Schweiz
Gesellschaft & Politik

Hagel in Zürich: Altertswiss warnte erst nach Unwetter

Alertswiss-Warnung kam teils erst nach Unwetter: Kritik von Zürcher Kantonsräten

02.09.2026, 09:20

Zu spät gewarnt: Nach dem heftigen Hagelsturm vom vergangenen Freitag wollen Kantonsrätinnen und Kantonsräte aller Fraktionen von der Zürcher Regierung wissen, weshalb die Warnung über Alertswiss teilweise erst nach dem Unwetter bei der Bevölkerung eintraf.

Beim Hagelsturm vom vergangenen Freitag kam es zu zahlreichen Sachschäden. Zudem wurden rund 40 Schülerinnen und Schüler in Winterthur und Seuzach verletzt. «Um vor solchen Ereignissen zu warnen, existiert die App Alertswiss», schreiben die Kantonsratsmitglieder von SVP, FDP, Mitte, GLP, EVP, SP, Grünen und AL in einer kürzlich eingereichten Anfrage an die Regierung.

Taugt Alertswiss als Warnmittel?

Doch offenbar erreichte die Warnung von Alertswiss zumindest einige Personen erst nach dem Ereignis, wie es im Vorstoss heisst. «Eine frühere Warnung hätte sowohl Sach- als auch Personenschäden reduzieren können», schreiben die Kantonsratsmitglieder.

Sie sind sich bewusst, dass solche Extremereignisse schwer vorherzusagen sind. Dennoch wollen sie von der Regierung wissen, um welche Uhrzeit der Hagelsturm die stark betroffenen Regionen Bülach, Embrach, Neftenbach, Seuzach und Winterthur traf und um welche Zeit die Warnung über die App Alertswiss bei den Nutzerinnen und Nutzern in diesen Gebieten jeweils einging.

Sie fragen die Regierung, inwiefern sie die App als «taugliches Warnmittel» vor solchen Extremwetterereignissen erachtet, wie und durch wen der Alarm ausgelöst wird, welche konkreten Lehren daraus für künftige Warnprozesse gezogen und ob Anpassungen geprüft werden.

Sturmschäden von 200 Millionen Franken

Am Freitagvormittag war ein heftiges Gewitter mit Hagel und Wind unter anderem über den Kanton Zürich gefegt. Dabei wurden zahlreiche Personen verletzt und es entstanden grosse Schäden an Gebäuden. Die Gebäudeversicherung teilte am Montag mit, dass knapp 12'000 Schadenmeldungen vorlagen und sich die Schadensumme bislang auf rund 200 Millionen Franken belief. Kurz nach dem Sturm hatte die Versicherung noch mit Schäden von 30 Millionen Franken gerechnet. (sda)

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