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 Marcin Zaborowski

Bild: marcin zaborowski/montage watson

Er fotografiert Kinder mit Down-Syndrom – das Motto: «Sieh uns mit anderen Augen»

Elisabeth Kochan / watson.de



«Sieh uns mit anderen Augen.»

Eine Aufforderung, die viele Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung sicher gern einmal an ihre Mitmenschen richten würden – denn in unserer Welt wird angestarrt, wer nicht der «Norm» entspricht, wer anders aussieht, sich anders verhält. Dabei gerät die Tatsache, dass «anders» eine Frage des Standpunkts ist, häufig in Vergessenheit – und diese Standpunktfrage versucht uns die Initiative «Look at us a little differently» der polnischen Vereinigung der Familien und Freunde von Kindern mit Down-Syndrom, kurz Iskierka, vor Augen zu halten ...

... mit dieser Bilderreihe.

«Sieh uns mit anderen Augen», fordern die Bilder des polnischen National-Geographic-Fotografen Marcin Zaborowski. Sie zeigen Kinder mit Down-Syndrom – die unbeschwert lachend und stolz in die Kamera schauen und so zeigen, wie befreiend es sein kann, für einen kurzen Moment keinen Vorurteilen und kritischen Blicken ausgesetzt zu sein. 

Wir haben mit dem Fotografen über das Shooting gesprochen.

Die Organisation Iskierka (dt.: «Funke», «Glanz») wünschte sich Bilder, die «ein bisschen anders» sind – und allein die Reaktion auf die Fotos in den sozialen Netzwerken zeigt: «Anders» kommt gut an. Dabei war es für Marcin Zaborowski, den Fotografen, keine leichte Aufgabe, denn er hatte noch nie zuvor mit Kindern oder Menschen mit Behinderungen gearbeitet.

«Es war eine grosse Herausforderung für mich. Ich arbeite für meine Bildreportagen meist mit Flüchtlingen, nicht im Studio. Ich habe zuvor nie Kinder fotografiert; das ist schwierig, vor allem, wenn es ums Posieren geht. Ausserdem hatte ich noch nie die Gelegenheit, mit Menschen mit Behinderungen zu arbeiten.
Ich bin demnach sehr glücklich darüber, dass alles besser lief, als ich es mir vorgestellt hatte – und das liegt ganz an diesen Kindern, ihrer Ausstrahlung und ihrer Persönlichkeit. Es war eine wunderschöne Erfahrung.»

Marcin Zaborowski gegenüber watson

Marcin Zaborowskis Fotos wurden inzwischen in vielen Ländern geteilt.

Laut ihm haben die Bilder der Kinder mittlerweile fast 100'000 Menschen erreicht – und offensichtlich zutiefst berührt, wenn man sich allein die vielsprachigen Kommentare unter den Posts auf seinem Instagram-Profil durchliest. 

«Danke, dass du diese wunderschönen Gesichter eingefangen hast!»

... schreibt casi.rae instagram

Wer lächelt hier so schüchtern? Krzyś.

«Ich würde so gern eines Tages meine Tochter auf diese Art fotografieren. Danke für diese Kampagne.»

... schreibt andylikeswords instagram

«Ich liebe deine Arbeit, ich liebe deine Fotos, aber vor allem bewundere ich dein Einfühlungsvermögen. Ich bin dir dankbar, dass du das Down-Syndrom mit so viel Liebe sichtbar machst.»

... schreibt addrianadiaz instagram

Wie die Kinder selbst auf ihre Bilder reagiert haben, erzählt uns der Fotograf:

«Die Kinder freuten sich, als sie ihre Gesichter in der Ausstellung sahen, die letzte Woche [in Stettin] eröffnet wurde. Am glücklichsten waren aber wohl die Eltern der Kinder, die (wie ich) völlig überrascht waren, wie wundervoll die Fotos ihrer Kinder in der Welt aufgenommen wurden.»

marcin zaborowski gegenüber watson

Und letztlich waren sie vor der Kamera vor allem eins – ganz typische Kinder:

«Es machte ihnen Spass, aber leicht war es nicht. Kinder eben: Jedes hatte seinen eigenen Kopf und manche von ihnen interessierten sich mehr für alles andere als für die Kamera ...»

Marco zaborowski gegenüber watson

Ganz nach dem Motto der Kampagne «Sieh uns mit anderen Augen» tun diese Bilder genau das, was sie sollen: Sie zeigen die Kinder in einem anderen, nicht von Vorurteilen verfärbten Licht und eben genau so, wie sie sind – fröhlich, ernst, neugierig, stolz. Einzigartige Gesichter, die es nicht verdienen, über einen diskriminierenden Kamm geschoren zu werden.

«Gott hat mir keine Beine gegeben, aber Talent»

abspielen

Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • yeahmann 10.12.2018 03:07
    Highlight Highlight tolle fotos und momente. leider zielen sie am ziel vorbei. sie sind zu gestellt.
  • Baba 10.12.2018 00:43
    Highlight Highlight
  • revilo 09.12.2018 15:55
    Highlight Highlight Vor Jahren absolvierte ich den Zivildienst in einem Behindertenheim. Noch heute denke ich viel daran und bin mir sicher dass wir uns viel von ihnen abschauen könnten. Diese Freude an kleinen Dingen, das ehrliche Direkt-sein und vieles mehr, macht sie für mich zu Vorbilder.
    • tolgito 09.12.2018 17:38
      Highlight Highlight Genau wie Kinder eben. Sich an kleinen Dingen erfreuen und die Direktheit

Es begann, als er Raumschiffe in der Bibel fand: Erich von Däniken und die Ausserirdischen

Erich von Däniken (84) ist einer der weltweit bekanntesten Schweizer. Er hat über 75 Millionen Bücher zum Thema «Ausserirdische» verkauft. Im Interview spricht er unter anderem über den Glauben an Gott, das Leben nach dem Tod, er erzählt über seinen Werdegang vom Hoteldirektor zum Bestseller-Autor und was beim Mystery Park schief gelaufen ist.

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Mit ihren Theorien – die Götter waren ausserirdische Besucher, wir stammen von Ausserirdischen ab – kann der Eindruck entstehen, Engel seien bloss Astronauten.So ist es ganz und gar nicht. Ich bin in christlicher Tradition erzogen und nie ein gottloser Mensch geworden. Ich bin nach wie vor Mitglied der Katholischen Kirche und ich bete jeden Tag. …

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