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«Menschen, die ihre Haustiere essen, haben kein Herz», findet Tierschützerin Tomi Tomek.  bild: tomi tomek

Interview zur Katzen-Petition

«Heute dürfen alle Haustiere gegessen werden. Das ist pervers» 

Schweizer dürfen ihre Haustiere essen – jedenfalls wenn Hund oder Katz gemäss Tierschutzvorschriften geschlachtet werden. «Unverständlich», findet die Neuenburger Tierschützerin Tomi Tomek und lanciert eine Petition. 



Was halten Sie von Menschen, die Hunde und Katzen essen?
Menschen, die ihre Haustiere essen, haben kein Herz. Wir leben mit diesen Tieren zusammen, sie gehören zur Familie. Und Familienmitglieder würde man auch nicht töten und verspeisen. 

Wo liegt der Unterschied, ein domestiziertes Schwein oder ein Haustier zu essen? 
Ich bin Vegetarierin. Für mich macht das sowieso keinen Unterschied. Bei Haustieren ist es für mich aber besonders unverständlich. Ich habe 2007 den Kampf gegen den Handel mit Katzenfellen geführt und gewonnen. Nun will ich gegen das Essen von Haustieren vorgehen. 

Zur Person

Tomi Tomek lebt mit ihrer Lebenspartnerin in Noiraigue (NE) und ist Mitbegründerin von SOS Chats, einer Organisation, die sich um misshandelte Katzen kümmert. Die 62-Jährige hat sich 2007 erfolgreich gegen den Handel mit Katzenfellen eingesetzt. 

«Heute dürfen alle Haustiere innerhalb der Familie, in der das Tier lebt, gegessen werden. Das ist pervers.» 

Gibt es überhaupt Menschen, die Lust haben, Katzen und Hunde zu essen? 
Ja, das ist belegt. Auf eine Anfrage hin habe ich einmal persönlich ein Rezept zur Zubereitung einer Katze erhalten. In der Romandie gibt es ein Bauer, der Würste aus Hundefleisch produziert. Auch aus dem Appenzell und aus Luzern sind Fälle bekannt. Es gibt Menschen, die auf Hundecrème gegen Rheuma schwören, sogar in einschlägigen Restaurants wird das Fleisch serviert. Und da meckern wir über die Chinesen, die Hunde essen. 

Nun haben Sie eine Petition lanciert. Was fordern Sie? 
Ich fordere entweder ein neues Gesetz, das den Konsum von Haustieren verbietet, oder dass ein entsprechender Paragraph dem neuen Tierschutzgesetz von 2013 angefügt wird. Stellen Sie sich vor: Heute dürfen alle Haustiere innerhalb der Familie, in der das Tier lebt, gegessen werden. Das ist pervers. 

«Sogar Brigitte Bardot hat meine Petition unterschrieben.»

Wer unterstützt Ihre Petition? 
Ich habe sie am 24. August lanciert, innerhalb der letzten elf Tage haben sie schon mehr als 9200 Menschen unterschrieben, sogar Brigitte Bardot. Ich glaube, bei der Bevölkerung findet mein Anliegen Anklang, an der Politik arbeite ich noch. 

Die Gesetzeslage in der Schweiz

Der Handel mit Katzenfellen ist seit 2013 verboten. Zudem dürfen Katze und Hunde nicht als Speise verkauft, gespendet oder angeboten werden, da sie nicht als Lebensmittel im Gesetz verankert sind. Haustiere zu verspeisen ist jedoch legal, solange die Tierschutzverordnung eingehalten wird. (rar)

Wie meinen Sie das? 
Ich bin noch auf der Suche nach einem Politiker, der meine Sache unterstützt. Bisher hatte ich keinen Erfolg. Ich glaube, sie haben Angst. 

Vor wem? 
Vor Landwirten, die heftig protestieren würden. Ich brauche jemanden mit viel Mut. Ich glaube, das wird mir gelingen. Der Politiker müsste eine Motion einreichen, dann müsste im Parlament darüber abgestimmt werden.

Würden Sie das Fleisch Ihrer Haustiere essen?

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