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Das Einzige, was ihm blieb

Die gute Tat einer Telefonfirma: Wenn 10 Leute sich Tag und Nacht darum kümmern, die Stimm-Aufnahme von Stans verstorbener Frau wiederherzustellen



stan beaton

youtube/bbcradioleeds

Alles, was Stan Beaton von seiner Frau besass, war ihre Stimme auf dem Anrufbeantworter. 20 Jahre lang waren Stan und Ruby ein Paar, 2003 starb Ruby und für den Rentner aus Mirfield brach eine Welt zusammen. 

Trost und Halt gab ihm einzig die Stimme seiner Frau, die die Anrufer auf dem Telefonbeantworter bat, doch bitte eine Nachricht zu hinterlassen.

«Kurz nach ihrem Tode hörte ich die Aufnahme oft. Wenn ich mich niedergeschlagen fühlte, dann brauchte ich bloss den Anrufbeantworter einzuschalten»,

erzählte Stan Radio BBC Leeds. 

Im Dezember 2014 löschte die Telefonfirma Virgin Mobile infolge eines System-Updates die Aufnahme. Für Stan Beaton brach eine Welt zusammen. «Ich war tief erschüttert und gleichzeitig echt wütend auf Virgin.»

Beaton kontaktierte die Telefonfirma und diese versprach, alles zu tun, um die verlorene Aufnahme wiederherzustellen. Die Chancen waren jedoch äusserst gering: «Es glich einer Suche nach der Nadel im Heuhaufen», erzählt Rob Evans, Verantwortlicher bei Virgin Media. 

Zehn Angestellte durchforsteten drei Tage lang die interne Datenbank. Am 23. Januar wurden sie fündig. 

Ein Team von Radio BBC Leeds überbrachte dem 68-Jährigen Beaton in seinem Haus in Mirfield die frohe Botschaft.

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screenshot/bbc

«Zehn Leute kümmerten sich Tag und Nacht darum, die Aufnahme wiederherzustellen. Und sie haben es geschafft. Wir haben die Aufnahme hier.» – «Zehn Leute, wirklich? Das muss ein Vermögen gekostet haben!», Beaton konnte es kaum fassen.

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screenshot/bbc

«Offensichtlich war es den Aufwand wert. Würden Sie es gerne hören?» – «Ja, aber ich weiss nicht, wie ich reagieren werde.»

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screenshot/bbc

«Und, wie fühlt es sich an, Rubys Stimme zu hören, nachdem Sie dachten, sie für immer verloren zu haben?» – «Wunderbar, wunderbar ...», sagt Stan leise und wischt sich die Tränen aus den Augen.

Beaton war sichtlich gerührt von der Geste des Telefonunternehmens und versprach den Helfern eine Flasche guten Whiskey. «Ich habe einen ausgezeichneten Glennfiddich besorgt». 

Dass das Telefonunternehmen mit der Aktion eine ausgezeichnete Imagepflege betrieb, klammern wir an dieser Stelle grosszügig aus – der herzerweichenden Reaktion des pensionierten LKW-Fahrers sei Dank. (wst)

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Das darf doch nicht wahr sein!

«Unbekannter reisst Zweige von Strauch ab». Über diese und weitere Perlen des Lokaljournalismus haben wir heute gelacht

Wir geben es offen zu: Auch wir vermelden hin und wieder Unnötiges. Wir bemühen uns aber rechtschaffen, dieses Unnötige möglichst unterhaltsam zu verpacken – obwohl die Nüchternheit, mit der über die gestohlenen Zweige berichtet wird, fast nicht überboten werden kann.

Und dann gestehen wir gleich noch etwas: Die folgenden Zeitungsschnipsel sind nicht verifiziert und die Quellen unbekannt. Sprich: Die eine oder andere Meldung könnte ihren Ursprung auch in der Satire haben.

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