Kunst
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Schon 586'862 Flüche verschickt – Roger Köppel muss sich wappnen.
bild: screenshot/theaterneumarkt

«Schweiz entköppeln»: Kunstaktion des Theaters Neumarkt sorgt für rote Köpfe

Mit der Aktion «Schweiz entköppeln» sorgt das Theater Neumarkt für Aufsehen – und für rote Köpfe. Politiker aller Couleur verurteilen die geplante Performance, bei der ein Exorzist den «Weltwoche»-Verleger und SVP-Politiker Roger Köppel vom Geist eines Nazi-Publizisten befreien soll.



Die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) verurteilt die Aktion des Theaters Neumarkt gegen SVP-Nationalrat und «Weltwoche»-Verleger Roger Köppel. Sie überschreite die rote Linie und sei geschmacklos, sagte Mauch am Mittwoch im Gemeinderat.

Ihrer Meinung nach handle es sich um «schlechte Satire», sagte Mauch und betonte, dass Kunst manchmal auch schlecht sei. Sie werde die Aktion im Verwaltungsrat des Theaters thematisieren.

Mauch sagte aber auch, dass die Stadt die künstlerische Freiheit der von ihr subventionierten Institutionen respektiere. Die Subventionen für das Theater Neumarkt seien vom Parlament beschlossen. Es wäre falsch, deshalb jetzt eine politische Debatte zu führen.

Das Theater Neumarkt will mit seiner Aktion «Schweiz entköppeln» für eine Performance vom 18. März werben. Gemäss dem Programm soll dabei ein «erfahrener Exorzist» Köppel vom Geist Julius Streichers befreien, der in Nazideutschland das antisemitische Blatt «Der Stürmer» herausgegeben hatte. Von diesem sei der SVP-Nationalrat eindeutig besessen, heisst es in der Ankündigung im Internet.

Über die Website kann Köppel verflucht werden: So kann dem Nationalrat beispielsweise ein Autounfall oder die Krankheit Ebola gewünscht werden.

Die zur Auswahl stehenden Flüche:

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bild: screenshot/theaterneumarkt

SVP und FDP sind empört

Die FDP und die SVP der Stadt Zürich reagierten mit scharfen Worten auf die angekündigte Aktion des subventionierten Theaters. Diese sei an «dumpfer Primitivität nicht mehr zu übertreffen», heisst es in einer Stellungnahme der SVP. Das Ganze müsse personelle Konsequenzen haben – auf allen Ebenen.

Die FDP zeigte sich empört über die «niveaulose Aktion». Damit überschreite das Theater Neumarkt eine rote Linie auf der persönlichen Ebene. Eine kontraproduktivere Aktion sei kaum vorstellbar. Die FDP forderte Stadtpräsidentin Corine Mauch dazu auf, diese Aktion sofort zu stoppen.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich das Theater Neumarkt mit Köppel beschäftigt. 2013 inszenierte Regisseur Milo Rau während drei Tagen einen öffentlichen Gerichtsprozess gegen den «Weltwoche»-Chef. Köppel wurden unter anderem «Panikmache, Diffamierung und Rassendiskriminierung» vorgeworfen. Der fiktive Prozess endete damals mit einem Freispruch. (wst/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Emperor 18.03.2016 23:43
    Highlight Highlight Ich finds schade, dass Mauch hier einknickt wie ein Schilfhalm... Solange wir diese Rechtsextremisten immernoch so behandeln wundert es mich nicht, wenn sie noch als Bürgerliche in den Zeitungen stehen...
  • Angelo C. 18.03.2016 11:21
    Highlight Highlight
    Hier eine ach so typische Antwort dieses künstlerischen Gartenzwergs und Schlingensief-Billigverschnitts Ruch :

    Warum haben Sie dann damals die Anzeige veröffentlicht, wenn Sie Köppel gar nichts Böses wollen?
    Das war doch eindeutig: Als Werbung für das Stück, das wir damals in Dortmund aufführen wollten. Wir hätten den Saal sonst nicht vollgekriegt.

    http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Ich-selbst-habe-einen-tiefen-Ekel-vor-Gewalt/story/16501569

    Ich denke, Angelo C. wird diesem effekthascherischen Bluffer noch ein Email senden, bei dem ihm die fettigen Nackenhaare aufstehen dürften 😉!
    • lemeforpresident 16.10.2016 10:34
      Highlight Highlight Kunst, schon mal davon gehört? Aber du bist halt «ganz en härte Siech»...
  • Fly Baby 18.03.2016 07:48
    Highlight Highlight Die meisten hier argumentieren, wie wenn die Flüche wirken würden. Glaubt ihr alle an Voodo Zauber oder an Aberglauben?
  • Angelo C. 17.03.2016 11:09
    Highlight Highlight Man mag zu Köppel stehen wie man will, doch wer derart unsäglichen Dreck, verbunden mit Wünschen nach Querschnittlähmung und grotesken Vergleichen zu Julius Streichers "Stürmer" als Kunst anbietet, hat dasselbe Niveau wie seinerzeit Thomas Hirschhorn, der in Paris auf eine Blocher-Foto pissen liess, wodurch die Subventionen an "Pro Helvetia" zurecht um eine Million Franken gekürzt wurden. Man kann nur hoffen, dass diesem qualitativ miesen Schmalspurtheater am Neumarkt ähnliches widerfährt und wäre ich Köppel, würde ich mir eine (chancenlose) Strafanzeige dennoch überlegen. Einfach widerlich!

