Schweiz
Migration

Happy End für die 19 Flüchtlinge aus dem Kanton St.Gallen

Happy End für die 19 «Zügel-Flüchtlinge», aber ein verärgerter Gemeinde-Präsident 

08.01.2016, 22:2909.01.2016, 09:27

In letzter Sekunde hat das Migrationsamt des Kantons St.Gallen für die 19 Flüchtlinge, die aus dem Altersheim «Pelikan» in Weesen ausziehen müssen, ein Dach über dem Kopf gefunden. Sie sind bereits umgezogen und wohnen jetzt in der Arbeiterunterkunft «zur Sonnenwiese» in Weite. Urs Weber, Leiter der Asylabteilung, bestätigte gegenüber watson einen Bericht der Zeitung Werdenberger & Obertoggenburger.

Der Kanton St.Gallen sucht nach allen möglichen Lösungen, um Flüchtlinge unterzubringen. Hier ein Bild aus der vorübergehend umfunktionierten Jugendherberge in Rapperswil-Jona. 
Der Kanton St.Gallen sucht nach allen möglichen Lösungen, um Flüchtlinge unterzubringen. Hier ein Bild aus der vorübergehend umfunktionierten Jugendherberge in Rapperswil-Jona.
Bild: KEYSTONE

Die 19 Flüchtlinge waren in einer unangenehmen Lage. Ihre bisherige Unterkunft, das Altersheim «Pelikan», wird am Montag abgerissen. Dort waren sie untergebracht mit 80 weiteren Asylsuchenden. Für diese 80 Menschen fand das Migrationsamt einen Unterschlupf im Kurhaus Amden, das Platz für 120 Personen bietet. Weil das kantonale Baudepartement aber entschieden hat, dass für die Unterbringung von mehr als 80 Asylsuchenden ein Baugesuch eingereicht werden muss, konnten die 19 «übrig gebliebenen» aus Weesen nicht nach Amden und mussten in Weesen verharren. 

Das Altersheim Pelikan wird am Montag abgerissen. 
Das Altersheim Pelikan wird am Montag abgerissen.
Bild: KEYSTONE

«Das ärgert mich sehr»

Damit gibt es in dieser Geschichte für fast alle ein Happy End. Ganz alle sind jedoch nicht begeistert. Der Wartauer Gemeindepräsident Beat Tinner ist nicht glücklich über die Lösung, weil er erst am Mittwoch, einen Tag vor dem Einzug der 19 Flüchtlinge, vom Umzug erfuhr. «Das ärgert mich sehr und ich bin masslos enttäuscht», sagt Tinner im «Werdenberger & Obertoggenburger». Weber vom Migrationsamt verteidigt sich. Weil man in keiner der 77 Gemeinden im Kanton St.Gallen Platz gefunden habe und in Amden nicht mehr als 80 Asylsuchende einquartieren dürfe, habe alles schnell gehen müssen, und man sei froh, nun mit den Privatzimmern in Weite eine Lösung gefunden zu haben. 

Die 19 Flüchtlinge sind Familien aus Afghanistan, Syrien und Irak. Sie sind bereits seit einigen Monaten in der Schweiz. (feb) 

Die 31 eindrücklichsten Bilder des Flüchtlingsdramas 2015

1 / 33
Die 31 eindrücklichsten Bilder des Flüchtlingsdramas 2015
Mazedonisch-griechische Grenze bei Gevgelija. (21. August 2015)
quelle: epa/epa / georgi licovski
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
9 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Tepesch
08.01.2016 23:11registriert Oktober 2015
Und was genau ist nun das Problem des Gemeindepräsidenten?
00
Melden
Zum Kommentar
9
Kinder schuften bis zur Erschöpfung – die dunkle Seite der Schweizer Industrialisierung
Eine eigenartige Allianz von Kapitalismus und Katholizismus ermöglichte die massive Ausbeutung vieler Kinder – nicht weit weg, sondern im 19. Jahrhundert mitten in der Schweiz. Tage mit bis 16 Stunden Arbeit waren komplett normal.
Sehr gerne würde der Historiker von heute die Geschichte des elfjährigen Fabrikkindes Maria Gwerder erzählen, das in Neuägeri bis zu 16 Stunden am Tag in der nahen Spinnerei arbeitete. Oder das Leben des zwölfjährigen Anton Bossard nacherzählen, der nach den langen Arbeitstagen in der Fabrik noch in der Arbeitsanstalt die Gänge wischen, in der Küche Kartoffeln schälen und die Gartenbeete umstechen musste.
Zur Story