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Türkei will in Währungskrise spekulative Marktkommentare stoppen

Türkei will in Währungskrise spekulative Marktkommentare stoppen

22.12.2021, 02:3222.12.2021, 02:32

Nach den jüngsten Währungsturbulenzen will die Türkei gerichtlich gegen spekulative Marktkommentare in sozialen Medien vorgehen. Das kündigte Finanzminister Nureddin Nebati an.

epa09635980 A man takes a picture of the currency board at an exchange office in Istanbul, Turkey, 11 December 2021. Turkish President Tayyip Erdogan appointed Nureddin Nebati, a strong supporter of t ...
Ein Mann macht ein Foto von einer Tafel mit den Wechselkursen vom 11. Dezember in Istanbul.Bild: keystone

«Wir werden niemals einen solchen Verrat erlauben», sagte Nebati in einem Interview mit dem staatlichen Sender TRT Haber am Dienstag. Die Regierung peile eine Inflation im prozentual einstelligen Bereich, ein deutliches Wirtschaftswachstum und einen Leistungsbilanzüberschuss an.

Nach der Talfahrt der türkischen Lira hatte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Montag unter anderem angekündigt, dass zum Schutz der Sparer künftig die Differenz zwischen Lira-Anlagen und vergleichbaren Dollar-Anlagen aus der Staatskasse beglichen werden. Mit einer Reihe von Massnahmen will er eine weitere «Dollarisierung» der Wirtschaft verhindern. Die Lira erholte sich daraufhin.

Die Inflationsrate war im November sprunghaft auf mehr als 21 Prozent gestiegen. Im kommenden Jahr dürfte die Geldentwertung nach Prognose von Ökonomen sogar 30 Prozent erreichen. Das geht vor allem auf den Verfall der Landeswährung zurück, die in diesem Jahr mehr als die Hälfte ihres Wertes zum Dollar eingebüsst hat. Dadurch werden Importe – etwa von Öl und Medikamente – teurer, weil diese zumeist in Devisen wie Dollar oder Euro bezahlt werden müssen.

Den Grund für die Währungskrise und starke Teuerung sehen die Experten auch in der unorthodoxen Geldpolitik der Zentralbank. Diese hat ihren Leitzins seit September von 19 auf jetzt 14 Prozent gesenkt, obwohl Ökonomen eine deutliche Anhebung für die richtige Antwort halten. Erdogan will damit Exporte, Kredite und Wachstum vor der Wahl im Jahr 2023 ankurbeln. (saw/sda/reu)

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