Schweiz
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Frau weg, Kind weg – Vaterrecht weg? Wenn eine Trennung zum Kampf wird

Die Rechte eines Vaters: Wenn man bei einer Trennung nicht nur seine Beziehung, sondern auch sein Kind, sein Geld und seine Würde verliert.

Lara Enggist / Schweiz am Wochenende



Die Beziehung war eine kurze Geschichte. «Sie wollte zu ihrem Expartner zurück», erzählt Andreas F. (Name geändert) aus der Region Solothurn. Er sitzt in seinem Büro, die Strapazen der letzten fünf Jahre stehen ihm ins Gesicht geschrieben. Nicht immer sind es Frau und Kind, welche vom Vater sitzen gelassen werden. Manchmal ist es auch der Mann, welchem das Vatersein genommen wird.

Vor der Trennung seien sie kinderlos gewesen, beide haben Vollzeit gearbeitet. Ihre Wege trennten sich. Drei Wochen später habe er erfahren, dass sie schwanger war. «Ich versuchte, sie zu kontaktieren, doch ich hatte keinen Zugang zu ihr», schildert er. Er sei sich plötzlich nicht mehr sicher gewesen, ob das Kind überhaupt von ihm sei. Bei der Geburt sei ihr Partner dabei gewesen. «Ich habe erst Stunden danach erfahren, dass das Kind bereits zur Welt gekommen war.»

Ohne anerkannte Vaterschaft könne man ein Besuchsrecht vergessen. Bei unehelichen Kindern melde sich bei einer Geburt die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb). Die zuständigen sozialen Dienste teilten ihm brieflich mit, dass die Mutter ihn als Vater angegeben hatte.

Warten im Ungewissen

«Als ich meinen Sohn das erste Mal sah, wusste ich überhaupt nicht, was ich fühlen soll», sagt Andreas F. Bei einem späteren Besuch habe er nach Vereinbarung mit den Sozialen Diensten und der Mutter eigenhändig eine Stäbchenprobe durchgeführt. Er schickte die Probe ein und wartete auf die Ergebnisse aus dem Ausland. Warten. Das habe er in den letzten Jahren oft gemacht. Auf das Ergebnis des Vaterschaftstests, auf Antworten der Kesb und darauf, seinen Sohn endlich wieder zu sehen. Dabei seien oft Wochen verstrichen.

Zeit, welche er aus heutiger Sicht mit seinem Kind hätte verbringen können. Der Test war eindeutig: Er war der Vater des Kindes. Es folgte ein weiteres Gespräch mit den Sozialen Diensten, dabei sei es primär um die Finanzierung gegangen. «Anhand unserer Gehälter wurde berechnet, wie viel Alimente ich pro Monat zahlen muss.»

Sorgerecht und Co

Sorgerecht:

Das Sorgerecht ist das Recht der Eltern, für ein minderjähriges Kind zu sorgen und es nach ihren Vorstellungen zu erziehen. Seit 2014 gilt auch für getrennte Eltern das gemeinsame Sorgerecht.

Alimente/Unterhalt:

Alimente sind die Unterhaltskosten, welcher der eine Elternteil dem betreuenden Elternteil zahlt. Seit 2017 beinhaltet dies auch bei getrennten Eltern nicht nur einen Unterhaltsbeitrag für das Kind, sondern auch für den betreuenden Elternteil.

Elterliche Obhut:

Darunter versteht man die Befugnis, mit dem Kind in häuslicher Gemeinschaft zu leben. Auch bei geteiltem Sorgerecht liegt die elterliche Obhut meist bei einem Elternteil. Wenn Kinder abwechselnd von beiden Elternteilen betreut werden, spricht man von der alternierenden Obhut.

Der Kampf um das Obhutsrecht

In den ersten drei Monaten habe er seinen Sohn gar nicht besuchen dürfen. Dies stand in Zusammenhang damit, dass er seine Vaterschaft erst nach dem Test anerkennen wollte. In den darauffolgenden zwei Monaten habe er ihn einmal pro Woche für eine Stunde sehen dürfen. «Das reichte für einen Spaziergang mit dem Kinderwagen, dann musste ich wieder eine Woche warten.» Für einen Vater sei dieser Zustand kaum aushaltbar.

