Dein Kind ist «schnäderfrässig»? Natürlich!
Für diesen Beitrag haben wir mit Psychologe und Kinderbuchautor Fabian Grolimund gesprochen. Den Podcast dazu kannst du hier nachhören:
Was ist Picky Eating?
Picky Eating beschreibt besonders wählerisches Essverhalten, also etwa das Ablehnen von neuen oder ungewohnten Lebensmitteln und Gerichten. Am liebsten Pasta ohne Sauce – und wehe, da ist irgendwo noch ein Stückchen Zwiebel auf der Pizza … Insbesondere bei Kleinkindern ist Picky Eating keine Seltenheit. In der Schweiz sagt man dazu – etwas abwertend – auch «schnäderfrässig».
Warum sind Kinder so wählerisch?
Man stelle sich das Jäger-und-Sammler-Kind vor, das einfach jede Beere isst, die es draussen findet: Das Risiko, sich dabei zu vergiften, ist ziemlich hoch. Wählerisch zu sein, ist also ein ganz natürlicher evolutionärer Schutz. Studien zeigen: Kleinkinder müssen mindestens 8- bis 15-mal mit einem neuen Lebensmittel in Kontakt kommen, damit sie es akzeptieren.
Mein Kind ist Picky Eater. Ist es damit die Ausnahme oder eher die Regel?
Wählerisches Essverhalten ist weit verbreitet. Etwa jedes fünfte Kind gilt phasenweise als Picky Eater. Meist mit etwa zwei Jahren beginnen Kinder, bestimmte Speisen nicht oder nicht mehr essen zu wollen. Good news: Es geht vorbei! Bei den meisten Kindern nimmt dieses Verhalten ab dem vierten Lebensjahr langsam wieder ab.
Ist Picky Eating gefährlich?
Meistens nicht. Solange dein Kind insgesamt genügend Nahrung aufnimmt, musst du dir in der Regel keine Sorgen machen. Wenn das Problem aber schlimmer wird, solltest du die Sache mit der Kinderärztin/dem Kinderarzt anschauen. Zum Beispiel dann, wenn dein Kind kein einziges Gemüse mehr isst, Gewicht verliert oder Picky Eating euer Familienleben zu stark belastet.
Was kann ich gegen Picky Eating tun?
Vor allem eines: Geduld haben! Biete deinem Kind ein neues Lebensmittel immer mal wieder an, auch wenn es zunächst ablehnt. Es kann sinnvoll sein, mit kleinen Portionen zu beginnen und Neues zusammen mit Vertrautem zu servieren. Auch unterschiedliche Zubereitungen helfen: püriert, gebraten, fein gerieben … Kontraproduktiv sind hingegen Druck oder Bestechungen – à la: Wenn du den Broccoli isst, gibt es später eine Glace.
Weitere Tipps zum Umgang mit Picky Eating findest du hier.
Alles, was du wissen musst.
Wir ❤️ saisonal & regional.
