DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Bund prüft Warnkleber auf Deos und Alu-Verbot. Das musst du darüber wissen

Die meisten Deodorants enthalten Aluminium. Geht es nach dem Nationalrat, könnten sie bald aus den Regalen verschwinden. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Entscheid.



Der Nationalrat will gegen aluminiumhaltige Deos vorgehen. Worum geht's genau?

Der Grossteil der Deodorants auf dem Markt – ob Sprays oder Roll-ons – enthält Aluminiumsalze. Der Einsatz des Stoffs ist jedoch umstritten, weil er im Verdacht steht, Brustkrebs und weitere Erkrankungen wie Alzheimer zu begünstigen. Am Dienstagabend hat der Nationalrat nun ein Postulat der grünen Nationalrätin Lisa Mazzone an den Bundesrat überwiesen: Es verlangt, dass ein Verbot von aluminiumhaltigen Deos geprüft wird – oder zumindest das Anbringen eines Warnhinweises auf den fraglichen Produkten. Die SVP wehrte sich vergebens dagegen.

Die juengste Nationalraetin Lisa Mazzone, GE-GP, spricht am Eroeffnungsplenum der Eidgenoessischen Jugendsession, am Samstag, 12. November 2016 im Bundeshaus in Bern. 200 Jugendliche erhalten waehrend vier Tagen einen Einblick in die Welt der Politik. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Lisa Mazzone (Grüne) sagt Alu-Deos den Kampf an Bild: KEYSTONE

Ist denn bewiesen, dass Alu in Deos schädlich ist?

Das Thema wird seit Jahren hitzig diskutiert. Für Aufsehen sorgte vergangenes Jahr eine Studie von Forschern der Universität Genf. Deren Versuche mit Mäusen zeigten, dass Aluminiumsalze die Entstehung von Krebs fördern könnten. Zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte ein Zusammenhang zwischen Alu-Deos und Brustkrebs bislang indes nicht. Der wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU kam 2014 in einer Untersuchung gar zum Schluss, dass ein solcher Zusammenhang «unwahrscheinlich» sei.

Was sagen Brustkrebs-Spezialisten dazu?

Im Brustzentrum des Universitätsspitals Zürich rät man den Patientinnen nicht vom Gebrauch von aluminiumhaltigen Deos ab. «Es gibt Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht oder zu wenig Sport, die Brustkrebs nachweislich begünstigen», sagt Oberarzt Konstantin Dedes. Aluminiumsalze erhöhten das Risiko nach heutigem Wissenstand hingegen nicht. Die Genfer Studie habe man zwar mit Interesse zur Kenntnis genommen. «Resultate von Versuchen an Mäusen können aber nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragen werden.» Dedes verweist zudem darauf, dass Tumore sehr selten an beiden Brüsten aufträten – obwohl Deo in der Regel beidseitig angewandt wird.

«Resultate von Versuchen an Mäusen können  nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragen werden.»

Konstantin Dedes, Oberarzt am Brustzentrum des Universitätsspitals Zürich

Warum verzichten die Hersteller angesichts der Negativschlagzeilen nicht einfach freiwillig auf Aluminium-Zusätze?

Die Aluminiumsalze erfüllen ihre Aufgabe sehr effektiv: Sie verschliessen die Poren der Schweisskanäle und hindern den Schweiss so daran, auszutreten. Produkte ohne Aluminium überdecken den Geruch zwar, können nasse Flecken unter den Armen aber nicht verhindern. Weil das Thema seit Jahren kontrovers diskutiert wird, tüftelt die Branche fieberhaft an einer Alternative zu Aluminium. Wie die «NZZ am Sonntag» vor Monatsfrist berichtete, wurden allein im vergangenen Jahr 36 entsprechende Patente angemeldet.

Wie wahrscheinlich ist es, dass das Alu-Verbot für Deos Realität wird?

Das Postulat verpflichtet den Bundesrat nur dazu, einen Bericht zur Problematik zu verfassen. Über allfällige weitere Schritte wird erst danach entschieden. Beim zuständigen Bundesamt für Lebensmittelsicherheit heisst es, man verfolge die Entwicklungen in dem Bereich seit Jahren aufmerksam und prüfe in Abstimmung mit der EU mögliche Massnahmen. Die Produkte, die heute auf dem Markt seien, könnten jedoch bedenkenlos benutzt werden, solange sie nicht auf gereizter oder verletzter Haut – etwa nach dem Rasieren – angewandt werden. 

Diese Promi-Frauen haben den Kampf gegen den Krebs gewonnen

1 / 7
Diese Promi-Frauen haben den Kampf gegen den Krebs gewonnen
quelle: epa/ansa / vincenzo pagliarulo
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch interessieren:

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Wie sich die Menschheit selbst zerstört – 10 Bilder aus Madagaskar

Auf Madagaskar herrscht die schlimmste Dürre seit 40 Jahren. Tausende Menschen stehen kurz vor dem Hungertod. Der Klimawandel, Brandrodungen und eine korrupte Regierung zerstören die extreme Artenvielfalt auf der Insel.

Madagaskar ist die viertgrösste Insel der Welt. Sie gilt als tropisches Naturparadies mit gewaltigen Landflächen an Regenwäldern, Steppen, Wüsten, Bergregionen und Hochebenen, Mangrovenwäldern und mit 5000 Kilometern Küste mit Palmenstränden. Der biologische Reichtum an Pflanzen auf der Insel ist mit kaum einem anderen Fleck auf der Erde vergleichbar. Die Tierwelt ist ausgesprochen vielfältig und einzigartig.

Doch seit vielen Jahren ist diese unvergleichliche Natur und Artenvielfalt bedroht. …

Artikel lesen
Link zum Artikel