüttete heisse Schokolade»
Augenzeugin

Schockierte Augenzeugen

Augenzeugin Angela O'Boyle, die die Parade vom Balkon ihrer Wohnung im fünften Stock aus beobachtete, sagte dem Sender CNN: «Das Nächste, was ich hörte, waren Schreie, und als ich mich umdrehte, sah ich, wie das Auto kam und in die Musikkapelle pflügte, die zu diesem Zeitpunkt gerade an meinem Balkon vorbeiging.» Dann habe sie gehört, wie Eltern die Namen ihrer Kinder riefen.

«Überall waren Pompons und Schuhe und verschüttete heisse Schokolade», berichtete Corey Montiho der Zeitung «Milwaukee Journal Sentinel». «Meine Frau und meine Tochter sind fast getroffen worden.» Angelito Tenorio, der zeitweise auch selbst an der Parade teilgenommen hatte, sagte dem Blatt, das Auto sei «mit voller Geschwindigkeit» über die Paradestrecke gerast. «Und dann hörten wir einen lauten Knall und ohrenbetäubende Schreie von Menschen, die von dem Fahrzeug getroffen wurden», sagte Tenorio. «Und dann sahen wir, wie die Leute wegliefen oder weinend stehen blieben, und da waren Leute auf dem Boden, die aussahen, als wären sie von dem Fahrzeug getroffen worden.»

Das Erzbistum Milwaukee teilte mit, unter den Verletzten seien Schüler der katholischen Schule in Waukesha und ein Priester. Eine Senioren-Tanzgruppe aus Milwaukee, die «Milwaukee Dancing Grannies» (auf Deutsch etwa: die tanzenden Omas von Milwaukee), schrieb auf ihrer Facebook-Seite, mehrere ihrer Mitglieder seien bei dieser «schrecklichen Tragödie» ums Leben gekommen.

Szenen auf Video festgehalten

Zusammengeklappte Campingstühle am Strassenrand in Waukesha.
Zusammengeklappte Campingstühle am Strassenrand in Waukesha.Bild: keystone

Auf zahlreichen, zunächst nicht zu verifizierenden Videoclips, die sich in sozialen Medien verbreiteten, waren chaotische und verstörende Szenen zu sehen: Aus diversen Perspektiven wurde in verschiedenen Momentaufnahmen ein Geländewagen gefilmt, der erst an Teilnehmern der Parade vorbeirast, an anderer Stelle diverse Menschen in dem Strassenzug rammt und überfährt und schliesslich Strassenabsperrungen durchbricht und davonjagt. Auf den Videoaufnahmen sind schreiende und rennende Menschen zu sehen. In einer Szene rast der Wagen nur knapp an einem auf der Strasse tanzenden Kind vorbei.

Der Gouverneur von Wisconsin, Tony Evers, äusserte sich einem Tweet bestürzt und sprach von einer «sinnlosen Tat». US-Präsident Joe Biden sagte im Weissen Haus, fünf Familien in Waukesha trauerten nach der «Tragödie» um ihre getöteten Angehörigen. «Eine ganze Gemeinde bemüht sich, mit einem schrecklichen Gewaltakt fertig zu werden», sagte Biden. Er und seine Frau, First Lady Jill Biden, und vermutlich das ganze Land, beteten für Opfer, Verletzte und Angehörige.

(sda/dpa)

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