Gemäss Unterhaltsvertrag hatte er das Recht, seinen Sohn alle zwei Wochen ein Wochenende zu sich zu nehmen. Für ihn zu wenig – so könne man unmöglich eine Bindung zu seinem Kind aufbauen. Er habe beantragt, seinen Sohn öfters sehen zu dürfen. Die Mutter sei damit nicht einverstanden gewesen und habe eine Anwältin dazugeholt.

Um das Kind und den betreuenden Elternteil zu schützen, gibt es unzählige Regelungen zu Unterhaltspflicht und Sorgerecht. Die gesetzlichen Regelungen können für Väter aber schwerwiegende Folgen haben – so wie im Fall von Andreas F. Besonders kompliziert wird es, wenn sich die Eltern nicht über die Obhut einigen können.Anlaufstellen halfen nicht weiter

Hätte sich F. nicht Tag und Nacht mit dem Thema beschäftigt, wäre er machtlos gewesen, ist der Vater überzeugt. Aber er hatte sich informiert, hauptsächlich übers Internet. Es gibt zwar Anlaufstellen, diese konnten ihm aber nicht weiterhelfen. Das müsse auf einer zwischenmenschlichen Ebene geklärt werden, habe man ihm gesagt. «Das nützt aber nichts, wenn eine Partei gar nicht kommunizieren will.» Darauf habe er in einem langen Brief an die Kesb auf die Punkte der Anwältin reagiert. Als der Junge vier Jahre alt wurde, habe die Kesb die alternierende, also die geteilte Obhut verfügt.

Diese Verfügung sei für die Bindung, welche er heute zu seinem Sohn hat, entscheidend gewesen. Damit eine alternierende Obhut überhaupt realistisch ist und verfügt werden konnte, sei er noch vor dem Entscheid in die Nähe der Mutter gezogen. Man müsse seine ganze Umgebung aufgeben, ohne zu wissen, ob die Verfügung am Ende zustande kommt.

Er habe einen Kinderpsychologen aufgesucht, um in Erfahrung zu bringen, ob «zwei Zuhause zu haben» für ein Kind wirklich so schlimm sei. «Laut Psychologen ist die Trennung an sich aber kein Problem, sondern Streitereien oder wenn die Eltern überhaupt nicht miteinander kommunizieren». Andreas F. betont, dass Kommunikation wichtig sei, fehlende Kommunikation aber nicht dazu führen dürfe, dass ein Kind seinen Vater weniger sehen darf.

Alimente trotz geteilter Obhut

Und die Alimente? Trotz geteilter Obhut bezahlt er noch ebenso viel, wie vor der Verfügung. Unterdessen habe er sein Arbeitspensum auf 85 Prozent reduziert. «Da ich meinen Sohn alle zwei Wochen von Dienstagabend bis Sonntagabend selber betreue, arbeite ich in der anderen Woche mehr pro Tag.» So gehe es finanziell auf. Gegen die Alimente wehren wolle er sich nicht, denn seit 2017 muss bei getrennten Eltern – also nicht nur bei geschiedenen – der Vater des Kindes nicht nur für das Kind Unterhalt zahlen, sondern je nach Umständen auch für die Frau. «Grundsätzlich finde ich gut, wenn das Recht so ausgelegt ist, dass das Kind und der betreuende Elternteil geschützt werden», sagt Andreas F. Die Rechtslage sollte seiner Meinung nach aber ebenso verhindern, dass sich ein Vater sein Vatersein erkämpfen müsse.

Der ganze Prozess habe ihm viel Energie, Zeit und Geld geraubt. Oft habe er sich nicht verstanden und hilflos gefühlt. «Jede Minute, welche ich heute mit meinem Sohn verbringe, wurde durch die Kesb verfügt.» Das sei einfach nicht richtig und diene dem Kindeswohl seiner Meinung nach überhaupt nicht.

Das Paradoxe: In seinem Beruf treffe Andreas F. oft auf Menschen, welche aufgrund von Persönlichkeitsstörungen mit Schwierigkeiten im Berufsleben zu kämpfen haben. «In der Biografie dieser Menschen findet man meistens eine schwierige Trennung der Eltern.»

