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Influencer drehen auf Epstein-Island und generieren Millionenviews

FILE - This July 9, 2019, file photo taken from video, shows an aerial view of Little Saint James Island, in the U. S. Virgin Islands, a property purchased by Jeffery Epstein more than two decades ago ...
Little Saint James war eine der Inseln, die Jeffrey Epstein besass.Bild: AP

«Geldgeile Geier»: Influencer drehen auf Epstein Island und generieren Millionen Views

Seit der vollständigen Veröffentlichung der Epstein-Files ist das öffentliche Interesse für den Fall riesig. Influencer versuchen nun, davon zu profitieren.
19.03.2026, 13:5619.03.2026, 14:29

Mehrere Millionen Aufrufe haben die Epstein-Island-Videos, die in den letzten Wochen auf YouTube veröffentlicht wurden. Alle kommen sie von verschiedenen Influencerinnen und Influencern. Sie nutzen den «Hype» um die Epstein-Files und reisen auf die Insel, die einst dem Sexualstraftäter gehörte, um Content zu drehen. Von den Beiträgen sind jedoch nicht alle begeistert.

Um auf die Insel Little Saint James zu gelangen, fliegen die meisten der Content Creator nach Saint Thomas. Saint Thomas ist die nächstgelegene Nachbarinsel mit Flughafen. Dort sprechen sie mit Einheimischen, bevor sie sich auf den Weg auf die sogenannte Epstein Island machen. Wie die «Daily Mail» berichtet, kann man von Saint Thomas aus entweder mit Jet-Skis oder auch schwimmend nach Little Saint James gelangen.

Hier liegt Little Saint James:

Wenn sie dann erstmals auf der Insel gelandet sind, gehen die meisten der Creator inkognito. Einige trauen sich auch gar nicht selbst auf die Insel und lassen einfach Drohnen darüber fliegen. Der Grund dafür ist aber nicht die Geschichte der schrecklichen Dinge, die auf der Insel geschehen sind, sondern der neue Besitzer von Little Saint James. Der Milliardär Stephen Deckoff hat die Besuche der Internet-Stars nämlich nie bewilligt. Deckoff hat Little Saint James und die benachbarte Insel Great Saint James im Jahr 2023 für 60 Millionen Dollar gekauft.

«Ich wusste, dass das Video viral gehen würde»

Aus diesem Grund locken die meisten der Influencer auch mit Titeln wie «Ich habe mich auf die Epstein-Insel GESCHLICHEN». Einer davon ist der YouTuber Ahmad Aburob. In seinem Video ist zu sehen, wie er die Insel betritt und sich einem Bauwerk nähert, das als «Tempel» bezeichnet wird. «Ich habe das Video extra schnell gedreht, weil ich wusste, dass es viral gehen würde», sagte er dazu gegenüber NBC News.

Andere Content Creator konzentrierten sich in ihren Videos auch auf mögliche Tunnels unter Epsteins Insel. Ob es diese Tunnel tatsächlich gibt, wurde nie bestätigt. Aussagen in den veröffentlichten Files weisen jedoch darauf hin.

Auch wenn die Clips auf der Epstein-Insel online allesamt viral gehen, sind nicht alle Zuschauenden davon begeistert. «Ihr Influencer seid geldgeile Geier», schrieb etwa ein TikTok-User unter einem Video, während ein zweiter meinte: «Wie respektlos und schamlos muss man sein, um aus so einer schlimmen Geschichte Profit schlagen zu wollen?».

Little Saint James, die sogenannte Epstein Island, wurde 1998 von Jeffrey Epstein erworben. Die Privatinsel in den US Virgin Islands entwickelte sich über die Jahre zu einem Symbol für Machtmissbrauch und Geheimhaltung. Epstein soll dort einflussreiche Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Unterhaltung eingeladen haben, um Frauen zu missbrauchen. Die Abgeschiedenheit der Insel, kombiniert mit den schwerwiegenden Vorwürfen und zahlreichen ungeklärten Fragen, hat ihr einen beinahe mythischen Ruf verliehen.

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26 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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hans gwüsst
19.03.2026 15:33registriert Januar 2016
Schlagt ihr denn nicht auch Kapital daraus, wenn ihr über diese YouTuber berichtet?
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H.P. Liebling
19.03.2026 14:33registriert September 2018
Ich hasse jeden einzelnen "Influencer".
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Swen Goldpreis
19.03.2026 14:32registriert April 2019
«Wie respektlos und schamlos muss man sein, um aus so einer schlimmen Geschichte Profit schlagen zu wollen?»

Das finde ich einen seltsamen Vorwurf. Jedes Medienhaus, einschliesslich der Newsite auf der wir uns gerade befinden, hat über den Fall berichtet und mit unterschiedlichem Mass an Respekt gegenüber den Opfern daraus Kaptial geschlagen. So funktionieren Medien halt - egal, ob das nun riesige Verlage in der Hand von Milliardären oder Einmannbetriebe wie Youtuber sind.
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