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Schweiz zahlt mehr Sozialleistungen als die grossen EU-Länder, aber es gibt ein Aber

22.01.2019, 11:44
Bild: KEYSTONE

Die Sozialleistungen haben in der Schweiz 2016 einen Höchstwert erreicht. Das gilt auch im internationalen Vergleich: Umgerechnet in Kaufkraft wurden pro Einwohner in keinem der fünf grössten EU-Staaten soviel Unterstützungsbeiträge ausgerichtet wie in der Schweiz.

Aber Vorsicht: Wenn man das Bruttoinlandprodukt (BIP) als Massstab nimmt, ist die Schweiz ein eher geiziger Unterstützer. Weil das BIP in der Schweiz hoch ist, ist der Anteil an Sozialleistungen geringer als anderswo: Von den fünf bevölkerungsreichsten EU-Staaten gibt nur Spanien prozentual weniger Geld für Sozialleistungen aus als die Schweiz, nämlich 23.9 Prozent. Hierzulande sind es etwa zwei Prozentpunkte mehr. Frankreich verteilt fast ein Drittel seines BIP-Kuchens an die Bedürftigen.

Gemessen in der künstlichen Währungseinheit Kaufkraftstandard (KKS) aber ist die Schweiz Spitzenreiter: Pro Einwohner wurden 11'105 KKS an Sozialleistungen ausbezahlt. In Deutschland waren es knapp 10'500, in Frankreich etwas über 10'000, in Italien und Grossbritannien etwa 7800 und in Spanien 6237 KKS. In Osteuropa lagen die Werte in der Regel unter 3000, das Schlusslicht bildete Serbien mit 2300, wie neue Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigen.

Anderswo ist Vater Staat grosszügiger

Einen auffälligen Unterschied gibt es bei den Finanzierungsquellen. In der Schweiz greift Vater Staat deutlich weniger tief in die Tasche als in den fünf Vergleichsländern: Stammen hier 23.7 Prozent der Sozialleistungen aus der öffentlichen Hand, sind es in Italien und im Vereinigten Königreich über 48 Prozent.

Mit 66.1 Prozent der Kosten übernehmen Arbeitgeber und Versicherte in der Schweiz mehr Soziallasten als in den fünf grössten EU-Ländern: In Deutschland und Frankreich kommen 60 bis 64 Prozent der Sozialleistungen aus diesen Quellen, in Grossbritannien nur 38.1.

In allen Vergleichsländern sind Alter und Gesundheit die grössten Budgetposten. Differenzen bei den Bereichen, in die die Sozialleistungen gehen, sind gering. Italien wendet zum Beispiel besonders viel seiner Sozialleistungen für das Alter auf - fast die Hälfte. Und ähnlich wie Frankreich und Spanien steckt das Land, in dem die Zitronen blühen, etwas mehr Geld in die Arbeitslosigkeit als die nördlichen Länder. (aeg/sda)

Die Sozialhilfe nimmt uns Schweizern die Frauen weg!

Video: watson/Renato Kaiser
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43 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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DerewigeSchweizer
22.01.2019 13:15registriert Juli 2018
Ein kleines Detail ging bez. "Sozialhilfe" vergessen:
In der Schweiz (ausser in 2 Kantonen") ist diese Sozial"hilfe" ein SozialKREDIT, rückzahlbar.
Das ist in keinem andern Land so.
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dorfne
22.01.2019 12:02registriert Februar 2017
Den Bezüger dürfte das Verhältnis der Sozialleistungen zum BIP wenig interessieren. Fakt ist, dass die CH die besten Sozialleistungen weltweit hat und darin nur von zwei, drei skandinavischen Ländern überboten wird. Nach einem Jahr Arbeit in der CH hat man Zugang zu Allem, zum luxuriösen Gesundheitswesen sogar per sofort, ohne schon Pämie gezahlt zu haben. Und das Rahmenabkommen mit der EU sieht vor, dass EU-Bürger viel früher als bisher Zugang haben zu unseren Sozialkassen, anstatt endlich einheitliche Standarts anzustreben, werden die "reichen" Länder geplündert.
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Resche G
22.01.2019 12:03registriert Februar 2016
Vermögen muss umbedingt einen grösseren Beitrag leisten speziell für sozialen Gerechtigkeit (Sicherheit) leisten und nicht nur Einkommen.

Mehr steuern auf Vermögen für Soziale Sicherheit und eine gewisse Umverteilung ansonsten werden Spannungen zunehmen.

Un mahl ehrlich, es ist so viel Vermögen vorhanden, dass einzelne Leute gar nicht mehr wissen was sie noch mit ihrem Zaster anstellen sollen.
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