Venezuela entlässt laut NGO mehr als 100 weitere Häftlinge
Die genaue Zahl werde noch überprüft und könne steigen, schrieb der Leiter der NGO Foro Penal, Alfredo Romero, auf der Plattform X. Seit dem US-Militäreinsatz in Venezuela zur Festnahme des autoritären Staatschefs Nicolás Maduro am 3. Januar hat die Regierung des südamerikanischen Landes eine Reihe politischer Gefangener auf freien Fuss gesetzt.
Mit den neuen Freilassungen steigt die Zahl der Menschen, die nach dem US-Einsatz freigelassen wurden, laut verschiedenen Organisationen auf mindestens 240 Menschen. Den bisherigen Angaben von Foro Penal zufolge befanden sich bis zur vergangenen Woche immer noch mehr als 700 politische Gefangene in Haft. Die Regierung in Caracas spricht von insgesamt 626 Freilassungen, aber seit Dezember. Die Freilassung politischer Häftlinge ist eine der grössten Forderungen der Opposition.
Präsidentin Rodríguez will auch mit Kritikern zusammenarbeiten
Die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez, die unter Maduro Vizepräsidentin war, erklärte sich am Wochenende erneut bereit, mit der Opposition zusammenzuarbeiten. «Es darf keine politischen oder parteipolitischen Differenzen geben, wenn es um den Frieden in Venezuela geht», sagte sie.
Allerdings kritisierte Rodríguez die Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado, ohne sie namentlich zu nennen. «Es ist beschämend zu sehen, wie eine Venezolanerin, die sich selbst als Venezolanerin bezeichnet, sich für die Bombardierung und die militärische Aggression gegen Venezuela bedankt», sagte sie. Machado hat Mitte Januar US-Präsident Donald Trump im Weissen Haus ihre Nobelpreis-Medaille übergeben.
Nach Maduros Gefangennahme ist Rodríguez die Figur innerhalb der venezolanischen Regierung, mit der Washington direkt verhandelt – vor allem über die Verwaltung der grossen Ölvorkommen des Landes. Maduro sitzt nun in New York im Gefängnis. Ihm soll wegen mutmasslicher Drogendelikte der Prozess gemacht werden. (sda/dpa)
