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epa06949264 A general view from The Turkish central bank in Ankara, Turkey, 14 August 2018. The Turkish central bank on 13 August 2018 said it was closely monitoring the lira's performance and seek counter-measures. The Turkish lira hit a new record low against the US dollar within the scope of an escalating feud with the USA.  EPA/STR

Die türkische Notenbank in Ankara. Bild: EPA/EPA

Der Kampf der türkischen Notenbank gegen Staatschef Erdogan



Die türkische Notenbank hat am Donnerstag ihre Unabhängigkeit demonstriert. Sie hob die Zinsen überraschend deutlich auf 24 Prozent an, obwohl sie mit dem Staatspräsidenten und erklärten Zinsgegner Recep Tayyip Erdogan einen mächtigen Gegenspieler hat.

Viele Investoren hatten den Verdacht gehegt, dass er eine kräftige Zinserhöhung, mit der der Lira-Verfall gestoppt werden soll, verhindern könnte. Auch weil die Notenbank Vertrauen von internationalen Anlegern verspielt hat, ist das Land in eine Währungskrise geschlittert. Es folgt ein Überblick, wie die Zentralbank dieses Jahr agiert hat und wie Erdogan dazu steht:

6. Mai

Erdogan verspricht, nach der Präsidentenwahl im Juni für niedrigere Zinsen und weniger Inflation zu sorgen.

23. Mai

Die Notenbank stemmt sich zunächst mit einer kräftigen Zinsanhebung gegen den Kursverfall der Landeswährung. Sie hebt den Schlüsselsatz von 13.5 auf 16.5 Prozent an.

7. Juni

Die Währungshüter legen nach: Der Zins steigt um 1.25 Punkte auf 17.75 Prozent.

7. Juli

Erdogan sagt den hohen Zinsen und der Inflation den Kampf an: «Wir werden unser Land weiter voranbringen, wenn wir diese strukturellen Probleme unserer Wirtschaft lösen.»

24. Juli

Die Notenbank überrascht die Finanzmärkte auf dem falschen Fuss und lässt die Leitzinsen unverändert – trotz einer Inflation von 15.4 Prozent. Die Lira und der Istanbuler Leitindex stürzen ab.

5. September

Erdogan setzt auf ein Abebben der ausufernden Inflation. «Sie wird auf einstellige Werte fallen. Wir werden das wegstecken.» Die Verbraucherpreise waren im August um 17.9 Prozent gestiegen – der höchste Wert seit Ende 2003.

13. September

Erdogan verurteilt die Arbeit der Notenbank mit deutlichen Worten und fordert eine Zinssenkung. Nur wenig später erhöhen die Währungshüter den Schlüsselsatz auf 24 Prozent und damit stärker als von Investoren erwartet. (awp/sda/reu)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Pasch 13.09.2018 23:27
    Highlight Highlight Der wohl erste ernstzunehmende Kontrahent für den Erdi. Leg dich nicht mit den Hütern des Geldes an. Im Umkehrschluss muss man sich fragen, wie günstig sich unsere Politik wohl kaufen lässt!
  • Oh Dae-su 13.09.2018 18:02
    Highlight Highlight Eine Zinserhöhung von fast 7%! Da wird der Erdi wohl recht am schäumen sein..

Was denkst du – hat Google 2018 mehr Strafen oder Steuern bezahlt?

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