DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Das ist alles, was Cédric Waldburger besitzt.
Das ist alles, was Cédric Waldburger besitzt. bild: screenshot youtube
Gesicht des Verzichts

Er verzichtet auf eine Wohnung und besitzt nur 64 Dinge: Cédric Waldburger ist Minimalist

Cédric Waldburger besitzt exakt 64 Dinge. Der 30-Jährige ist Minimalist. Wie das ist und was er sich trotz allem gönnt, verrät er watson in der neuen Serie «Gesicht des Verzichts».
25.02.2019, 14:0526.02.2019, 09:22

Cédric Waldburger, 30-jährig, lebt seit fast drei Jahren ohne Wohnung. Alle seine Besitztümer passen in einen grossen schwarzen Rucksack. 64 sind es an der Zahl – Waldburger zählt akribisch nach und listet alles fein säuberlich in einem Excel-File auf.

Serie «Gesicht des Verzichts»
Kein Alkohol, kein Fleisch, kein Zucker. Verzicht ist in. Aber kannst du dir vorstellen, auf eine Wohnung zu verzichten? Oder jeden Tag dasselbe Kleidungsstück zu tragen? Wir auch nicht (so ganz). Deshalb stellen wir dir in der Serie «Gesicht des Verzichts» junge Menschen vor, die ganz bewusst auf alltäglich scheinende Dinge verzichten. Und sie erzählen uns, warum sie sich dafür entschieden haben – und was sie antreibt.

Der junge Schweizer Unternehmer ist Minimalist. Er verzichtet auf alles in seinen Augen Überflüssige und behält nur Dinge, die er wirklich braucht. Ein Telefon zum Beispiel – oder ein paar schwarze Zehenschuhe, Grösse 43.

Vor rund sieben Jahren begann der Zürcher, seine vielen Besitztümer als lästig zu empfinden. Er wollte flexibler werden. Und begann zu zählen – und zu reduzieren.

Ich spare ...

Viel Zeit. Ohne Auto oder Wohnung kann ich mich auf das Wesentliche und tolle Projekte konzentrieren. Ich muss am Wochenende nicht meine Küche putzen, mein Auto waschen oder die Reifen wechseln.

Ich verzichte auf ...

Alle materiellen Dinge, die nicht wesentlich zu meinem Glück beitragen. Wenn ich mir überlege, was mich wirklich glücklich macht, dann sind es Momente, in denen ich etwas gelernt habe oder ein Aha-Erlebnis erlebte – und nicht wegen des Kaufs oder Besitzes von materiellen Dingen.

Ich gönne mir ...

... Zeit mit Freunden und viele spannende Erlebnisse.

Hier bin ich noch nicht so konsequent, wie ich eigentlich sein will ...

Ich bin sehr konsequent, was meine Besitztümer angeht. Ich würde sogar noch mehr loswerden, wenn ich könnte. In meinem Kopf herrscht aber häufig noch Chaos. Es ist sehr rar, dass ich mich mehrere Stunden am Stück mit nur einem Thema befasse. Ich wünschte, ich könnte auch die vielen Gedanken in meinem Kopf konsequent reduzieren.

Nachhaltigkeit ist für mich ...

Nachhaltigkeit hat viel mit Bewusstsein zu tun. Ich versuche bewusst, an verschiedenen Orten zu sparen. Auch wenn das nicht immer gelingt. Ich fliege sehr viel und belaste damit die Umwelt. Natürlich wäre es nachhaltiger, das Fliegen zu reduzieren. Bislang gibt es jedoch noch keine Technologien, die es mir ermöglichen, eine gute Zeit mit anderen Menschen zu verbringen, ohne dass ich sie vor Ort besuche. Ich arbeite zwar viel mit Videocalls und Chats, aber da diskutiert man über das Geschäft und nicht über persönliche Dinge.

Das grösste Problem unserer Gesellschaft ist ...

Ablenkung. Die meisten Menschen führen ein Leben vollgestopft mit Sachen – materielle und immaterielle Dinge. Sie alle brauchen Zeit und Aufmerksamkeit. Das führt dazu, dass wir oft sehr zerstreut sind und kaum zur Ruhe finden.

Für 2019 wünsche ich mir ...

Weiterhin meine Ziele verfolgen zu können. Ich möchte versuchen, weniger zu fliegen – und mich auf weniger Projekte fokussieren.

Das weiss noch niemand über mich ...

Überall, wo ich häufiger bin, habe ich einen Handföhn dabei. Ich suche auch meine Hotels danach aus, ob sie einen Föhn haben oder nicht. Ich kann mich einfach besser konzentrieren, wenn der Föhn laut läuft. Das Geräusch und die Wärme hilft mir, mich zu fokussieren.

*Als watson mit Waldburger das Interview führte, war er noch ohne Wohnung. Unterdessen hat er sich temporär in einer Wohnung in der Nähe von Zürich niedergelassen.

So cool ist es WIRKLICH, im Januar auf Alkohol zu verzichten

Video: watson/Knackeboul, Madeleine Sigrist, Emily Engkent

So sah IKEA-Werbung aus, bevor sie cool sein wollte ...

1 / 15
So sah IKEA-Werbung aus, bevor sie cool sein wollte ...
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

118 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Ohniznachtisbett
25.02.2019 14:08registriert August 2016
Keine Wohnung zu haben und dafür immer im Hotel zu wohnen zeugt für mich nicht unbedingt von Verzicht, eher von "es sich leisten können" und etwas Faulheit. Was ich jetzt nicht schlimm finde, jedem das seine, aber sich dann noch als "Verzichtender" darstellen, naja ich weiss ja nicht so recht.
133534
Melden
Zum Kommentar
avatar
niklausb
25.02.2019 14:01registriert März 2015
Der lauffende Föhn passt zum Fliegen. Sorry dann nimm den lauffenden Föhn halt mal mit deinem Laptop bzw. Smartphone auf und höhr s dir als MP3 in der endlosschlauffe an.
10269
Melden
Zum Kommentar
avatar
Maya Eldorado
25.02.2019 18:17registriert Januar 2014
Er besitzt sehr wenig. Aber benutzen tut der noch ein vielfaches dazu. Z.B. hat es in einem Hotelzimmer Einiges, das er benutzt.

Die Meister im Wenigbesitzen sind die Obdachlosen. Auch benutzen sie wenig, weil die meisten dazu gar kein Geld haben.

Jetzt lass doch mal einen Obdachlosen zu Wort kommen. Es ist höchste Zeit.
2241
Melden
Zum Kommentar
118
Das ist jetzt das teuerste Auto der Welt. Der Preis: 🤯
Der Autobauer Mercedes-Benz hat eines von nur zwei Exemplaren des 300 SLR Uhlenhaut-Coupés für 135 Millionen Euro versteigert. Der Wagen aus dem Jahr 1955 ist damit nach Angaben des Unternehmens das bis dato teuerste Auto.

Wie das Unternehmen am Donnerstag in Stuttgart mitteilte, fand der Verkauf bei einer Auktion am 5. Mai im Museum des Autokonzerns statt. Der Käufer sei ein privater Sammler. Das zweite Exemplar bleibe im Besitz von Mercedes und werde weiter in dem Museum ausgestellt.

Zur Story