Männerbüro hilft Vätern in schwierigen Situationen

Am 3. Juni ist nationaler Vätertag. Es ist nicht das Pendant zum Muttertag, sondern er soll ganz allgemein die Rolle der Väter thematisieren. «Der Tag spricht die Herausforderungen rund um die Vereinbarkeit von Berufs- und Familienarbeit an», sagt David Aebischer vom Männerbüro in Grenchen. Er berät Männer in schwierigen Lebenssituationen: also zum Beispiel nach einer Trennung. Väter und Mütter sind seiner Meinung nach nicht gleichberechtigt. «Damit sich dies ändert, müssten sich Gerichte an die geltenden Gesetze halten und bei einschneidenden Beschlüssen ein gutes Gespür walten lassen», sagt Aebischer. Das Ideal sei – auch für das Kindeswohl – die geteilte Obhut. Unterhaltszahlungen an Ex-Partner müssten seiner Meinung nach ganz entfallen. Die momentane Rechtslage schwäche die Männer, besonders solche, welche sich um das Kind kümmern wollen. Erst gestern sprach sich der Bundesrat erneut gegen den vierwöchigen Vaterschaftsurlaub aus und beantragte dem Parlament, die Initiative für einen Vaterschaftsurlaub abzulehnen. Grundsätzlich hat der Vater bei der Geburt eines Kindes Anspruch auf zwei bezahlte Urlaubstage. (LEN) (aargauerzeitung.ch)

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37Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Don Alejandro 03.06.2018 16:48
    Highlight Highlight Oft werden die Kinder als Instrument gegenüber den (Ex-)PartnerInnen eingesetzt. Das ist absolut widerlich, aber die Gesetze (Einfluss auf Richterspruch) hinken hinterher und die Anwälte haben nicht das objektive Wohl, sondern dies des Klienten im Sinne.
  • Sharkdiver 03.06.2018 13:12
    Highlight Highlight Die Schweiz ist diesbezüglich armselig. Wie machen einfach alles für die gleichstellung von Frau. Unzählige Männer haben zusammen mit den Frauen Seite an Seiten frauenrechte erstritten. wenn es aber um Mönnerrechte gehen kannst lange warten. Ein erbärmlich her Zustand. Wenn Frau und Mann sich trennen Ist der Mann der Geldsack und abhängig vom Goodwill der Frau. SCHANDE!
  • HeforShe 03.06.2018 12:41
    Highlight Highlight Beide Seiten sind gerechtfertigt. Wir haben hier einen Fall, bei welchen sich ein Vater kümmern will und sich bemüht, trotz aller Hindernisse.

    Trotzdem sind alleinerziehende Frauen stark von Altersarmut bedroht. Der Balanceakt zwischen Arbeit und Betreuung, den Kosten, gerade weil viele Väter glücklich mit dem 2-Wochenende-Modell sind, ist sehr schwierig.

    Wir können nicht die einzelnen Bedürfnisse gegeneinander ausspielen. Es braucht Elternzeit, damit beide sich absprechen können und die Familie selbst gestalten. Unterhalt muss beide Elternteilen vor Armut schützen.
    • Ms. Song 03.06.2018 15:22
      Highlight Highlight Wenn die Eltern die Betreuung und die Kosten 50/50 übernehmen würden, wäre das nicht mehr so. Die Frauen würden wieder arbeiten und ihre Pensionskasse aufstocken. Tatsache ist aber, dass viele Frauen lieber Hausfrauen sind und sich finanzieren lassen. Auch wenn Hausfrau ein strenger Job ist, so ist man sein eigener Chef und kann sich seinen Tag selbst gestalten. Ich erschrecke immer wieder, wenn mir Kolleginnen und Bekannte sagen, dass sie erwarten, dass der Mann sie finanziert. Da ist der Feminismus und die Gleichstellung schon bei der Rechnung des ersten Dates in der Tonne.
    • Maracuja 03.06.2018 16:17
      Highlight Highlight @Pond

