Trump entlässt Justizministerin Pam Bondi – Todd Blanche soll Posten übernehmen
US-Präsident Donald Trump soll zunehmend frustriert sein, weil sein juristischer Feldzug gegen seine Gegner nicht nach seinem Willen verläuft. Trump soll seine Justizministerin Pam Bondi bereits entlassen haben, berichten die US-Sender Fox News und CNN. Die Sender berufen sich dabei auf mehrere Quellen in Regierungskreisen. Demnach habe Trump Bondi ihre Entlassung am Mittwochabend kurz vor seine Rede an die Nation im Oval Office mitgeteilt.
Vize-Justizminister Todd Blanche werde Bondis Aufgaben übernehmen, schreibt der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Bondi werde eine «dringend benötigte und wichtige neue Position in der Privatwirtschaft übernehmen». Diese werde in Kürze bekannt gegeben, schreibt Trump.
Obwohl Trump Bondi erst am Mittwoch als «wundervolle Person» bezeichnete, die «einen guten Job» mache, ist der Entscheid nicht ganz überraschend. Seit Monaten soll er mit Bondis Umgang mit den Epstein-Akten unzufrieden sein. Bei einer Anhörung im Kongress im Februar sorgte Bondi für ein Eklat, sie teilte Beleidigungen aus, schweifte ab und entschuldigte sich nicht bei den Opfern. Von Selbstkritik keine Spur. Das trotzige Verhalten irritierte sogar Verbündete.
Pam Bondi bei der Kongress-Anhörung
Auch ihre Kommunikation und ihre – Trumps Meinung nach – zu geringe Entschlossenheit seien ihm ein Dorn im Auge. Das bezieht sich auch auf die politischen Gegner: Trump will, dass sie härter gegen sie vorgeht und klagt.
Schliesslich zeigt sich Trump auch wenig zufrieden mit der Arbeit des Justizministeriums. So wies beispielsweise das US-Bundesgericht eine Klage gegen den ehemaligen FBI-Direktor James Comey ab, die Trump angestrebt hatte. Auch eine Klage gegen die New Yorker Staatsanwältin Letitia James wurde abgewiesen. Sie ist ebenfalls Kritikerin des US-Präsidenten.
Trump soll in seinem Vorhaben bestärkt worden sein, als er erkannt habe, wie reibungslos die Entlassung von Heimatschutzministerin Kristi Noem abgelaufen sei. Diese wurde Anfang März überraschend durch Markwayne Mullin ersetzt. (vro/hkl)
