Schweiz
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Alex Kuprecht (SVP-SZ) spricht waehrend einer Debatte im Staenderat, waehrend der Wintersession der Eidgenoessischen Raete, am Montag, 7. Dezember 2015, in Bern.  (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

SVP-Ständerat Alex Kuprecht tanzt aus der Reihe.  Bild: KEYSTONE

«Einige Niveaus zu tief»: SVP-Ständerat Kuprecht teilt gegen Burka-Plakate aus

Jetzt sind es schon zwei in der SVP-Bundeshausfraktion: Nach Nationalrätin Yvette Estermann hat sich nun auch Ständerat Alex Kuprecht für die erleichterte Einbürgerung ausgesprochen. Zudem übte er Kritik am umstrittenen Burka-Plakat.



Die Gegner der erleichterten Einbürgerung müssen einen weiteren Rückschlag einstecken. Ausgerechnet SVP-Ständerat Alex Kuprecht, aus der SVP-Hochburg Schwyz, hat sich öffentlich für die Einbürgerungs-Vorlage ausgesprochen.

Es könne doch nicht sein, dass der Enkel eines vor 60 Jahren eingewanderten Italieners, grössere Hürden überwinden müsse als eine Thailänderin oder Brasilianerin, die einen Schweizer geheiratet hat, sagt Kuprecht gegenüber dem «Blick». Für ihn sei das aktuelle System nicht mehr zeitgerecht. 

«Einige Niveaus zu tief»

Mit Yvette Estermann hatte sich bereits ein weiteres Mitglied der SVP-Bundeshausfraktion für die erleichterte Einbürgerung ausgesprochen. Die gebürtige Slowakin räumte gegenüber der «NZZ am Sonntag» zudem ein, dass die aktuelle Plakat-Kampagne ihrer Partei «inhaltlich nicht der Realität entspricht». 

Yvette Estermann, Nationalraetin SVP-LU, spricht waehrend einer Medienkonferenz ueber die Legislaturbilanz der SVP, am Montag, 5. Oktober 2015 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

SVP-Nationalrätin Yvette Estermann: Die gebürtige Slowakin räumte ein, dass die Burka-Plakate nicht der Realität entsprächen. Bild: KEYSTONE

Ins selbe Horn bläst jetzt auch Alex Kuprecht. Auch der SVP-Ständerat hat für die Plakate, die aus dem Kreis von SVP-Hardliner Andreas Glarner stammen und auf der eine Frau mit Burka zu sehen ist, wenig übrig. Gegenüber dem «Blick» sagt er: «Einer hier geborenen Italienerin eine Burka anzuziehen – das ist mir einige Niveaus zu tief.» (cma)

Erleichterte Einbürgerung: Wer bei diesem Quiz weniger als 8 Punkte schafft, darf nicht abstimmen gehen:

Quiz
1.Was passiert, wenn du auf dem Stimmzettel «Ja» schreibst?
Du lehnst die erleichterte Einbürgerung von Personen der dritten Ausländergeneration ab.
Du nimmst die erleichterte Einbürgerung von Personen der dritten Ausländergeneration an.
2.Wieviele Personen der dritten Ausländergeneration in der Schweiz könnten theoretisch die erleichterte Einbürgerungen beantragen?
110'000
25'000
9000
230'000
3.Warum dürfen Antragsteller nicht älter als 25 sein?
Weil viele Staaten Gesetze kennen, die doppelte Staatsbürgerschaften ab 25 ausschliessen.
Damit Männer auf diesem Weg nicht die Militärdienstpflicht umgehen können.
Weil der Wille zur Integration erfahrungsgemäss ab 30 rapide abnimmt.
Reine Willkür.
4.Wer wäre bei Annahme der Vorlage verantwortlich für die erleichterte Einbürgerung von Personen der dritten Ausländergeneration?
Die Gemeinde
Der Kanton
Der Bund
Der Friedensrichter
5.Dieses Abstimmungsplakat ist auf Kritik gestossen. Warum?
People walk past a poster of the Swiss Komitee gegen erleichterte Einbuergerung (Committee against an easier path to citizenship) seen on a display at the Hauptbahnhof central railway station in Zurich, Switzerland, January 11, 2017. The poster reads,
X90184
Weil 99 Prozent der Menschen, die bei Annahme der Vorlage eine erleichterte Einbürgerung beantragen könnten, aus Europa stammen. Burkaträgerinnen dürfte es darunter keine haben.
Weil es von der SVP stammt, dies auf dem Plakat aber nicht ersichtlich ist.
Weil das Gesetz die erleichterte Einbürgerung von Burkaträgerinnen explizit ausschliesst.
Weil die darauf abgebildete Frau nicht um Erlaubnis gefragt wurde.
6.In welchem Fall kommen Antragsteller in den Genuss einer automatischen Einbürgerung?
Wenn sie sich in der Wohngemeinde in mindestens drei Vereinen engagieren.
Wenn sie alle vier Landessprachen beherrschen.
Wenn sie ein jährliches Einkommen von mindestens 500'000 versteuern.
Es gibt auch mit dem neuen Gesetz keine automatischen Einbürgerungen.
7.Welcher der folgenden Faktoren zeigt den Behörden, dass ein Antragssteller nicht ausreichend integriert ist?
Er bezieht Sozialhilfe.
Er geht nie abstimmen.
Er spricht kein Deutsch.
Er wechselt ständig seinen Wohnort.
8.Was kostet den Anttragssteller die erleichterte Einbürgerung?
Sie ist gratis.
0.5 Prozent des steuerbaren Jahreseinkommens.
100 Franken.
Minderjährige Antragsteller zahlen 250, volljährige 500 Franken.
9.2004 lehnte das Schweizer Stimmvolk erleichterte Einbürgerungen an der Urne klar ab. Worum ging es damals?
Ebenfalls um die dritte Ausländergeneration.
Ebenfalls um die dritte Ausländergeneration, aber nur aus EU-Ländern.
Um die erleichterte Einbürgerung von ausländischen Ehegatten.
Die zweite Generation sollte erleichtert, die dritte automatisch eingebürgert werden.
10.Welche Parteien haben die Nein-Parole ausgegeben?
SVP, FDP
SVP, SD, EDU
SVP, BDP
Keine
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