      Mit einem Teilzeitpensum unter 80% lässt sich die Pensionskasse nur schon wegen des Koordinationsabzug kaum gross aufstocken. Ohne Teilzeitarbeit muss man in der Schweiz bei der üblichen 41,5 h/Woche die Betreuung weitgehend outsourcen. Die 50/50% Aufteilung der Kosten und Betreuung ist etwas für gut situierte Akademikerpaare. Besteht bei einem Ex-Paar ein erhebliches Lohngefälle finde ich die 50/50 Aufteilung der Kosten zudem fragwürdig.
    • HeforShe 03.06.2018 16:29
      Highlight Highlight Da stimme ich dir zu. Hausfrau und Feminismus funktioniert an sich schon, wenn das Modell von BEIDEN so gewollt ist.

      Ich sehe da aber noch mehr Probleme bei der 50:50-Betreuung. 1. sind 14 Wochen sehr kurz, eine längere Elternzeit ist verständlich, meistens verlieren Frauen dann aber ihre Arbeit.

      Viele Männer wollen nach wie vor zugunsten der Karriere nicht reduzieren oder haben keine Möglichkeit. Manchmal ist ein Arbeitsstellenwechsel dann auch wieder nicht möglich.
    Weitere Antworten anzeigen
  • maljian 03.06.2018 11:07
    Highlight Highlight Ich finde es immer wieder traurig, wie es sein kann, dass Personen dem ehemaligen Partner die Kinder vorenthalten. Auch wenn man nicht im guten auseinander geht, sollte man das doch nicht auf dem Rücken der Kinder austragen.

  • Thomas Bollinger (1) 03.06.2018 11:04
    Highlight Highlight Solange die Verweigerung des Besuchsrechts kein Strafrechtsbestand ist, wird sich nichts daran ändern. Wie oft stand ich damals vor verschlossenen Türen zum abgemachten Zeitpunkt... KESB? Weitere Behörden? Meine Anwältin? Machtlos. Es braucht Bussen und Gefängnisandrohung, dann klappt das plötzlich auch mit dem Besuchsrecht.
    • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 03.06.2018 12:48
      Highlight Highlight 🤗Ich hoffe sie sehen Ihr(e) Kind(er) heute Regelmässiger 🤗
    • Thomas Bollinger (1) 03.06.2018 14:32
      Highlight Highlight Sie ist dann zu mir gezogen mit 15 😉
    • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 03.06.2018 16:03
      Highlight Highlight Das ist schön 😊
  • MeNaBe 03.06.2018 10:23
    Highlight Highlight Mein Partner kämpft seit über 7 Jahren dafür, dass er seine Tochter regelmässig sehen darf. Vom Kesb und der Beistandschaft wird er grösstenteils ignoriert weil er "nur" der Vater ist und nicht die Mutter.
    Da muss sich noch einiges tun in der Schweiz was Gleichberechtigung der Eltern angeht.
  • Ms. Song 03.06.2018 10:15
    Highlight Highlight Wir haben lange für die Gleichstellung der Frauen gekämpft. Dies wäre ohne die Unterstützung von vernünftigen Männern nicht so möglich gewesen. Jetzt liegt es an uns Frauen, dass wir die Männer unterstützen. Wir müssen ihre Rechte als Väter stärken. Wir durften den Schritt in die Arbeitswelt machen, jetzt sollen sie den Schritt in die Kindererziehung machen. Nur wenn wir überall Gleichstellung schaffen, wird es endlich fair und das Geschlecht nur noch biologisch relevant sein.
    • Lord_Mort 03.06.2018 11:02
      Highlight Highlight Gut geschrieben. 👍
    • Tiny Rick 03.06.2018 14:37
      Highlight Highlight Schöne und faire Worte. Sehe ich auch so
    • Maracuja 03.06.2018 16:08
      Highlight Highlight @Pond: Wir durften den Schritt in die Arbeitswelt machen

