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SBB planen ein Abo für Zug, Trottinett und E-Bike – 200 Tester sind gesucht

Ein Abo für Zug, Trottinett oder E-Bike: Die SBB und städtischen Verkehrsbetriebe lancieren das Projekt «Yumuv».
06.07.2020, 07:36
Stefan Ehrbar / ch media

Die Fahrt vom Bahnhof nach Hause ist oft mühsam: Der Bus oder das Tram ist voll oder im dümmsten Fall gerade vor der Nase weggefahren. Da bietet sich ein E-Bike oder ein E-Scooter an – doch bisher brauchte es für deren Nutzung eine separate App. Zudem gibt es viele verschiedene Firmen, die alle ihre eigenen Angebote am Start haben.

Nun soll alles einfacher werden. Dazu lancieren die städtischen Verkehrsbetriebe von Zürich, Bern und Basel sowie die SBB das Projekt «Yumuv».

Ob mit Zug, Trottinett oder E-Bike: Jetzt gibt es ein neues Angebot.
Ob mit Zug, Trottinett oder E-Bike: Jetzt gibt es ein neues Angebot.
Bild: shutterstock.com

Mit einem neuen Abo lassen sich sowohl Bahn, Bus und Tram als auch E-Bikes und E-Trottinette nutzen. Bald sollen auch Taxis, Carsharing-Angebote wie Mobility und Bikesharing-Angebote integriert werden. Für einen Test in Zürich suchen die dortigen Verkehrsbetriebe nun 200 Freiwillige. Sie können ab diesem Sommer die dazugehörige App nutzen.

Mitmachen können nur Personen, die bereits ein in der Stadt Zürich gültiges Abo oder ein GA besitzen. Kostenlos ist der Test zudem nicht: 19 Franken pro Monat kostet das Abo, das die Nutzung von E-Bikes und E-Trottinetts der Marken Bond, Tier und Voi während 60 Minuten erlaubt.

Nach Zürich folgen Bern und Basel

Die Testkunden müssen Umfragen zu ihrem Mobilitätsverhalten und ihrer Lebenssituation ausfüllen und willigen ein, während mindestens drei Monaten ihre Bewegungen aufzuzeichnen. Die Daten werden von der ETH Zürich ausgewertet.

So wollen die Forscher herausfinden, was den Nutzern bei einem solchen Angebot wichtig ist und wie es attraktiv gestaltet werden kann. Als Dankeschön erhalten die Testkunden einen 90-Franken-Gutschein von Coop, Migros oder Galaxus.

Der erste Test beginnt bald in Zürich, im Herbst sollen Bern und Basel folgen. «Ziel des Projekts ist es, ein kundenorientiertes Angebot zu schaffen, das auch wirtschaftlich rentiert», sagt Sebastian Fennes von «Yumuv». Weitere Anbieter etwa aus den Bereichen Carsharing und Taxi sollen zu einem späteren Zeitpunkt integriert werden.

Zu teuer sei das Abo nicht: «Wir operieren aus unserer Sicht zu konkurrenzfähigen Preisen», so Fennes. Im Verlauf des vorerst auf 12 Monate limitierten Forschungsprojekts würden aber auch weitere Angebote zu anderen Preisen getestet.

«Yumuv» ist nur eines von vielen Projekten der Schweizer ÖV-Branche im Bereich «Mobility as a Service». Darunter wird die Idee verstanden, dass sich Pendler in Zukunft nicht mehr für ein bestimmtes Verkehrsmittel wie ÖV, Velo oder Auto entscheiden, sondern diese flexibel kombinieren wollen und ihre Nutzung dementsprechend auch in einer einzigen App angeboten werden sollen.

Mit «Yumuv» wird vor allem analysiert, wie ein Abo preislich ausgestaltet sein sollte. Andere Projekte fokussieren auf eine App, die möglichst viele Verkehrsmittel integriert, deren Nutzung aber einzeln abgerechnet wird. Während bei «Yumuv» also innerhalb der 60 Freiminuten für 19 Franken pro Monat frei zwischen den einzelnen Anbietern gewechselt werden kann, werden Fahrten mit verschiedenen Verkehrsmitteln in anderen Apps zu den Tarifen der jeweiligen Anbieter verrechnet.

VBZ starten im August mit App

Ein Beispiel dafür ist die App SmartWay der SBB, die von der Luzerner Axon Vibe programmiert wurde. Über diese lassen sich E-Trottinette und E-Bikes direkt buchen. Die Autos von Mobility sollen laut einem SBB-Sprecher ab Herbst inte­griert werden, die Velos von Publibike im kommenden Jahr. Der Test von SmartWay dauere voraussichtlich bis Ende 2021.

Aus der Testphase hinaus ist die Mobilitätsplattform der Verkehrsbetriebe Zürich. Sie startet im August. Die Nutzung des ÖV, aber auch von Bikesharing, Taxis und Carsharing-Angeboten soll dann in der ganzen Urbanregion Zürich mit einer einzigen neuen App möglich sein. Die Entwicklung der Plattform kostete knapp 1.6 Millionen Franken. (bzbasel.ch)

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