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USA

Die 12-jährige Journalistin Hilde Lysiak wird von Polizist bedroht

US-Polizist droht 12-Jähriger – die lässt sich aber nicht beeindrucken

22.02.2019, 16:2723.02.2019, 12:14
Joseph Patterson und Hilde Lysiak haben eine Meinungsverschiedenheit.
Joseph Patterson und Hilde Lysiak haben eine Meinungsverschiedenheit. Bild: screenshot osn

Hilde Lysiak ist 12-jährig, kommt aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania und betreibt ihr eigenes Newsportal namens Orange Street News, «die EINZIGE Zeitung aus Selinsgrove!», wie es auf der Homepage heisst.

Lysiak machte auf sich aufmerksam, als sie vor drei Jahren als erste über einen Mordfall in ihrem Heimatdorf Selinsgrove berichtete. Ja, damals war sie 9-jährig und ja, es gab viel Kritik. Die Kritik konterte sie mit einem weiteren Video.

Seither berichtete sie über Banküberfälle, Vergewaltigungs-Anschuldigungen und Mordfälle, aber auch über Vandalismus in ihrem Dorf. Vor einem Monat erhielt sie beispielsweise Droh-Briefe, weil sie einen Nachrichtenverlauf zwischen einem Drogendealer und einer Frau veröffentlichte. «Hinweis an Dealer: Orange Street News lässt sich nicht einschüchtern», titelte sie einen YouTube-Beitrag.

In Lysiaks neuester Reportage war sie auf der Spur eines Berglöwen in Arizona. Doch als sie einem Tipp eines Anwohners folgte, wurde sie von einem Polizisten angehalten. Er drohte ihr angeblich mit Jugendgefängnis, falls sie nicht verschwinden würde. Als sie ihm später per Zufall nochmals über den Weg lief, filmte sie die Begegnung und fragte ihn, was sie verbrochen habe.

Das entsprechende Video:

«Filmst du mich? Wenn du das online stellst, ist das gegen das Gesetz.»

Er beschwerte sich, dass sie ihm früher am Tag überall hin gefolgt sei. Sie solle damit aufhören, und er könne sie festnehmen lassen. Lysiak konterte, dass sie eine Journalistin sei und ihr das erlaubt sei. Der Polizist antwortete: «Ich will nichts von diesem Pressefreiheits-Zeug hören.»

«Ich gab dir einen rechtmässigen Befehl und du hast die Anweisung eines Beamten missachtet. »

Damit überschritt der Polizist wohl eine Grenze. Lysiak hielt fest, dass es nach dem ersten Verfassungszusatz erlaubt sei, Beamten auf öffentlichem Grund zu filmen. Im Anschluss publizierte sie auf YouTube die Aufnahmen und verfasste dazu einen Artikel.

Anscheinend hat das in der Stadt Patagonia etwas ausgelöst. In einem öffentlichen Statement heisst es, dass man personelle Massnahmen getroffen habe. Wie die genau aussehen, ist nicht bekannt. Laut «Nogales International» war es allerdings nicht das erste Mal, das der entsprechende Polizist jemanden wegen «unerlaubtem Filmen» bedroht habe. (jam)

Die 11-jährige Buchautorin Leandra startet durch

Video: srf
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