      Für bürgerliche Frauen mag das so stimmen. Die Mehrheit meiner Vorfahrinnen war gezwungen trotz der Kinder zu arbeiten, teils auswärts, teils als Heimarbeiterin. Heute sind viele Frauen gezwungen, die Lohnarbeit wieder aufzunehmen, wenn die Babies 3-6 Monate alt sind. Ich bin auch dafür, die Rechte der Väter zu stärken, aber die Doppelbelastung als „dürfen“ zu umschreiben ist fragwürdig. Freue mich aber, wenn Väter künftig auch Beruf&Kind vereinbaren dürfen/müssen, vielleicht klappt es dann in der 🇨🇭mit der Verkürzung der Arbeitszeit.
    Weitere Antworten anzeigen
  • walsi 03.06.2018 10:07
    Highlight Highlight Wenn es um das Sorgerecht der Väter geht ist die in der Bundesverfassung vorgeschriebene Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau praktisch inexistenz. Die Frauen werden ganz klar bevorzugt.
    • Ms. Song 03.06.2018 10:35
      Highlight Highlight Du hast absolut Recht. Das Gleichstellungsgesetz ist das Papier nicht wert, auf dem es steht. Sieht man jetzt beim Vaterschaftsurlaub auch wieder. Man darf aber nicht vergessen, dass sich manche Väter und Mütter gar nicht um ihre Kinder kümmern wollen. Das darf auch nicht sein. Es sollte für beide Pflicht sein die Betreuung und die Kosten gleichermassen zu tragen.
  • Hardy18 03.06.2018 09:55
    Highlight Highlight Man ist zusammen gekommen aus Gründen.Diese waren wohl so schön,dass daraus sogar ein Kind entstanden ist.Alles andere ist egal.Beide sind erwachsen und ihr Leben hat sich mit dem Kind verändert.
    Man hört immer wieder das manche Frauen das alles nicht interessiert,weil sie nur noch das Geld im Kopf haben was sie erwarten können & eins ist mal Fakt,die Frau ist nur auf das Geld aus. Jeder normale Menschenverstand sagt, wenn einer Quer schlägt,haben alle drei verloren. Und für mich macht die Kesp nichts anderes als strickt nach Buch vorzugehen & macht damit min. zwei Personen unglücklich.
  • Frances Ryder 03.06.2018 09:45
    Highlight Highlight Es ist ein schlechter Witz, dass bei alternierender Obhut ein voller Betreuungsunterhalt zu verrichten ist. Sowas von unlogisch, dass z.B. bei einer 50/50 Betreuung einer dem anderen etwas zahlen muss.

    In den letzten 50 Jahren wurden alle gesetzlichen Benachteiligungen der Frauen abgeschafft, währen alle Benachteiligungen der Männer bestehen blieben (Wehrpflicht, Rentenalter, Kindesrecht usw.). Genau der Grund wieso man die ständige Lohngleicheitsdebatte nicht ernst nehmen kann. Sorgt zuerst mal für staatliche Gleichberechtigung der Geschlechter, bevor man über die im Privatsektor diskutiert.
    • Bacchus75 03.06.2018 10:23
      Highlight Highlight Bis zu einem gewissen Punkt gebe ich Ihnen, auch als geschiedener Mann recht. Trotzdem gibt es Punkte die klar geklärt werden müssen. Zum Beispiel bezahlt eine Partei die Krankenkasse oder allgemein die Gesundheiteskosten der Kinder. Diese müssen dann schon auch geteilt werden. Aber ansonsten gebe ich Ihnen absolut recht.
    • Lord_Mort 03.06.2018 11:06
      Highlight Highlight Gleichberechtigung findet halt auf vielen Ebenen statt. Ich finde nicht, dass die Lohngleichheitsdebatte zu gunsten der Gleichberechtigung in der Erziehung und im Sorgerecht zurückgestellt werden muss. Vielmehr müssen die veralteten Gesetze, welche auf den klassischen Rollenbildern aufbauen überarbeitet werden. Somit würden Ungleichbehandlungen auf beiden Seiten aus dem Weg geräumt.
    • Nilda84 03.06.2018 11:18
      Highlight Highlight Ich bin gerade in der Situation der Abklärung des Unterhaltsbeitrages. Klar verbringt unser Kind gleich viel Zeit bei beiden, aber der „grösseren“ Unterhaltsbeiträge, habe zur Zeit dennoch ich. Ich kaufe die Kleider, ich bezahle de KK, ich kaufe was sie sonst noch benötigt (aktuell ein Wanderrucksack für die Schulreise) etc ind ich bin die, die nur 80% arbeitet. Also ist es doch fair wenn er zumindest 70-80% des unterhaltes bezahlen muss. Und da es bei ihnen anscheinend um ein Kleinkind handelt, wird die Mutter nicht viel arbeiten können.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ökonometriker 03.06.2018 09:45
    Highlight Highlight So von wegen wer wen sitzen lässt: in 75% der Fälle wird die Scheidung von der Frau eingereicht. Auch in andere westeuropäischen Ländern sind die Zahlen zwischen 70 und 80%.

