«Zahlung wird bearbeitet» – warum du bei dieser Nachricht vorsichtig sein solltest
Anfang September erhielt Christine*, eine Genfer Rentnerin in den Siebzigern, eine SMS, die scheinbar von UBS stammte. Darin stand:
Übersetzung
Dieser Text wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Romandie geschrieben, wir haben ihn für euch übersetzt.
Beunruhigt ruft Christine die angegebene Nummer an. Eine Frauenstimme meldet sich.
Zu Hause angekommen, wird Christine misstrauisch. Sie ruft die besagte 022-Nummer nicht zurück. Stattdessen kontaktiert sie ihre Bank UBS über die 0800-Hotline. Ist eine Überweisung im Gang? Ist ihr Konto gesperrt? Auf beide Fragen antwortet ein Bankmitarbeiter mit «Nein».
Christine war offensichtlich Ziel eines Betrugsversuchs geworden. Das Telefongespräch mit der Person unter der 022-Nummer war offenbar ganz darauf ausgelegt, ihr Vertrauen zu gewinnen. Die Person schien über die persönliche Situation ihres Opfers sehr gut informiert zu sein.
Kurz darauf wird Christine erneut Ziel eines Betrugsversuchs per SMS. Diesmal sollen angeblich 400 Franken via Twint zur Überweisung bereitstehen. Erneut wird sie aufgefordert, eine 022-Nummer anzurufen. Nach dem vorherigen Betrugsversuch ist sie misstrauisch und ruft nicht an. «In beiden Fällen wollten die Betrüger mein Vertrauen gewinnen, damit ich ihnen meine Bankdaten gebe», vermutet Christine.
In einer Nachricht heisst es, eine Transaktion sei im Gang oder gerade bestätigt worden. Erkennt der Empfänger die Zahlung nicht, wird er aufgefordert, eine angeblich kostenlose Hotline anzurufen. Genau dort setzt die Betrugsmasche an.
Sogenanntes «sicheres Konto»
Nach dem Anruf geben sich die Betrüger als Mitarbeitende von Twint oder eines Finanzinstituts aus. Anschliessend versuchen sie, Informationen zu den Konten und Zahlungsmitteln ihres Opfers zu erhalten. Danach können sie behaupten, die betroffenen Bank- oder Twint-Konten sperren zu müssen.
In manchen Fällen fordern sie das Opfer sogar auf, das verfügbare Twint-Guthaben auf ein sogenanntes «sicheres Konto» zu überweisen. Die gesammelten Daten können für weitere Betrugsfälle verwendet werden. Überwiesenes oder gesendetes Geld lässt sich in der Regel nicht zurückholen.
Was du tun solltest, wenn du Ziel dieser Twint-Betrugsmasche wirst
Cybercrimepolice.ch empfiehlt, nicht zu antworten und die Nachricht zu löschen oder als Spam zu markieren. Verdächtige E-Mails und SMS können der Plattform ebenfalls gemeldet werden.
Im Zweifelsfall solltest du Twint oder dein Finanzinstitut direkt über die offiziellen Kanäle kontaktieren und nicht über die Kontaktdaten in der verdächtigen Nachricht. Sensible Daten solltest du nie weitergeben, ohne zuvor die Identität deines Gegenübers überprüft zu haben.
Falls du bereits Informationen weitergegeben oder Geld überwiesen hast, solltest du umgehend deine Bank kontaktieren, nachfragen, ob sich die Zahlungen zurückholen lassen, und die betroffenen Konten vorsorglich sperren lassen. Zudem wird empfohlen, einen Termin bei der Kantonspolizei zu vereinbaren und Anzeige zu erstatten.
*Name geändert
