Was ist grün, heiss und absolut ungezähmt?
Wer in Costa Rica ankommt, spürt es sofort, dieses unaufdringliche, fast schon zärtliche Gefühl der Befreiung. Das Leben scheint plötzlich langsamer. Hat das mit den Faultieren zu tun, die das zentralamerikanische Land so zahlreich bevölkern? Es scheint, als ob sich der Horizont dehnt, das Licht weicher wird und der Raum grosser. Ohne Frage hat das damit zu tun, dass Costa Rica eingerahmt ist von der Karibik im Osten und dem Pazifik im Westen, sodass der schmalen Streifen Land eine ungeahnte Vielfalt von üppigen Regenwäldern über mystische Kratersee bis zu strahlend weissen Badestränden bereithält.
Wellenritt? Hier der Hit!
Fährt man der nördlichen Pazifikküste entlang, gelangt man nach Guanacaste und der Provinzhauptstadt Liberia mit internationalem Flughafen. Unweit davon liegen kilometerlange Strände, wo die Sonne fast das ganze Jahr über scheint und sich die saphirblauen Wellen zum feinen Sand hin- und zurückziehen.
Sie lassen sich reiten: Costa Rica hat sich längst als eines der bevorzugten Reiseziele für Surferinnen und Surfer etabliert. Einer der spannenden Spots liegt am Strand von Potrero Grande im Santa-Rosa-Nationalpark. Die Belohnung für jene, die diese schaukelige Anreise per Boot von Playa del Coco oder Playa Ocotal auf sich nehmen, sind lange Wellen und konstante Barrels. Mit rasanten «Röhren» wartet im selben Nationalpark auch «Witch’s Rock» auf. Wer kaum satt wird von Paddeln, Stand und Take-off, findet an weiteren Stränden wie Naranjo Beach, Grande Beach und Nosara wonach es ihm dürstet.
Tief im «blauen Dschungel»
Ist die Verschmelzung mit Wind und Wasser doch vollendet, darf das Brett im warmen Sand ruhen, ähnlich wie das Schildkröten tun. Denn diese Spots laden auch dazu ein, mit Tauchmaske und Schnorchel tiefer gelegenen Geheimnisse des Ozeans zu ergründen. Costa Rica hat nämlich mehr als ein «hübsches Gesicht»: Über 500'000 Arten kreuchen und fleuchen hier. Das entspricht etwa 6,5 Prozent der weltweiten Biodiversität auf einem «Fleck», der gerade mal 0,03 Prozent der Erdoberfläche ausmacht.
So öffnet sich beim Schnorcheln das Meer als «blauer Dschungel», wo bunt beschuppte Bewohner schillern. Wenn die letzte Salzwasserperle auf der Haut getrocknet, zieht es einen formlich zu Kontrastpunkten, also an die Karibikküste.
Seelenvolle Streifzüge
An der Karibikküste ist alles tropischer, feuchter, bunter. Mangroven, Regenwald, sanfte Wellen, Reggae-Rhythmen im Hintergrund. Und nachts? Dann wandern Schildkröten im silbernen Mondlicht an den Stränden von Tortuguero und Cahuita, als hätten sie die Ruhe der Welt gepachtet. In «gepanzerter» Gelassenheit legen sie hier ihre Eier ab. Weiter im Dickicht lockt das tierische Durcheinander aus Affen, Faultieren und Tukanen, deren Farbpracht selbst Kinderbuchillustratoren verblüfft. Wer nun selbst bereit ist für einen grösseren Sprung, kann im zentralen Hochland landen.
Auf die genüssliche Tour
Im «Sandwich» von Pazifik und Karibik, im Herzen Costa Ricas, machen die Genussjunkies den Mund weit auf: Zwischen Lehmhäusern, Farmen und Plantagen riecht es überall nach Kakao und Kaffee. An Genuss-Hotspots wie Turrialba oder im Tal der Heiligen kann man erleben, warum Costa Rica zu den Spitzenreitern für Arabica-Bohnen zählt, und erfahren was hinter dem hier erfundenen «Honig-Verfahren» steckt.
Und Schokolade? Manufakturen lüften auf Touren das süsse Geheimnis vom Anbau bis zur Veredlung. Wer hätte gedacht, dass man das Lebensgefühl «Pura Vida» inmitten von Kakaobäumen sogar im Gaumen spüren kann?
