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Weil er Prostituierte deckte: Zürcher Sittenpolizist zu bedingter Freiheitsstrafe verurteilt

Weil er Prostituierte deckte: Zürcher Sittenpolizist zu bedingter Freiheitsstrafe verurteilt

01.06.2016, 12:2001.06.2016, 13:13

In der Affäre um die Zürcher Sittenpolizei ist am Mittwoch der erste ehemalige Polizist verurteilt worden: Das Bezirksgericht verurteilte ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten. Er hatte unter anderem eine befreundete Prostituierte vor einer Strafverfolgung geschützt.

Diese Autos haben mit dem Fall rein gar nichts zu tun, sind aber zumindest auch von der Polizei.
Diese Autos haben mit dem Fall rein gar nichts zu tun, sind aber zumindest auch von der Polizei.
Bild: KEYSTONE

Der 52-jährige Mann war geständig und wurde im abgekürzten Verfahren wegen mehrfacher Begünstigung, Amtsmissbrauchs, mehrfacher Vorteilsnahme und Verletzung des Amtsgeheimnisses verurteilt. Die Probezeit für die 14-monatige Freiheitsstrafe beträgt zwei Jahre.

Er habe seiner Partnerin helfen wollen, aber das sei eine schlechte Idee gewesen, räumte der einstige Stadtpolizist vor Gericht ein. Im November 2013 wurde der Mann festgenommen, weil er seine Freundin, eine Prostituierte aus Spanien, vor Ermittlungen geschützt hatte.

Einladung ans Oktoberfest

Auch Arbeitskolleginnen seiner Freundin wurden wegen dem beschuldigten Sittenpolizist nicht angezeigt. Stattdessen versorgte er die Frauen mit geheimen Polizeidaten. Eine Kollegin von der Sittenpolizei forderte er sogar dazu auf, einen Rapport wegen illegaler Prostitution im Polizeisystem zu löschen.

Die Frauen gerieten ins Visier der Ermittlungen, weil sie illegal angeschafft sowie Freier betäubt und finanziell ausgenommen haben sollen. Drei wurden inzwischen verurteilt.

Zu wenig Distanz hatte der Beschuldigte aber nicht nur zu den Frauen, sondern auch zu einem Wirt eines Milieu-Lokals. Von diesem liess er sich zum Oktoberfest auf dem Bauschänzli einladen. Ein zweites Essen gab es für den Polizisten in einem Thai-Restaurant.

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Weitere Prozesse folgen

Das Gericht ging von einem «nicht mehr leichten» Verschulden aus. Das Verhalten seiner Freundin gegenüber sei zwar verständlich. Es habe sich aber um eine «Beziehung mit Sprengstoff» gehandelt. Schlimm sei es zudem, dass er geheime Daten weitergegeben habe. Um interne Richtlinien habe er sich offensichtlich nicht geschert.

Nachdem der fehlbare Sittenpolizist im November 2013 festgenommen wurde, sass er 73 Tage in Untersuchungshaft und war seinen Posten los. Heute ist er arbeitslos. Mit der Prostituierten ist er immer noch zusammen. Sie arbeitet aber nicht mehr im Milieu.

Insgesamt wurden in dieser Polizei-Affäre fünf Zürcher Sittenpolizisten verhaftet. Zwei Verfahren wurden eingestellt. Nach der Verurteilung vom Mittwoch folgen somit noch zwei Prozesse.

(sda)

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