Schweiz
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Bezirksrichterin Franziska Roth strahlt nach ihrer Wahl in den Aargauer Regierungsrat in Aarau am Sonntag, 27. November 2016. Im Kanton Aargau hat die SVP erstmals einen zweiten Sitz in der Regierung erobert. In der Stichwahl setzte sich Bezirksrichterin Franziska Roth deutlich gegen Yvonne Feri (SP) und Maya Bally (BDP) durch. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Sie SVP setzt Franziska Roth ein Ultimatum. Bild: KEYSTONE

SVP-Ultimatum für umstrittene Regierungsrätin: Doch Franziska Roth will nicht zurücktreten



Die wegen ihrer Amtsführung auch bei ihrer eigenen Partei in die Kritik geratene Aargauer SVP-Regierungsrätin Franziska Roth will einem Interview zufolge «auf keinen Fall» zurücktreten. Sie leiste gute Arbeit und sei dem Aargauer Wahlvolk verpflichtet.

«Für mich steht ein Rücktritt absolut ausser Frage», sagte die Vorsteherin des Aargauer Gesundheits- und Sozialdepartements in einem am Dienstag publizierten Interview mit den «CH Media»-Zeitungen. Sie weist damit ein Ultimatum ihrer Partei für eine Bewährungsfrist zurück. Ihre über 400 Mitarbeiter im Departement seien trotz aller Widerwärtigkeiten motiviert, die Amtsgeschäfte seien auf Kurs. Sie habe Fehler etwa in der Kommunikation gemacht, sich dafür aber auch entschuldigt.

Sie habe in den letzten Tagen sehr viele interne und externe Rückmeldungen von Menschen erhalten, die sie ermutigt und zum Durchhalten aufgefordert hätten, sagte die 54-Jährige. Dass das Departement kurz vor dem Kollaps stehe und der Regierungsrat um «fünf vor Zwölf» habe einschreiten müssen, wies Roth zurück: «Diese Darstellung ist ganz einfach dummes Zeug.»

Ein anderer SVP-Politiker wird ebenfalls von der Partei kritisiert:

Die politische Quereinsteigerin Roth ist seit 2017 im Amt. Die frühere Gerichtspräsidentin von Brugg steht seither im Gegenwind, unter anderem wird ihr eine wenig kommunikative Führungskultur vorgeworfen. Zudem kam es in ihrem Departement wiederholt zu Abgängen von Führungsleuten. FDP, CVP und die Grünen kritisierten Roth im Kantonsparlament im März wegen «mangelnden Vertrauensverhältnisses» und «Geringschätzung» gegenüber Politikern. Die Aargauer Regierung lässt Roths Departement extern zu Organisation, Führung und Unternehmenskultur untersuchen.

Roths Partei, die SVP Aargau, kündigte am Montag ein Ultimatum an: Die Amtsführung müsse sich bis im Sommer «massiv» verbessern, ansonsten werde sie noch vor den Sommerferien von ihrer Partei zum Rücktritt aufgefordert. Die SVP drohte Roth zudem mit dem Parteiausschluss, sollte sich die Situation nicht verbessern und sie an ihrem Amt festhalten. (sda)

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«Niveaulosigkeit vom Feinsten»: Die SVP provoziert an ihrer Party mit K.-o.-Tropfen-Shots

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    Alle Leser-Kommentare
  • Capslock 19.03.2019 10:47
    Highlight Highlight Unfähigkeit, mangelnde Dosierkenntnisse, Kommunikationsmängel, Unfähigkeiten bei der Personalführung, uneinsichtig und Arroganz, schon etwas viel für eine Regierungsrätin, welche offenbar auf der ganzen Linie versagt hat. Da fragt man sich natürlich auch, wer denn diese Dame überhaupt zur Wahl empfohlen und damals in den Himmel empor gehoben hat . Ja, es war wieder mal die SVP, welche in Personalfragen nicht zum ersten mal einen kapitalen Bock geschossen hat und nun so tut, als hätten sie an der "Entwicklung" von Frau Roth keinen Einfluss gehabt. Ausreden müssen nun her!
  • Billy Meier 19.03.2019 10:19
    Highlight Highlight Luzi Stamm soll übernehmen.
  • Peter Panther 19.03.2019 09:19
    Highlight Highlight Stur beharrt Frau Roth sie habe ja Erfolg, indem sie Kosten gesenkt habe. Anscheinend hat der"erfrischenden Quereinsteigerin" niemand gesagt, dass Politikgestaltung mehr ist als nur das Vermeiden von Ausgaben, nicht mal ihre eigene Partei. Wie sollte das die SVP auch können, ihr ganzes Programm besteht ja aus nicht viel mehr als Verhindern und Vermeiden. In dem Sinn ist Frau Roth ein gutes Abbild ihrer Partei
  • Neruda 19.03.2019 09:05
    Highlight Highlight Schon als sie im Wahlkampf rausgehauen, dass Klassen mit 35 Schüler kein Problem wären wusste ich, dass diese Person nichts für taugt als Regierungsrätin, so sie auch keine Exekutiverfahrung hatte. Aber die SVP Schäfchen interessiert die Qualität ihrer Kandidaten ja nicht.
  • Billy Meier 19.03.2019 07:21
    Highlight Highlight Wie kommt es nur, dass die grösste Partei immer wieder derartige Personalprobleme hat?
    🤔
    • philosophund 19.03.2019 08:14
      Highlight Highlight „Wider dem Gehorsam“ 🤣
  • Schneider Alex 19.03.2019 07:12
    Highlight Highlight Eine kollegiale Geste der Regierungsratskollegen wäre das Angebot eines Departementswechsels. Offenbar reisst sich niemand um das DGS, ein bekanntes Haifischbecken!
    • äti 19.03.2019 08:37
      Highlight Highlight Anderorts klappts
    • freakykratos 19.03.2019 09:27
      Highlight Highlight Die SVP hat ja immer an der Vorgängerin rumgemotzt. Dann haben die Wähler wohl gedacht: Machts doch besser wenn ihr ja so gut seid.
      Nun sehen wir wie viel besser die SVP ist.
  • pamayer 19.03.2019 06:55
    Highlight Highlight Wenn die SVP eine der ihren absetzen möchte, muss es, wohl sehr krass zu uns her gehen.
  • murrayB 19.03.2019 06:14
    Highlight Highlight Lol, wenn nicht einmal Maudet zurücktritt wegen viel massiveren Vergehen, wieso sollte da Roth zurücktreten?
    • felixJongleur 19.03.2019 09:09
      Highlight Highlight Weil man die Ansprüche an sich nicht über den Vergleich mit solchen Exponenten wie Herr Maudet definiert?

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