Nach den ersten gefühlvollen und gleichzeitig belebenden Tracks, die das Pflegidach spürbar aufheizten, erklärte Aaron Parks inmitten des Konzertes folgendes: Wenn man nicht wisse, in welchem Takt man klatschen solle, sei das Absicht und man solle sich einfach zurücklehnen und „chillen“. Das Publikum war dabei nicht allein – die Band selbst weiss oft selbst nicht, wann die Improvisation der einzelnen Künstler endet. Als Zuschauer sollte man daher nach eigenem Gefühl applaudieren.
Jedoch war im Konzert meistens ein klarer Takt zu erkennen, was deutlich an den zahlreichen nickenden Köpfen zu sehen war. Aaron und die Band wechselten oft die Stimmung von einem Lied ins andere, beispielsweise waren die letzten beiden Songs laut Aaron Poison mit darauffolgender Medicine. Der erste Song lässt/liesse sich als laut, aufbauend und aufweckend beschreiben, während die angekündigte Medicine eine beruhigende, auflockernde und beinahe meditative Wirkung hatte. Das Schweizer Publikum gilt als streng und schwer zu begeistern, doch Aaron Parks ist es in kürzester Zeit gelungen, dies zu ändern. Vom ersten bis zum letzten Lied waren die Leute gepackt und nickten, klatschten und jubelten.
Nachdem das Konzert vorbei war, bildete sich sofort eine Schlange begeisterter Jazz-Enthusiasten, die CDs und Schallplatten der Band kaufen wollten. Durch Aarons charmante und humorvolle Art hatte er beim Publikum einen grossen Eindruck hinterlassen. Sie seien begeistert und inspiriert von den musikalischen Fähigkeiten der Band. Mit dieser Inspiration ist auch das Ziel des Bass-Spielers David Ginyard Jr. erreicht, denn er teilte mit, dass es sein Ziel sei, Leute zu inspirieren, bis er in Rente gehe – was als Musiker wahrscheinlich nie der Fall sein wird. Er meinte, die verkauften Schallplatten und CDs seien der grösste Beweis dafür, dass die Leute durch ihren Auftritt im Pflegidach inspiriert worden seien.