    • rodolofo 18.03.2016 07:41
      Highlight Highlight Jedenfalls erinnerst Du Dich noch sehr gut an Thomas Hirschhorn, wie er einen Hund spielte, der gerade sein Bein hebt, um über ein Blocher-Poster zu pissen...
      An welche von "Pro Helvetia" gesponserte Kunst erinnerst Du Dich sonst noch?
    • Emperor 18.03.2016 23:42
      Highlight Highlight naja, was so abwegig finde ich Hirschhorn jetzt auch nicht wirklich, was sollen wir den sonst mit diesen Rechtsextremen machen? Ihnen Kauknochen schenken?
  • Anker 17.03.2016 09:56
    Highlight Highlight "Das geht zu weit" - ein Inhalt von Satire oder "Kunst" ist es zu weit zu gehen, Grenzen zu sprengen, die Medaille mal umzudrehen, genauso geht die SVP/Weltwoche als politische Partei und nicht als Satire-Gruppe! ständig zu weit, diskriminiert und verurteilt Millionen, gar Milliarden von Menschen, aber das ist ja Ok, solang es nicht ums eigene Ego/Land/Volk geht...?! Dreamer du...! ;-)
  • Sapere Aude 17.03.2016 09:38
    Highlight Highlight Geht bischen unter die Kategorie "in China ist ein Sack Reis umgefallen". Geschmacklose Aktion, schade muss sich ein Theater auf ein solches Niveau herunterlassen. Wer aber über Jahre unteranderem auch gegen Kunstschaffende hetzt und im Allgemeinen polarisiet muss sich nicht wundern, wenn bei gewissen eine Sicherung durchbrennt.
  • Spooky 17.03.2016 09:27
    Highlight Highlight Ruch ist ein Esel.
  • Fly Baby 17.03.2016 09:24
    Highlight Highlight Gelungene Aktion. Köppel hat es verdient. Ihm soll ruhig der Spiegel hingehalten werden.
    • Fly Baby 17.03.2016 15:25
      Highlight Highlight @sound. Wenn sie sich über solche Art von Kunst empören und kaum Luft bekommen. Sollten Sie sich auch über die Parodie von Charlie Hebdo über Mohammed empören. Tun sie das? Ich bezweifle es...
  • Lowend 17.03.2016 09:21
    Highlight Highlight In der Kunst- und Kulturmetropole Wien steht über dem Eingang der Secession, dem Museum der Vereinigung bildender Künstler aus der Zeit des Fin de siècle, folgender Spruch, dem eigentlich nichts mehr hinzuzufügen ist, denn wo es hinführt, wenn die Kunst ihrer Freiheit beraubt wird, haben uns die Nazis gezeigt!
    Benutzer Bild
  • Tomlate 17.03.2016 09:13
    Highlight Highlight Ich mag Köppel überhaupt nicht. Seine ganze Austrahlung ist fürchterlich und sagt genug über sein Innenleben. Aber verfluchen? Wünschen, dass er einen Autounfall hat? An Ebola erkrankt? Das ist unterste Schublade, die man eigentlich genau diesen Leuten vorwirft.
  • Louie König 17.03.2016 09:08
    Highlight Highlight Als Erstes muss ich sagen, dass ich von der Aktion auch nicht wirklich begeistert bin, da es niemandem weiterhilft. Und Jemandem eine Krankheit etc. zu wünschen ist in meinen Augen auch in den unteren Niveau-Schubladen zu finden. Aber die Aktion verbieten? Gehts noch? Was ist jetzt plötzlich mit der Meinungsfreiheit, die immer wieder von der SVP und deren Anhängern gefordert wird? Gegen alles "Nichtschweizerische" schimpfen und fluchen, auf einem sehr tiefen Niveau, selbst aber sofort Verbote fordern, wenn dasselbe mal einem ihrer Exponenten passieren soll. Lächerlich diese Sünnelis...
  • Fairness_3 17.03.2016 08:41
    Highlight Highlight Unterstes Niveau. Primitivkultur der Subventionskünstler. Und so intellektuell und differenziert. Ich bewundere.
  • mxvds 17.03.2016 08:38
    Highlight Highlight den Exorzisten hätte ich als Kunstaktion "gegen Köppel" toll und originell empfunden. Die Flüche finde ich persönlich jedoch auch sehr geschmacklos. Wir sollten allgemein gegen Mitmenschen (egal welcher Art) nichts schlechtes wünschen. Dadurch gehen wir nur auf das gleiche unterirdische Niveau und bringen tut es nichts.
  • Hierundjetzt 17.03.2016 08:31
    Highlight Highlight Ich mag Köppel gar nicht (meine politische Ausrichtung ist hier ja hinlänglich bekannt) aber das geht zuweit. Das ist auf den Mann gespielt von Bünzli-Schweizer die sich ja als soooooooooo weltoffen geben.

