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USA setzen Schweiz wegen Armeezahlungen erfolgreich unter Druck

epa12667951 Switzerland's Federal President Guy Parmelin (L) and US President Donald Trump (R) shake hands prior to a bilateral meeting in Congress Centre on the sidelines of the 56th annual meet ...
Bundesrat Guy Parmelin und US-Präsident Donald Trump am WEF in Davos.Bild: keystone

USA setzen Schweiz wegen Rüstungszahlungen weiter unter Druck – diese knickt ein

02.04.2026, 08:0002.04.2026, 08:00

Die USA haben die Schweiz zuletzt aus finanziellen Gründen zusätzlich unter Druck gesetzt. Das berichten die Zeitungen von Tamedia, die sich auf zwei Quellen berufen.

Konkret geht es dabei um einen Rüstungsfonds: Die USA wollen nicht, dass dieser einen bestimmten Grad an Liquidität unterschreitet. Die Trump-Regierung droht der Schweiz mit Konsequenzen, falls dies doch passieren sollte. Dies soll bei der Schweiz grosse Nervosität ausgelöst haben: Die Abhängigkeit von den USA ist gross – etwa wegen nötiger Ersatzteile für die F/A-18.

Un avion F/A-18 se prepare a decoller de la piste lors d'une conference de presse de Skyguide sur la securite dans l'espace aerien suisse le mercredi 23 juillet 2025 au Swiss Aeropole de Pay ...
Die Schweiz braucht F/A-18-Ersatzteile aus den USA.Bild: KEYSTONE

Aus diesem Grund entschied sich die Schweiz dazu, den Forderungen der USA nachzugehen. Wie Armasuisse gegenüber den Tamedia-Zeitungen sagt, wurde ein «tiefer zweistelliger Millionenbetrag» in den besagten Fonds eingezahlt.

Bei der erfolgten Zahlung handelt es sich zwar nicht um eine ungeplante Überweisung. Es geht um Gelder, die für die Zahlung der F-35-Beschaffung einbudgetiert waren. Allerdings wäre diese eigentlich erst im Sommer fällig gewesen.

USA umschifften Patriot-Zahlungsstopp

Die USA haben es mit diesem Fonds schon zuvor geschafft, einen geplanten Schweizer Zahlungsstopp zu umschiffen. So hatte das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) eigentlich geplant, Zahlungen für das Patriot-Flugabwehrsystem auszusetzen, dessen Lieferung sich wegen der aktuellen Sicherheitslage verspätet. Wie SRF aufdeckte, war dieser Plan wirkungslos.

So bedienen sich die USA seither am Schweizer Geld für die F-35-Kampfjets – genau durch besagten Fonds. Die US-Behörden führen einen Fonds für alle Schweizer Rüstungskäufe. Wenn bei einem Projekt Geld fehlt, darf Geld von einem anderen Projekt verwendet werden. Unter anderem eben für die Patriots, für welche Gelder an Hersteller Raytheon weitergeleitet wurden.

Die Lieferungsprobleme der USA beschäftigen die Schweizer Politik auch diese Woche. Am Mittwoch erklärte Verteidigungsminister Martin Pfister vor den Medien, dass ein Abbruch der Patriot-Lieferungen «eine Option» sei. Allerdings gehe er weiter davon aus, dass die Schweiz diese Systeme bekommen werde. Welche Konsequenzen ein Abbruch der Übung hätte – etwa für die bereits getätigten Zahlungen –, bleibt derweil unklar. (dab)

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142 Kommentare
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Diaro56
02.04.2026 08:20registriert Januar 2021
Ehrlich gesagt, wär ich zwischenzeitlich lieber von Frankreich, Deutschland, oder England in Sachen Kriegsmaterial abhängig, als den USA. Die mwchen mit uns was sie wollen, führen uns an der Nase herum und wir tanzen, wie ein dressierter Hund. Ich finde das absolut erniedrigend. Es wäre schön, wenn wir uns diesbezüglich umorientieren könnten.
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Frankygoes
02.04.2026 08:17registriert März 2019
Ich weiss ja, Regierungen sind Grossfrachter, die es nicht so leicht schaffen, den Kurs zu ändern... aber irgendwann sollte der Bundesrat vielleicht doch mal in Betracht ziehen, mal am Steuer zu drehen...
Die USA telegrafieren ja nicht mal mehr, dass sie kein zuverlässiger Partner mehr sind, sie projizieren es an den Himmel. In Grossbuchstaben.
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Gina3
02.04.2026 08:24registriert September 2023
Wir solltenen es in einfachen Worten sagen:
Die Schweiz hat sich selbst in eine grosse Zwickmühle gebracht, indem sie Geschäfte mit einem Land gemacht hat, das von einem mafiösen Präsidenten geführt wird, der nun alle Mittel einsetzt, die der Mafia typischerweise zur Verfügung stehen:
Erpressung
Drohungen
Das Versprechen von Schutz, wenn man dafür bezahlt

Hätte man das nicht vorhersehen können? Natürlich war das schon lange klar. Aber bestimmte Schweizer Parteien ziehen es vor, Geschäfte mit Trump zu machen, anstatt mit Europa.
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