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Das Velo am Bahnhof parkieren, danach den Helm in ein spezielles Schliessfach ablegen. Ist dies die Zukunft?
Das Velo am Bahnhof parkieren, danach den Helm in ein spezielles Schliessfach ablegen. Ist dies die Zukunft?
Bild: KEYSTONE

Die SBB testen Schliessfächer für Velohelme – doch eigentlich geht es um den SwissPass

Neues Pilotprojekt der SBB: An den Bahnhöfen in Sursee, Solothurn und Muri können Kunden ihre Velohelme in Schliessfächer sperren. Der Schlüssel – ihr SwissPass.
09.09.2017, 10:0109.09.2017, 17:24

Wenn du mit dem Fahrrad an den Bahnhof fährst und dabei vorbildlich einen Helm trägst, hast zu zwei Möglichkeiten. Entweder du nimmst den Kopfschutz mit in den Zug und trägst ihn den ganzen Tag mit dir rum oder du lässt den Helm, mehr oder weniger gut geschützt, bei deinem Rad zurück.

Bald gibt es möglicherweise eine dritte Variante: Die SBB prüfen die Einführung von speziellen Velohelmschliessfächern und testen ihre Idee an drei Schweizer Bahnhöfen.

So gibt es ab November in Solothurn, Sursee LU und Muri AG besonders kleine Schliessfächer, die gerade Platz für einen Velohelm und für den Akku eines E-Bikes bieten. Denn: Die Fächer sind ausgerüstet mit einer Steckdose.

«Es kann durchaus ein Grund sein, keinen Velohelm zu tragen, weil man nicht weiss, wo man diesen aufbewahren soll.»
Beratungsstelle für Unfallverhütung

Das Angebot nutzen können jedoch nur ganz wenige Kunden. An jedem der drei Bahnhöfe stehen lediglich sechs solche Schliessfächer zur Verfügung. Am Projekt teilnehmen können nur Kunden, die von den SBB per Mail angeschrieben wurden und sich dafür einschreiben. Wer sich für ein Schliessfach entscheidet, zahlt zwei Franken für zwölf Stunden oder monatlich 40 Franken.

Wohin mit dem Helm?

«Es kann durchaus ein Grund sein, keinen Velohelm zu tragen, weil man nicht weiss, wo man diesen aufbewahren soll», schreibt die Beratungsstelle für Unfallverhütung, die das Pilotprojekt der SBB begrüsst. Im vergangenen Jahr trug in der Schweiz jeder zweite Velofahrer einen Helm. Wer einen solchen trägt, kann gemäss bfu jede zweite Kopfverletzung bei einem Unfall verhindern.

Aber die SBB betonen, dass es nicht darum gehe, die Kunden zum Tragen eines Helms zu erziehen. Mediensprecherin Franziska Frey: «Mit den Schliessfächern wollen wir unseren Kunden einen Mehrwert bieten.»

Doch eigentlich dreht sich beim Pilotprojekt alles um den SwissPass. Schon heute kann der Kunde ihn nicht nur zum Bahnfahren nutzen, sondern auch als Skipass, oder um ein Bike auszuleihen. In Zukunft solle der SwissPass allenfalls auch physisch Türen öffnen können, teilt Frey mit. «Das vorhandene Potential wird mittels des Piloten getestet.» So können die Teilnehmer des Pilotprojekts ihr Velohelmschliessfach nur mit einem SwissPass öffnen.

«40 Franken im Monat finde ich eher viel. Das sind 480 Franken im Jahr, welche zum Beispiel Pendler zusätzlich berappen müssen.»
Matthias Aebischer, Präsident Pro Velo Schweiz und SP-Nationalrat

Matthias Aebischer, Präsident von Pro Velo Schweiz und SP-Nationalrat, hatte vor der Anfrage von watson noch keine Kenntnis vom Vorhaben der SBB. Er begrüsse jedes Projekt, das Velofahren in der Schweiz fördere. Aebischer hat aber Zweifel, dass das Angebot auf eine grosse Nachfrage stösst: «40 Franken im Monat finde ich eher viel. Das sind 480 Franken im Jahr, welche zum Beispiel Pendler zusätzlich berappen müssen.»

Ob in naher Zukunft an jedem grösseren Bahnhof solche Schliessfächer angeboten werden, entscheiden die SBB nach der Pilotphase, die Ende April endet.

Pascal über egoistische Pendler

Video: watson/Pascal Scherrer, Emily Engkent

24 Bilder aus der guten alten SBB-Zeit

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24 Bilder aus der guten alten SBB-Zeit
quelle: foto service sbb / str
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