Bad Bunny und sein Kampf gegen die Ungerechtigkeit
Die 68. Grammy-Verleihung geht als eine stark politisch gefärbte Nacht in die Geschichte ein. Auf der Bühne wagten es mehrere A-Promis, auf die Missstände in Amerika aufmerksam zu machen und gegen die Einwanderungs- und Zollbehörde ICE zu protestieren. Einer davon war der Musiker Bad Bunny. In seiner Dankensrede zum gewonnen Grammy sagte er: «Bevor ich Gott danke, möchte ich loswerden: ICE raus!»
Damit hat sich der Künstler erneut mit den Republkanern angelegt. So waren die Grammy-Verleihung längst nicht die einzige Veranstaltung, bei der Bad Bunny seine Reichweite für politische Statements nutze.
Kritik an Donald Trump
Heftige Kritik äusserte Benito Antonio Martínez Ocasio, wie Bad Bunny mit bürgerlichem Namen heisst, seit Jahren gegenüber Donald Trump. 2017 starben laut CBS unter der Regierung des US-Präsidenten beim Hurrikan Maria 3059 Menschen. 2975 davon in Puerto Rico. Daraufhin trug der Sänger, der selbst aus Puerto Rico stammt, bei einem Benefizkonzert ein T-Shirt mit der Aufschrift: «¿Eres Twitero o Presidente?», zu Deutsch: «Bist du ein Twitterer oder ein Präsident?». Damit machte er auf Trumps mangelnde effektive Katastrophenhilfe für Puerto Rico aufmerksam.
Politische Musik
Die Solidarität mit seinem Land lässt der 31-Jährige auch immer in seine Musik fliessen. Das Album «DeBÍ TiRAR MáS FOToS», für das er nun den Grammy gewonnen hat, ist dafür das beste Beispiel. In den verschiedenen Stücken geht der Musiker auf die Geschichte seines Heimatlandes ein. Er zeigt auf, wie der Inselstaat vom amerikanischen Imperialismus ausgebeutet wurde und die Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner durch Vertreibungen und wirtschaftliche Not immer mehr schrumpft. «DeBÍ TiRAR MáS FOToS» ist das erste Album, auf dem alle Songs auf Spanisch sind, das die Auszeichnung «Bestes Album des Jahres» gewann.
Das Album erschien am 5. Januar 2025 und seit November ist der Musiker auf Welttournee. Bereits im September verkündete er jedoch, dass er kein einziges seiner Tour-Konzerte in den USA spielen werde. Der Grund: Der Künstler fürchtete gross angelegte ICE-Razzien während seiner Gigs auf dem US-Festland. Laut mehreren internationalen Medien seien diese Konzerte besonders gefährt, da viele lateinamerikanische Zuschauer extra dafür in die USA reisen würden.
«DeBÍ TiRAR MáS FOToS» ist aber nicht das erste Mal, dass Bad Bunny mit seiner Musik ein politisches Statement setzte. 2022 nutze er das Musikvideo zu seinem Song «El Apagón», um einen Bericht der puerto-ricanischen Journalistin Bianca Graulau zu verbreiten. Das Musikvideo dauert fast 23 Minuten, weil es neben dem gesungenen Teil einen fast 20-minütigen Dokumentation über die Gentrifizierung, Vertreibung und Vernachlässigung von Puertoricanerinnen und Puertoricanern auf der Insel beinhaltet.
Einsatz für LGBTQIA+-Community
Neben seinem Einsatz für die puerto-ricanische Bevölkerung ist Bad Bunny auch für seine Bemühungen für die LGBTQIA+-Community bekannt. Immer wieder sprach er an Veranstaltungen über die Gleichstellung für Transgender-Menschen und weitere Personen aus der queeren Community.
Während seines Auftritts in der «Tonight Show Starring Jimmy Fallon» trug er etwa ein T-Shirt mit der Aufschrift «Sie haben Alexa getötet, nicht einen Mann im Rock». Damit gedachte er laut dem «Rolling Stones»-Magazin Alexa Negrón Luciano, einer Transfrau, die in der porturicanischen Gemeinde Toa Baja ermordet wurde. Für diese Einsätze bekam Bad Bunny den Vanguard Award, ein Ehrenpreis, der besondere Künstler für ihr Lebenswerk auszeichnet.
Donald Trump sagt wegen Bad Bunny Super Bowl ab
Wegen der öffentlichen Kundgebung seiner politischen Meinung an ein riesiges Publikum ist Bad Bunny für Donald Trump längst ein Dorn im Auge. Darum sorgte auch die Ankündigung, dass er als einer der Halftime-Show-Acts beim Superbowl auftritt für Aufruhr. So gehen viele Fans des Musikers davon aus, dass er am 9. Februar 2026 die Halftime-Show nutzen wird um erneut seine Stimme gegen Trumps-Politik zu erheben.
Darum kam es auch nicht unerwartet, dass der US-Präsident letzte Woche verkündete, dass er nicht vorhabe den Super Bowl zu besuchen. Der Grund dafür seien unter anderem die Acts Bad Bunny und Green Day. Gegenüber der New York Post sagte er dazu: «Ich bin dagegen. Ich halte sie für eine furchtbare Wahl. Es schürt nur Hass. Furchtbar.» Als zweiten Grund gab er zudem an, dass für ihn die Reise nach Santa Clara zu weit sei. Das obwohl er beim Super Bowl bereits gute Erfahrungen gemacht habe und ihn die Leute dort mögen würden.
