Schweiz
Armee

VBS gewinnt Schmähpreis «Goldener Bremsklotz» – wegen F-35

VBS bekommt Schmähpreis «Goldener Bremsklotz» – weil es F-35-Infos nicht rausrücken will

Das Verteidigungsdepartement erhält den Journalisten-Schmähpreis «Goldener Bremsklotz» 2025. Der Grund: Es hatte externe Juristen engagiert, um gegen Medienanfragen vorzugehen.
28.01.2026, 04:3028.01.2026, 08:15

Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) sorgte im vergangenen Jahr gleich mit verschiedenen Aktionen für Unmut unter Medienschaffenden, wie das Recherche-Netzwerk investigativ.ch am Mittwoch mitteilte.

epa12685280 A F-35 fighter jet lands during an exercise at Schiphol Airport, Netherlands, 27 January 2026. The Royal Netherlands Air Force is training with four F-35 fighter jets and a transport and t ...
Problemflugzeug: Der F-35. (Symbolbild)Bild: keystone

Besonders störend sei der Umstand gewesen, dass das VBS innerhalb von zwei Jahren rund 175'000 Franken Steuergelder für externe Rechtsberatung ausgegeben hatte, dies, um sich gegen Auskunftsbegehren von Medienschaffenden zu wappnen, die sich auf das Öffentlichkeitsgesetz beriefen.

Anstatt die verlangten Unterlagen offenzulegen, engagierte das Departement eine Zürcher Kanzlei, um juristisch gegen die Veröffentlichung zu argumentieren, wie es weiter hiess. Dies zeige, dass der Schritt von Geheimhaltung zu Transparenz noch nicht geschehen sei.

Das Netzwerk kritisierte einen zunehmend problematischen Umgang mit der Kommunikation: Das VBS veröffentliche auf seiner Website «Richtigstellungen» zu kritischen Artikeln, die jedoch keine seien, sondern Verteidigungsschriften in eigener Sache. «Selbst wenn Fakten nachweislich falsch dargestellt werden, löscht das Departement entsprechende Passagen oder weigert sich, Fehler einzuräumen – wie im Fall der angeblichen Fixpreise für den Kampfjet F-35», hiess es.

VBS sieht Preis als Ansporn

Der Kommunikationschef des VBS, Renato Kalbermatten, nahm den Goldenen Bremsklotz entgegen. Er sehe den Preis auch als Ansporn: «Selbstverständlich müssen wir uns immer verbessern und hinterfragen – und das machen wir auch», wurde er in der Mitteilung zitiert.

Seit 2014 verleiht das Recherche-Netzwerk investigativer Journalistinnen und Journalisten jedes Jahr den Schmähpreis an die grössten Informationsverhinderer. Mit dem Preis will es auf Informationsverhinderung hinweisen. Auf die Shortlist schafften es dieses Jahr neben dem VBS auch der Verpackungskonzern Amcor, das Heilmittelinstitut Swissmedic und der Unternehmer Stéphane Barbier-Mueller. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
9 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9
«Wenn das so weitergeht, gehe ich nach Portugal» – so arm ist das Tessin
Im Tessin ist jeder und jede Vierte von Armut betroffen oder bedroht. Zu Besuch in einer Luganeser Suppenküche.
«Certo che te ne do una, sì, sì, dai, figurati»: Kim Castelli greift in die blaue Schachtel vor sich auf dem Tisch, klaubt daraus mit seinen verrussten Fingern eine Zigarette und streckt sie dem Mann hin. «Natürlich kannst du eine haben.»
Zur Story