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Cyberangriff auf IKRK in Genf – Hacker erbeuten Daten von 515'000 Personen

Das Internationale Rote Kreuz (IKRK) in Genf meldet am Mittwoch einen gross angelegten Cyberangriff. Generaldirektor Robert Mardini richtet einen dringenden Aufruf an die unbekannten Kriminellen.
19.01.2022, 23:4420.01.2022, 06:31

Das Internationale Rote Kreuz teilte am Mittwoch mit, durch den Angriff seien personenbezogene Daten und vertrauliche Informationen über mehr als 515'000 besonders schutzbedürftige Menschen kompromittiert worden.

Darunter seien auch Menschen, die aufgrund von Konflikten, Migration und Katastrophen von ihren Familien getrennt wurden, vermisste Personen und ihre Familien sowie inhaftierte Personen. Die Daten stammten von mindestens 60 nationalen Gesellschaften des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds in aller Welt.

«Dieser Cyberangriff gefährdet die Menschen, die bereits auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, noch mehr.»
Robert Mardini, Generaldirektor
Das internationale Rote Kreuz in Genf.
Das internationale Rote Kreuz in Genf.Bild: imago images

Das IKRK zeigt sich besonders über die potenziellen Risiken besorgt, die der Angriff für die Menschen und ihre Familien bedeutet, die das Rote Kreuz und der Rote Halbmonds zu schützen und zu unterstützen versucht. So könnten vertrauliche Informationen an die Öffentlichkeit weitergegeben werden.

Die Cyberattacke richtete sich gegen ein externes Unternehmen in der Schweiz, das das IKRK mit der Speicherung von Daten beauftragt hat. Laut IKRK gibt es bisher noch keine Anzeichen dafür, dass gefährdende Informationen an die Öffentlichkeit gelangt sind.

Generaldirektor appelliert an Hacker

Der Generaldirektor des Internationalen Roten Kreuzes, Robert Mardini, hat auf der IKRK-Website einen dringenden Aufruf an die Hacker gerichtet:

«Ihr Handeln könnte möglicherweise noch mehr Leid und Schmerz über diejenigen bringen, die bereits unsägliches Leid ertragen haben. Die Menschen, die Familien hinter den Informationen, die Sie jetzt haben, gehören zu den am wenigsten Mächtigen der Welt. Bitte tun Sie das Richtige. Geben Sie diese Daten nicht weiter, verkaufen Sie sie nicht, lassen Sie sie nicht durchsickern und verwenden Sie sie nicht anderweitig.»

Generaldirektor Robert Mardini betonte, ein Angriff auf die Daten vermisster Personen mache die Ängste und das Leid für die Familien noch schwerer zu ertragen. Das Rote Kreuz sei entsetzt und fassungslos, dass diese humanitären Informationen ins Visier genommen und kompromittiert werden könnten. «Dieser Cyberangriff gefährdet die Menschen, die bereits auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, noch mehr.»

Das IKRK sei gezwungen worden, die Systeme, die dazu gebraucht würden, abzuschalten. Die Organisation bemühe sich, so schnell wie möglich alternative Lösungen zu finden, damit man die Arbeit fortsetzen könne.

Laut IKRK gibt es bisher noch keine Anzeichen dafür, dass gefährdende Informationen an die Öffentlichkeit gelangt sind. Das Internationale Rote Kreuz arbeite eng mit seinen humanitären Partnern auf der ganzen Welt zusammen, um das Ausmass des Angriffs zu überblicken und geeignete Massnahmen zu ergreifen, um seine Daten in Zukunft zu schützen.

Quellen

(saw/sda)

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17 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Therealmonti
20.01.2022 04:53registriert April 2016
Ich verstehe nichts von IT. Aber ich frage mich schon, was das für ein externes Schweizer Unternehmen ist, das vermutlich sehr viel Geld kassiert, aber nicht in der Lage ist, die sensiblen IKRK-Daten so zu verwalten, dass sie von Hackern geschützt sind.
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Salvatore_M
20.01.2022 06:52registriert Januar 2022
Das „externe Unternehmen“ hat vermutlich zum letzten Mal den Auftrag vom IKRK bekommen, die Daten zu speichern. Gerade von einem auf Datenspeicherung spezialisierten Unternehmen würde man höchste Sicherheit erwarten. - Da scheint einiges schief gelaufen zu sein. Hoffen wir, dass die Hacker mit den Daten keinen Unfug treiben.
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