DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Der Journalist wurde 90 Jahre alt.
Der Journalist wurde 90 Jahre alt.Bild: AP
Im Alter von 90 Jahren

Kriegsreporter-Legende Scholl-Latour ist tot

16.08.2014, 15:0116.08.2014, 16:49

Der Journalist und Buchautor Peter Scholl-Latour ist tot. Der Nahost-Experte starb Samstagfrüh im Alter von 90 Jahren nach schwerer Krankheit in Rhöndorf am Rhein, wie der Propyläen-Verlag in Berlin mitteilte.

Scholl-Latour hatte unter anderem als Fernsehreporter aus zahlreichen Konfliktgebieten berichtet.

Der Verlag würdigte Scholl-Latour als einen «der Grossen des deutschen Journalismus.» Er habe «Kriege und Bürgerkriege unserer Zeit von Algerien über Vietnam bis zum Irak und Afghanistan aus nächster Nähe kennengelernt» und den Deutschen mit Reportagen, Filmen und Büchern die Welt näher gebracht.

Berichte aus dem Krieg

Scholl-Latour wurde am 9. März 1924 in Bochum geboren. Seine elsässische Mutter entkam als Jüdin knapp der Deportation. Er ging im schweizerischen Fribourg in ein Jesuiten-Kollege. 1945 geriet er kurzzeitig in Gestapo-Haft. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs meldete er sich bei einer französischen Elite-Einheit und kämpfte als Fallschirmspringer in Indochina. 

Seit 1950 als Journalist tätig, bereiste Scholl-Latour bis ins hohe Alter die Welt. Er berichtete aus dem Dschungel über den Vietnamkrieg, wurde Gefangener der Vietcong-Guerilla und zog mit den Mudschahidin durch Afghanistan.

Scholl-Latour veröffentlichte zahlreiche Sachbücher, in denen er die Beschreibung historischer Entwicklungslinien mit journalistischen Schilderungen verband – eine Arbeitsweise, die ihm auch Kritik und den Vorwurf der Vereinfachung eintrug. Sein letztes Buch «Der Fluch der bösen Tat. Das Scheitern des Westens im Orient» wird nach Angaben des Propyläen-Verlags im September erscheinen. (jas/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Brian vor Obergericht: «Es gab keinen Grund, mich zu fixieren»

13 Tage lang ist der junge Straftäter Brian in der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich ans Bett fixiert gewesen: Eine andere Möglichkeit habe es nicht gegeben, sagten drei beschuldigte Fachärzte vor dem Zürcher Obergericht. Brians Verteidiger glaubt dies nicht und fordert ein neues Gutachten. Das Urteil folgt später.

Zur Story