Schweiz
Justiz

Ausgeweitete DNA-Auswertung nur bei schweren Straftaten

Ausgeweitete DNA-Auswertung nur bei schweren Straftaten

12.10.2021, 17:5012.10.2021, 17:50

Künftig sollen Ermittler mehr Informationen aus DNA-Spuren auswerten dürfen. Wie der Ständerat ist nun auch die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats (SIK-N) der Meinung, dass die sogenannte Phänotypisierung nur bei schweren Straftaten erlaubt werden soll.

Im Deliktkatalog aufgeführt werden sollen Tötung, Mord und Totschlag, Verstümmelung weiblicher Genitalien, Menschenhandel, Freiheitsberaubung, sexuelle Handlungen mit Minderjährigen, Vergewaltigung, Schändung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die SIK-N schloss sich dem Vorschlag des Ständerats mit 14 zu 11 Stimmen an, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten.

Beratung im Parlament in Wintersession

Der Nationalrat wird die Vorlage voraussichtlich in der Wintersession ein zweites Mal beraten. Differenzen verbleiben dürften bei der Frage der Löschfristen der DNA-Profile im Falle eines Freispruchs, einer Einstellung oder Nichtanhandnahme.

Die SIK-N lehnt die Bestimmung des Ständerats deutlich ab, wonach DNA-Profile nur mit Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts aufbewahrt und verwendet werden dürfen. Der Bundesrat und der Nationalrat wollen, dass die Verfahrensleitung darüber bestimmt. (sda)

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4 Kommentare
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«Timmy wird sterben und niemand wird mehr an ihn denken»
Peter V. Kunz ist Präsident des Verbands Schweizer Tierschutz. Im Interview mit watson erklärt er, warum wir uns für gestrandete Buckelwale, nicht aber für vernachlässigte Hühner interessieren.
Seit einiger Zeit konzentriert sich das öffentliche Interesse stark auf Einzelschicksale von Tieren. Wir hatten den einsamen Pinguin, der in die falsche Richtung watschelt; dann kam das Äffchen Punch, das wir dabei beobachteten, wie es Anschluss an seine Gruppe suchte. Und seit knapp drei Wochen ist es nun Timmy, der Wal, mit dem Hunderttausende mitleiden. Warum interessieren Tierschicksale so fest?
Peter V. Kunz: Auch als Tierrechtler bin ich ja in erster Linie Mensch. Beim Lonely Penguin hatte ich Tränen in den Augen. Wenn ich Aufnahmen von Timmy oder von Punch sehe, dann bewegt mich das wie jeden anderen auch. Trotzdem habe ich gemischte Gefühle: Denn so sehr mich diese Einzelschicksale bewegen, so irrelevant sind sie letztlich für das Tierwohl im Allgemeinen. Die Tiere, die systematisch leiden, bleiben unsichtbar.
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