    Die Differenz zu 50% zeigt den Grad, zu welchem ein Geschlecht bei Scheidungen benachteiligt wird und entsprechend Angst vor Scheidungen hat.
    Früher war das Verhältnis übrigens umgekehrt. Das war auch nicht besser.

    Ist es so schwierig, ausgeglichene Gesetze zu machen?
    • Daniel5 05.06.2018 01:06
      Highlight Highlight Das muss nichts heissen. Im Falle einer Scheidungsklage, d.h. wenn man sich nicht auf ein einvernehmliches Scheidungsbegehren einigen kann, ist die einreichende Partei i.d.R. vor Gericht im Nachteil. Das führt dazu, dass in vielen Fällen diejenige Partei einreicht, die den Streit als erstes nicht mehr aushält, und die schlechteren Chancen im Prozess in Kauf nimmt um es endlich hinter sich zu bringen. Häufig wurde in solchen Fällen von der anderen Seite über Monate oder Jahre psychischer Druck aufgesetzt.
    • Ökonometriker 05.06.2018 07:05
      Highlight Highlight @Daniel5: das sind Durchschnitte. Es gibt zwar Statistiken die zeigen, dass Frauen öfters psychische Gewalt anwenden als Männer, doch diese sind von fragwürdiger Qualität. Am Ende denke ich daher nicht, dass die Zahl gross über den erfassten 75 Prozent liegt.
  • Bronko 03.06.2018 09:42
    Highlight Highlight Als Vater/Mann ist man auch heute noch der Benachteiligte, prinzipiell der Verdächtige. Meine Ex-Partnerin hat es geschafft, den gesetzlichen Graubereich so auszunützen, dass ich nach der Trennung mein Kind in 4 Monaten gerade noch 2x sehen konnte, mit der passiven Hilfe der zögerlich handelnden u. ständig wechselnden Behördenstellen (andere Stufen u. Zuständige), bei welchen ich mich immer wieder aufs Neue erklären musste. Dies führte zu einer Abklärung, welche dann nochmals alles verzögert u. zusätzlich blockiert. Es gibt keine akut handelnde Interventionsstelle für solche Fälle. Nicht gut.
  • statistikus 03.06.2018 09:36
    Highlight Highlight "Nicht immer sind es Frau und Kind, welche vom Vater sitzen gelassen werden. Manchmal ist es auch der Mann, welchem das Vatersein genommen wird." Meiner Meinung nach ist dies eine falsche Prämisse. Die Mehrheit der Scheidungen werden von Frauen eingereicht (in den USA sind es bspw. knapp 70%).
    • Herr Ole 03.06.2018 14:50
      Highlight Highlight Das sagt nichts darüber aus, von wem die Trennung ausgeht.
  • Butschina 03.06.2018 09:15
    Highlight Highlight Ich finde es schrecklich, wenn ein Elternteil sein Kind nur wenig oder gar nicht sehen kann. Leider werden auch heute die Männer immer noch oft benachteiligt. Im Interesse des Kindes sollten sich beide Elternteile respektieren, egal weshalb die Beziehung scheiterte.
  • Evan 03.06.2018 09:12
    Highlight Highlight Das Kind sehen darf er kaum, bezahlen muss er trotzdem. Soll noch eine(r) sagen, es seien die Frauen, die in der Schweiz benachteiligt sind. Eine Schande ist das.
    • Evan 03.06.2018 10:31
      Highlight Highlight *sehen

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