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Statt über Edward Snowden spricht er über «Edward mit den Scherenhänden»: «Experte» veräppelt TV-Moderatorin während Live-Sendung



Das hatte sich die Moderatorin des amerikanischen News-Senders TLN sicherlich anders vorgestellt: Für einen Bericht über den neu eröffneten Twitter-Account des Whistleblowers Edward Snowden hatte die Redaktion des Fernsehsenders einen Experten zugeschaltet.

Blöd nur, dass der vermeintliche Experte in Wirklichkeit ein humorvoller IT-Nerd ist, der sich einen kleinen Scherz erlaubt. Anstatt über Edward Snowden zu sprechen, redet er über «Edward mit den Scherenhänden», eine Figur aus dem gleichnamigen Film von Tim Burton aus den 90ern.

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Gestatten: Johnny Depp alias «Edward mit den Scherenhänden».
bild: screenshot/youtube

Der anschliessende Dialog zwischen der Moderatorin und dem «Experten», Jon Hendren, ist an Absurdität kaum zu überbieten: 

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bild: screenshot/youtube

«Einige Leute sagen, dass das, was Edward Snowden gemacht hat, eine Bedrohung für amerikanische Bürger darstellt. Glauben Sie, Snowdens Whistleblower-Tätigkeiten sind dieses Risiko wert?»

«Nun ja, natürlich könnte er Schaden anrichten. Aber ihn aus der Gesellschaft ausschliessen, bloss weil er anstelle von Händen Scheren hat? Das ist seltsam. Immerhin haben die Menschen erst Angst vor ihm bekommen, als er begann, mit seinen Scherenhänden Hecken in Form von Dinosauriern zu gestalten ...»

Scheinbar ungerührt von der Antwort Hendrens fährt die Moderatorin fort: 

«Und jetzt geniesst Snowden Asyl in Russland, das eine lange Geschichte von Menschenrechtsverletzungen hat. Ist das nicht heuchlerisch?»

«Noch einmal, wir sollten ihn nicht ausschliessen, nur weil er von seinem Meister nicht ganz fertiggestellt wurde und anstelle von Händen nun Scheren trägt und kein Herz hat. Edward mit den Scherenhänden ist für mich ein Held.»

So richtig zufrieden scheint die Moderatorin mit dieser Antwort nicht zu sein, also insistiert sie:

«Aber was für eine Entscheidung hat Snowden damit getroffen, nach Russland zu gehen?!»

«Wohin sonst hätte er gehen sollen? Wir haben ihn vertrieben! Wir bekamen es mit der Angst zu tun, als er mit seinen Scherenfingern ein Loch im Wasserbett gemacht hat. Das war unvernünftig von uns.»

An diesem Punkt ist die Moderatorin mit den Nerven bereits ziemlich am Ende. Trotzdem bedankt sie sich höflich bei Hendren. 

Offenbar wurde Hendren für die Liveschaltung auserkoren, weil er vor mehreren Jahren einmal einen Tweet zu Snowden abgesetzt hatte. Anders könne er sich seine Wahl jedenfalls nicht erklären, sagte er gegenüber dem Magazin Esquire.

Vielleicht hätten die Programmverantwortlichen gut daran getan, vor der Show den Twitter-Namen von Jon Hendren etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. «Fart» (dt. Furz) spricht nicht unbedingt für ein Höchstmass an Seriosität. (wst)

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Jon Hendren, KEIN Edward-Snowden-Experte!
bild: screenshot/youtube

Das ganze Video

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YouTube/EnergyMedia

«Edward mit den Scherenhänden» – die Wasserbett-Szene

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YouTube/Jonathan Ferguson

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