    Dudes vom Theater: seit ihr aber nicht. Ihr seit peinlich
    • Felix Haldimann 17.03.2016 09:34
      Highlight Highlight seid*
      Recht hast du trotzdem. ;)
    • Hierundjetzt 17.03.2016 10:47
      Highlight Highlight :) aargh. Natürlich! Das lern ich wohl nie :/
    • Felix Haldimann 17.03.2016 10:58
      Highlight Highlight Ist mir auch schon passiert^^
      Da tappen aber wirklich extrem viele in diese Rechtschreibefalle.
  • Lowend 17.03.2016 08:16
    Highlight Highlight Jetzt wird es sicher wieder eine rechte Hexenjagd gegen Satire und Kunst geben und der Pöbel schreit nach Scheiterhaufen für die Künstler, die sich so etwas wagen, aber über eine halbe Million Verfluchende können sich nicht irren und es ist bei Flüchen so wie beim Vodoo; Sie wirken nur bei denen die daran glauben! Darum: "Verflucht seit all ihr Hypokriten!"
    • Anam.Cara 17.03.2016 12:02
      Highlight Highlight Ganz ruhig, Lowend. Noch gibt es keine allgemeine Hexenjagd und die Gegenseite (Köppel/SVP) hat keine Scheiterhaufen gefordert.
      Es ist meiner Meinung nach ok, wenn wir mögliche Folgen von Ereignissen aufzeigen, aber wehren sollten wir uns nur gegen Tatsachen...
  • Herbert Anneler 17.03.2016 08:15
    Highlight Highlight So wie Köppel in den Wald ruft, so schallt es halt auch zurück: die SVP hat kein Alleinrecht auf Kritik, Häme und Satire - höchstens auf Realsatire.
    • Anam.Cara 17.03.2016 12:03
      Highlight Highlight Grundsätzlich stimme ich Dir zu, Herbert Anneler. Aber der öffentliche Aufruf, jemanden mit einem Fluch zu belegen, ist nicht Kritik, Häme und Satire.
  • rodolofo 17.03.2016 08:06
    Highlight Highlight Köppel ist sozusagen der "Erzfeind des künstlerischen Schaffens", weil er allen vorschreiben (wortwörtlich) möchte, wie wir zu denken haben.
    Aber die KünstlerInnen will frei sein!
    Denn "Kunst" hat nichts mit "künstlich" zu tun, aber seh viel mit "Ausdruck und Charakter"!
    Aber wir können Köppel auch als eine Art provokatives Kunstwerk begreifen. Er lebt stellvertretend für uns etwas zutiefst menschliches aus.
    Und interessanterweise reagiert er selber sehr gelassen auf die Aktion der Künstler, während seine Gefolgschaft (SVP und FDP) schäumt vor Wut und nach staatlicher Zensur schreiht...
  • dnsd 17.03.2016 07:56
    Highlight Highlight Ich erkenne keine Satire, kein Witz und keine Kunstform... Einfach nur primitive, kindische und vor allem linke Steuergeldverschwendung.
    • kurt3 17.03.2016 12:35
      Highlight Highlight Danke für den ach so witzigen Post . Eine Frage noch : gibt es eigentlich nur linke Steuergeld -Verschwendung ? Wenn dem so ist , wär' s ein Peonasmus .
  • Anam.Cara 17.03.2016 07:27
    Highlight Highlight Ich mag Köppel nicht. Aber die Idee des Theaters finde ich voll daneben. So sollten wir den politischen Disput in der Schweiz nicht führen wollen.

    Es ist genauso daneben, das Stück verbieten zu wollen - u.a. weil das Theater subventioniert wird. Beim Verbot von unangenehmer Kunst (zeitweise sagte man dazu "entartet") beschleicht mich ein richtig schlechtes Gefühl.
    Kunst muss die Freiheit haben, geschmacklos zu sein.

    Die Webseite (provokative Werbung) würde ich allerdings schon eher von Netz nehmen lassen. Ein öffentlicher Aufruf, jemandem einen Unfall zu wünschen, müsste strafbar sein...
  • pamayer 17.03.2016 07:15
    Highlight Highlight tja, Köppel schiesst auch ehr als scharf, und sein nazi-versteher artikel ist ein klares statement seiner politischen haltung!
    trotzdem finde ich diese aktion nicht gerade angebracht.
    sein persönliches mailkonto zu leakem wäre da schon konstruktiver, da wahrscheinlich sehr aussagekräftig...
  • ElMundo 17.03.2016 06:18
    Highlight Highlight Kunst ist Frei und offen , immer.

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