Schweiz
Bern

Berner Polizist schreibt über das N-Wort: «Finde das ganz hübsch»

Polizisten versammeln sich vor dem Bundesplatz, am Mittwoch, 23. September 2021, in Bern. Die Kantonspolizei Bern wappnet sich gegen eine unbewilligte Kundgebung von Coronamassnahmen Gegner und will d ...
Die Berner Kantonspolizei bereitet sich auf einen Einsatz vor. (Archivbild)Bild: keystone

Berner Polizist schreibt über das N-Wort: «Ich persönlich finde das ganz hübsch»

03.12.2024, 07:2003.12.2024, 15:41

Ein Berner Polizist hat in einem Buch unter anderem über Selbstjustiz der Polizei und das N-Wort geschrieben. Das Buch erschien bereits 2018 unter einem Pseudonym, wie der Blick schreibt.

Im Vorwort philosophiert der Autor über das N-Wort. Er schreibt: «Ich persönlich finde das Wort Neger ganz hübsch und assoziiere damit kein negatives Gedankengut, dies, weil ich mitunter in einer anderen Zeit aufgewachsen bin.» Er sei ein «Geradeaustyp, der sich gerne so ausdrückt, wie er denkt».

In einem Kapitel über Rassismus schreibt der Polizist: «Polizisten sind keine Rassisten. Oftmals nur gebrannte Kinder.» Zudem würden seine Kollegen manchmal auch zu Selbstjustiz greifen. Dann nämlich, wenn ein schwarzer Dealer die Kollegen mit dem «Du-Idiot-was-willst-du-eigentlich-Blick anschauten». Dies habe einige seiner Kollegen so sauer gemacht, bis die Hand ausgerutscht sei.

Kapo Bern wusste vom Buch

Die Kantonspolizei Bern distanzierte sich auf Anfrage der Zeitung klar vom Buch: «Die vom Autor im erwähnten Buch gemachten Aussagen widerspiegeln in keiner Art und Weise die Werte der Kantonspolizei Bern.» Mit dem Mitarbeiter werde das Gespräch gesucht.

Die damalige Leitung der Kantonspolizei sei über das Buchprojekt informiert gewesen, schreibt die Zeitung. Der Autor distanziere sich nicht vom Text, sagte aber, dass dieser bereits einige Jahre alt sei. «Ich bin kein Rassist», sagt der Polizist gegenüber dem «Blick». Er möge alle Menschen und sei sehr weltoffen. Er meinte zudem, dass Selbstjustiz heute im Dienst nicht mehr geduldet werde. «Wenn das heute einer macht, ist er sofort weg.» (sda/cma)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Wohnungsbrand in Kradolf TG: 2 Personen von Balkon gerettet – 2 Katzen sterben
Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Kradolf TG sind am Freitag zwei Personen wegen Verdachts auf Rauchgasvergiftung zur Kontrolle ins Spital gebracht worden. Die Feuerwehr konnte zwei Personen von einem Balkon retten und den Brand im dritten Stock löschen.
Zur Story