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Durchbruch des Homeoffice? Coop zitiert ihre Verwaltungs-Mitarbeiter wieder ins Büro

Homeoffice ist bei Schweizern beliebt. Doch nicht überall wird die Arbeitsform weiterhin möglich sein.
01.07.2020, 07:35
Gabriela Jordan / ch media
Der Coop Hauptsitz beim Bahnhof an der Thiersteinerallee.
Der Coop Hauptsitz beim Bahnhof an der Thiersteinerallee.bild: martin toengi / blz

Während des Lockdown ist Homeoffice für Hunderttausende Arbeitnehmer in der Schweiz zur neuen Erfahrung geworden. Bei der grossen Mehrheit kam diese Erfahrung gut an, dies bestätigen zahlreiche Umfragen. Eine gab zum Beispiel die Mediengewerkschaft Syndicom beim Forschungsinstitut GfS Bern in Auftrag.

Laut der Umfrage ist die Arbeitszufriedenheit mit Homeoffice höher, Privat- und Berufsleben liessen sich besser vereinbaren. Die Resultate zeigen, dass 80 Prozent der Befragten mit ihrer Homeoffice-Situation zufrieden waren. 90 Prozent möchten Homeoffice als Ergänzung zur Arbeit vor Ort zulassen. Negativ bewertet wurden etwa die fehlenden informellen Kontakte und die mangelhafte Ergonomie und Technologie.

Ein Randphänomen war Homeoffice allerdings schon vor der Coronakrise nicht. Laut Zahlen des Bundesamtes für Statistik arbeiteten im Jahr 2019 rund 25 Prozent aller Beschäftigten gelegentlich von Zuhause aus. Vor zwanzig Jahren waren es noch nicht einmal 10 Prozent. Während des Lockdown arbeiteten ungefähr 50 Prozent aller Beschäftigen von zu Hause aus.

Wer bei Coop in der Verwaltung arbeitet, muss zurück ins Büro

Ob diese Zahlen so bleiben oder gar steigen - oder ob Homeoffice bei zahlreichen Firmen nach einer Weile wieder in der Bedeutungslosigkeit versinkt, dürfte sich bald weisen. Aufschluss gibt bereits ein Blick auf grosse Schweizer Unternehmen. Werden sie ihren Angestellten Homeoffice weithin ermöglichen? Wie diese Zeitung weiss, wird das bei Coop nicht der Fall sein.

Ab morgen Mittwoch bestellt der Detailhändler seine Angestellten, die in der Verwaltung und somit im Büro arbeiten, wieder zurück in die Geschäftsräume. Rund 90 Prozent der Coop-Mitarbeitenden arbeiten im Verkauf, in der Logistik und in der Produktion, nur 10 Prozent arbeiten in der Verwaltung.

«Wir werden die Erfahrungen aus der Zeit des Lockdown mit nötiger Distanz evaluieren. Dazu gehört auch das Thema Homeoffice.»

Ob Coop mit dem Homeoffice vielleicht keine Ungleichbehandlung schaffen will? Einen Grund für den Entscheid nennt das Unternehmen nicht, es verweist lediglich auf die Aufhebung der Homeoffice-Empfehlung. «Wir werden die Erfahrungen aus der Zeit des Lockdown mit nötiger Distanz evaluieren. Dazu gehört auch das Thema Homeoffice.»

Im Gegensatz zu Coop setzen viele andere Unternehmen weiterhin auf Homeoffice und rechnen teilweise sogar mit einem Anstieg: Die UBS geht davon aus, dass in Zukunft - also auch nach dem Ende der Coronakrise - ein Drittel des Personals von zu Hause aus arbeiten wird. Dies sagte Chief Operating Officer Sabine Keller-Busse einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Auch beim Versicherungskonzern Helvetia mit Hauptsitz in St.Gallen sollen die Mitarbeiter im Schnitt rund 30 Prozent ausserhalb des Büros arbeiten. Die meisten anderen angefragten Unternehmen bleiben hinsichtlich ihrer Pläne allerdings noch vage: Die Suva etwa will Homeoffice «wo immer sinnvoll und möglich unterstützen».

Mehrere Unternehmen bleiben noch vage

Auch die Credit Suisse, Post, SBB, ABB, Novartis, Swisscom, Roche und Nestlé werden Homeoffice weiterhin ermöglichen - auch bei diesen Unternehmen war dies schliesslich schon vor Corona möglich.

Ob der Homeoffice-Anteil zunehmen wird, darüber äussern sie sich nicht. Für konkrete Schlüsse sei es noch zu früh. Einige führen derzeit interne Umfragen durch und sammeln die Erfahrungen ihrer Mitarbeiter, so etwa die Credit Suisse und die Swisscom. (aargauerzeitung.ch)

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39 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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der_Gallier
01.07.2020 08:10registriert Januar 2020
Schade wird Coop das Homeoffice nicht fördern. Es hat ja auch ein Stück mit Nachhaltigkeit zu tun, dass nicht alle wieder mit dem Auto Richtung Stadt fahren müssen. Ich sehe in unserer Gemeinde wieder soviele Autos herumfahren, 98% nur eine Person am Steuerrad sitzend.
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Atavar
01.07.2020 08:54registriert März 2020
Die Arbeitnehmer wünschen sich sicher vermehrt Homeoffice. Nur die Arbeitgeber wollen das häufig nicht. Fehlt dann der direkte Zugriff und die direkte Kontrolle? Ist das so wichtig?
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problemfall
01.07.2020 09:53registriert Januar 2018
Die technische Infrastruktur wurde hoch gefahren, auch bei uns waren die VPN-Gateways in den ersten Tagen am Anschlag, aber es wurde reagiert und ausgebaut. Die Mitarbeiter haben ihren Vorgesetzten bewiesen, dass die Arbeit problemlos auch von zu Hause aus erledigt werden kann, inklusive Remote-Sitzungen. Ich bekomme mit, wie mein Sohn wächst und gedeiht, was ich als grosse Bereicherung ansehe. Liebe Unternehmen, es gibt keinen Grund, damit jetzt einfach wieder aufzuhören. Natürlich ist es etwas doof, wenn jetzt z.B. bei der SBB die neuen, teuren Gebäude im Berner Wankdorf halb leer stehen.
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